Pizzo Centrale via Gloggentürmli und Sellabödeli vom Gotthardpass


Publiziert von Geissbock Pro , 30. September 2012 um 22:17.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:15 September 2012
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   CH-UR   Gruppo Pizzo Centrale   Gruppo Pizzo Lucendro 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 990 m
Abstieg: 990 m
Strecke:Gotthardpass-Lago della Sella- Gloggentürmli-Sellabödeli-Guspissattel-Pizzo Centrale-Sasso di Paisgion-Lago della Sella-Gotthardpass-Ospizio St. Gotthardo
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW oder Bus
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PKW oder Bus
Unterkunftmöglichkeiten:Ospizio St Gotthardo oder das einfachere Hotel, welches aber absolut sauber und gepflegt ist. Kosten ca. 70 CHF im Einzelzimmer mit ganz ausgezeichnetem Frühstücksbuffet.
Kartennummer:Quadraconcept Alta Leventina

Mit dem Pizzo Centrale wollten wir uns erstmals an den 3000er Bereich rantasten. Der Gotthardpass ist zudem auch aus Deutschland flott zu erreichen, so dass sich die Gegend für eine Wochenendtour anbot. Am nächsten Tag haben wir dann eine Seentour gemacht:
http://www.hikr.org/tour/post56798.html 
Das Wetter war der absolute Traum an beiden Tagen. Es war zwar recht frisch und an schattigen Plätzen lag noch Schnee, sonst aber optimale Bedingungen.
Um viertel vor 6 sind wir in Freiburg gestartet und waren ca. 3 Std später auf dem Pass. Dann geht es auf einer Fahrstraße ca. 30 Min zum Sellastausee. Diesen geht man links weiter entlang, bis man zum deutlich blau weiß markierten Wegweiser kommt, bei dem der Gamsspitz und der Pizzo Centrale angeschrieben sind. Auf einer Almstraße (eher Pfad) geht es zwei Serpentinen rauf bevor nach der zweiten Kehre der Bergpfad beginnt. Gleich zu anfang muss man nicht (man darf natürlich;) ) durch ein Flussbett hochkraxeln sondern geht in schwachen Wegspuren schräg rechts den Hang hoch und erreicht schon bald ein Platteau und hat die Gloggentürmli vor Augen. Unter einem genießt man den herrlichen Blick auf den Stausee, der ein bisschen an einen Fjord erinnert. Hier wollten wir eigentlich rechts gehen um den direkten Weg zum Centrale zu nehmen. Wir konnten aber nicht glauben, dass dort der richtige war und sind weiter hoch. Auf dem Rückweg haben wir festgestellt, dass die Scharte durch die es hochgeht von dort nicht richtig zu sehen ist. Also wie gesagt für den direkten Weg auf dem Plateau rechts der Abzweigung folgen die auch über einen Bach führt und auch schwach rot markiert ist.

Unser Irrtum erwies sich aber als Glücksfall, da die Tour so zu einem schönen Rundkurs wurde.
Wir sind den blau weiß markierten guten erkennbaren Weg weiter hoch zu den von weiten sichtbaren Gloggentürmli auf dem Pass. Von dort führt rechts ein schwach markierter Weg über Felsen auf dem Grat zum Sellabödeli. Der Grat ist gut machbar, man muss allerdings über die großen Felsen klettern und aufpassen, dass man nicht runterfällt.  Es ist aber nirgendwo ausgesetzt oder stark exponiert und die Felsen sind meist fest. Auf dem Sellabödeli gibt es sehr schöne breite Felsen, die sich für eine Rast anbieten.

Nach der Rast machten wir uns dann auf die Suche nach einer Route, um wieder zu der Aufstiegstroute zum Centrale zu gelangen. Der Grat über den Gamsspitz war uns nämlich zu heikel. Wir sind vom Sellabödeli halbrechts runter über ein Geröllfeld abgestiegen. Dies war definitiv der unangenehmeste und anstrengendste Teil der Tour. Das Geröllfeld ist sehr unwegsam und die Steine oft auch noch sehr lose. Das Gelände an sich ist aber nur ganz am Anfang steil, so dass keine große Absturzgefahr besteht. Um nicht zu viel Höhe zu verlieren haben wir uns so nah wie möglich am Gamsspitz gehalten. Rückblickend würde ich raten, einfach den kürzesten Weg aus dem Geröllfeld raus zu dem Normalweg zu nehmen. Ist vermutlich kraftsparender dann später ein paar Höhenmeter mehr auf Normalweg zu laufen.

Der Normalweg ist nicht richtig markiert, man erkennt ihn aber an zahlreichen Steinmännern, die insbesondere rechts unterhalb des Gamsspitzes auf einem Platteau stehen.  Diesen Steinmännern immer weiter folgen. Richtung Guspissattel werden die Wegspuren dann wieder deutlicher und der Pizzo Centrale ist deutlich im Blick. Rechter Hand unterhalb des Centrale ist noch ein kleiner See, zu dem man aber nicht abteigen muss. Der Schlussanstieg vom Guspissattel ist dann nochmal recht giftig, aber problemlos zu gehen. Man sollte sich aber die Zeit nehmen, nach der richtigen Wegspur zu suchen, da das Gestein sehr lose und alles recht steil ist. Der Weg zum Gipfel des Pizzo Centrale führt in eng über den Grat geführten Serpentinen.
Der Grat ist zwar gut zu gehen, Trittsicherheit ist aber wirklich notwendig, da es tief hinunter geht.

Der Gipfel ist recht schmal und es geht überall tief runter. Schwindelfreiheit ist hier absolutes Muss. Der Blick vom Gipfel ist in alle Richtungen atemberaubend. Unter einem gibt es noch größere Firnfelder weiter hinaus gibt es einen wunderschönen Blick auf die zahlreiche schneebdeckte Gipfel und Gletscher.

Nachdem wir den herrlichen Blick eine Weile genossen und Rast gemacht haben, sind wir dann  auf dem problemlos anhand der Steinmänner zu findenen Normalweg zurück zum Sasso di Paisgion. Hier gibt es auch immer wieder Markierungen. Die Scharte selbst muss man runterkraxeln, aber es hat sehr gute Griffe und man kann sich wirklich gut festhalten.  Von dort geht es dann wie auf dem Hinweg zurück. Im Albergo Gotthardo wartete dann leckeres Essen auf uns. Ein gut besuchtes Restaurant und das Essen gut. Es war allerdings viel los und wir mussten etwas auf einen freien Tisch warten.
Die Zeitangabe ist inklusive Pausen. Absolute Gehzeit schätze ich auf 6-7 Stunden.
Am nächsten Tag ging es dann auf die Rundtour um die vielen Seen um den Lago di Lucendro und den Pizzo dell`Uomo. http://www.hikr.org/tour/post56798.html
Die beiden Touren sind auch für Leute empfehlenswert, die nicht so gern auf Hüttenübernachten bzw. nur mit Tagesgepäck marschieren.
Die beiden  

Tourengänger: Geissbock

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