Gurtisspitz, Zäwasheil, Wiss-schrofa, Goppaschrofen


Publiziert von goppa , 27. August 2012 um 00:27.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Rätikon
Tour Datum:25 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 963 m
Abstieg: 1003 m
Strecke:Bazora, Gurtisspitze, Zäwasheilspitz, Wiss-schrofa, Spitzwiesle, Goppaschrofen, Spitztäle-Jagdhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Frastanz - Gurtis - Bazora
Kartennummer:SLK 1136 Drei Schwestern

Schlechtwetter ist angesagt - vielleicht geht sich nach den Morgen-Regentropfen doch noch eine Runde über die Hausberge aus.
Auf der Bazora kehre ich noch auf der Hütte ein, öffne die Fensterläden und lüfte ein wenig, bevor ich um 11:00 Uhr entlang der Straße zum Wanderparkplatz bei der Gavadurarüfe gehe. Über die Bazora Alpwiesen steige ich entlang des Wanderwegs auf, das Gras ist immer noch naß, besser man bleibt auf dem Weg. Derzeit ist das Alpvieh auf der Bazora. Vielleicht ist beim gestrigen Gewitter etwas passiert, hinter mir kommt Bauer Gaßner, der mit seinem Junior eben mit dem Traktor hochgefahren ist, mit dem Hirt nach.
Auf der Schivereinshütte sind noch die Läden geschlossen, kurz darauf lasse ich schon die Schlepplift-Bergstation hinter mir und steuere über die Bazoraalpe hinauf in den Wald. Einer meiner liebsten Speisepilze wächst hier, der Speisetäubling, russula vesca (gute Beschreibung im natur-lexikon.com). Gleich bei der Abzweigung zur Gurtisspitze hole ich meinen Stoffbeutel heraus und fülle die ersten jungen, fleischroten Täublinge hinein. So benötige ich für den Anstieg zur Gurtisspitze etwas länger, spielt aber keine Rolle, rundum wabern Feuchtigkeitswolken um die Berge - weit werd' ich heute nicht laufen.
Ein Blick hinunter in den Walgau, dann steige ich kurz in den Sattel ab und wieder auf zur Zäwasheilspitz. Immer wieder schön, hier hinunterzuschauen zur Sattelalp - heute sind leider wetterbedingt die Tische leer. Der Wanderweg hinüber zum Spitzwiesle führt beim Wiss-Schrofa vorbei. Heute reizt es mich, trotz des feuchten Wetters den kurzen Anstieg von Norden zu versuchen. Etwas feucht-latschig, teilweise loser Fels, dann stehe ich oben beim Steinmann und steige gleich weiter bis ich wieder hinunterklettere zum Spitzwieslesteig. Hier der blau-weißen Markierung folgend, bis ich hinübersehe zum Goppaschrofen, hinunter zum Bremenstall - der Weg sollte dringend etwas ausgeschnitten werden - und von hier hinüber zum Schotterkar unterm Goppasattel. Oft bin ich hier schon gewandert, und immer wieder ist es schön, auf dem ausgesetzten Steig hinüberzusteigen zum Gipfelkreuz des Goppaschrofen.
Mit der Aussicht ist es heute mager, Nebel hängt um den Gipfel. Dann mache ich einen Blick in mein Gipfeldepot - es ist leer und muß aufgefüllt werden. Die kleinen Pfanner-Willi werden aus dem Rucksack geholt und sorgfältig verstaut. Dann verzehre ich geruhsam mein Topfentascherl, schmökere im Gipfelbuch und genieße die Bergeinsamkeit. Wer im Tal öfters Trubel hat, kann's verstehen, daß ich auf der heutigen Solo-Runde die Ruhe eindringen lasse. 
Irgendwann geht es wieder runter, die Stahlseilverankerungen hinüber zum Goppasattel sind neu ausgewechselt, die Schotterflanke hinunter in den Bremenstall ist derzeit extrem ausgewaschen, es muß die letzten Tage hier wirklich schrecklich gewettert haben. In den Grasböden des Bremenstall äst eine Gruppe Gämsen, sie lassen sich nicht stören. Ein Blick dorthin, wo ich immer wieder Pilze entdecke. Auch heuer sind sie da, die aromatischen gelben Eierschwammerln oder Pfifferlinge. Sie wandern zu den Täublingen in meinen Sammelbeutel und ich steige tiefer in den Gavaduratobel, wo mich heute doch wieder der Regen einholt. So erreiche ich um 17:30 Uhr naß wie eine gebadete Maus unsere Hütte, wo ich erst einmal ein Feuer im Ofen anzünde und etwas Trockenes anziehe.

T4 wegen der kleinen Klettereinlage bei der Wiss-Schrofen Überschreitung, ansonsten T3, da der Steig zum Goppaschrofen zwar ausgesetzt (ab Goppasattel) aber durch die Stahlseilversicherung für Geübte gut zu gehen ist.

Tourengänger: goppa

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