Von der Cima di Lago (2733m) über den Lago Nero nach Robiei - Tessin-Führungstour 4. Tag


Publiziert von steinziege , 17. August 2012 um 22:26.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Locarnese
Tour Datum:12 August 2012
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Cristallina   Gruppo Pizzo Castello   Gruppo Pizzo San Giacomo   Gruppo Basodino 
Aufstieg: 760 m
Strecke:12,16 km
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Siehe Beschreibung der Tour
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Cristallina, Capanna Basodino
Kartennummer:Landeskarte der Schweiz 1: 50000 Nr. 5001, 1:25.000 Nr. 265 T

Die Quittung für den schönen gestrigen Tag kam prompt: Nebel!

Also erst nach 8 Uhr aufgebrochen Richtung Cima di Lago in der Hoffnung, es würde sich vielleicht bald lichten. Das Val Torta war schon relativ frei...
Von der Hütte einem deutlichen Weg folgend immer in südöstlicher Richtung (Land Art unterwegs an einem kleinen Zwischenplateau), anfangs teilweise fast flach, dann allmählich steigend.
Den ersten Steinbock sahen wir von weitem ganz klein auf einem Grat; das war die Vorhut, denn allmählich tauchte ein ganzes Rudel auf und zog ziemlich in unserer Nähe in aller Ruhe vorbei, so dass wir ausgiebig schauen und fotografieren konnten. 
Der Steig passiert ungefähr in der Mitte einen Sattel; wenn man dort die paar Meter hinaufsteigt, hat man schon hier eine tolle Aussicht nach Norden. Unter uns lag der Valleggiagletscher, der Pizzo Rotondo und im Hintergrund etliche Hörner des Berner Oberlands schienen, wenn sie aus dem Nebel auftauchten, förmlich über den Wolken zu schweben.

Wir gönnten uns den Spaß, über die Felsen des NO-Grats auf den Gipfel zu kraxeln (allenfalls I-er Gelände), wo wir eine Weile warteten, ob die Aussicht nach Süden nicht doch noch frei würde. Das dauerte aber zu lang, da wir ja noch einiges vorhatten, also zurück zur Hütte. Der Abstieg (diesmal brav auf dem "Normalsteig" durch die Schuttflanke) zog sich allerdings, weil jetzt unbedingt die Blumenpracht (wirklich der schönste Steingarten) ausgiebig gewürdigt werden musste.

Nach Vervollständigung der Rucksäcke machten wir uns auf den Wanderweg zur nächsten Hütte, vorbei am Lago Sfundau und zunächst zum Lago Nero, wo zwei muntere rastende Thüringerinnen uns erstens rieten, den längeren Hüttenabstieg zu nehmen, der sei viel schöner, und uns zweitens nahelegten, noch ein paar Meter höher zu steigen, wo der allerbeste Pausenplatz mit dem schönsten Seeblick zu finden sei.
Dem war auch so.
Allerdings war die Zeit für den eigentlich anvisierten Poncione di Braga durch die genussvolle Bummelei des Vormittags jetzt doch schon etwas fortgeschritten, außerdem zogen hinter demselben ziemlich verdächtige Wolken auf, die sich auch nicht mehr auflösten und langsam grauer und dichter wurden.
Diese Besteigung musste also leider geknickt werden.
Das Angebot, stattdessen schnell die Cima delle Donne direkt über uns direkt über den Südgrat zu besteigen, lockte nur einen, die anderen zogen Chillen auf diesem herrlichen Fleckchen vor...

Also vergnügten wir uns zu zweit weglos mit felsdurchsetztem Steilgras und oben ein paar ausgesetzten felsigen Gratmetern, um (Zeit, zunehmendes dunkles Gewölk im Süden) kurz unterm Gipfel (2665m, der Rest bis zur Gipfelhöhe von 2723m wäre überwiegend grasiges Gehgelände gewesen) umzukehren, weil wir angesichts der Wolken die Gruppe nicht zu lange warten lassen wollten.

Die beiden Damen behielten Recht, der - auf der Karte höchstens angedeutete, aber großteils recht gut markierte - Steig um die "Valletta" herum war wirklich schön. Er führt erst hinab zum See, dann relativ hoch (meist 2400m) Richtung Süden in großem Bogen  durch die unteren Geröllhänge des Poncione di Braga, steil abwärts nach Lielp ("Rifugio di Braga"), ins Bachtal unter dem Stausee von Robiei (dicke muntere Maunkerln im Blockwerk) und hinauf zur Straße nach Robiei, wo uns der Regen in der allerletzten Viertelstunde der Tour doch noch erwischte.

In der Capanna Basodino (1856m) gab es zum Nachtmahl - nein, falsch! Spaghetti Bolognese....

Am nächsten Tag in der Frühe  leuchtete uns der rosig besonnte Basodino an, als wären nie Wolken durchgezogen, die Luft war frisch gewaschen, weil es in der Nacht länger geregnet hatte.

Mit der Seilbahn nach San Carlo, mit Bussen durch Val Bavona und Maggiatal nach Locarno, von dort nach fast 1 Stunde nach Göschenen und mit dem Matterhorn-Express nach Realp.
Sehr schöne Fahrt!
Die Fahrpreise haben allerdings in den letzten Jahren heftigst angezogen.


Tourengänger: steinziege

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