Basòdino 3272m.ü.M. von Airolo via Passo di Cristallina.


Published by edy , 26 December 2011, 03h47.

Region: World » Switzerland » Tessin » Locarnese
Date of the hike: 2 October 2011
Mountaineering grading: F
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo Basodino   Gruppo Pizzo Castello   Gruppo Cristallina   Gruppo Pizzo San Giacomo   Gruppo Poncione di Vespero 
Time: 2 days 15:00
Height gain: 2239 m 7344 ft.
Height loss: 1416 m 4644 ft.
Route:Alpe di Pêsciüm-Alpe di Cristallina-Val Torta-Passo di Cristallina-Cap.Cristallina-Lago Sfundau-Pkt.2474m-Pkt.2341m-Lago Bianco-Lièlp-Cap.Basódino-Lago del Zött-gr.Moräne-Gh.del Basódino-Basòdino Ostgrat-Basódino
Access to start point:Per SBB nach Airolo, weiter mit Schwebebahn auf Alpe di Pêsciüm.
Access to end point:Per Mitfahrt von San Carlo (Val Bavona) nach Locarno, weiter mit SBB nach Hause.
Accommodation:Capanna Basòdino Alternative: Hotel Robiei
Maps:265T Nufenenpass 1:50'000 / 1271 Basòdino 1:25'000

Am 01.10.2011, am evtl. letzten Hüttentag dieser Saison trieb mich das schöne Wochenende ins Bedretto Tal, Tessin, um den Basòdino zu besteigen. Da meine Kollegen schon anderes vor hatten, entschloss ich mich für den Alleingang. Also fragte ich Chaeppi, der diese Tour auch solo unternahm, nach den Hindernissen. Die sehr informative Antwort spornte mich erst recht für diese Begehung an. Früh am Samstag reiste ich nach Airolo (1141m). Von dort ging die Reise weiter mit der Schwebebahn auf die Alpe di Pêsciüm (1745m). Ab jetzt hiess es Wandern. Auf der Strada alta Bedretto verlief die Route bis Alpe di Cristallina (1800m). Der Anstieg von Ossasco (1313m) hab ich schöner in Erinnerung (Cima Cristallina Überschreitung) als auf die zum grössten Teil aus Landwirtschaftsstrasse bestehende Traversierung. Nach der Alp fing der interessantere Teil der Wanderung an. In ständiger Begleitung des Ri di Cristallina verlief die Tours durchs wilde Val Torta an einigen Gipfeln vorbei in eine wunderschöne Schwemmebene mit Sicht auf den Passo del Narèt. Über den Cristallina Pass legte ich eine Verpflegungspause bei der gleichnamigen Hütte ein (2568m). Dieses Gebäude erinnert mich immer wieder an die 4-eckigen Motel 6 in den USA. Von dort aus überschritt ich letztes Jahr den gerölligen Cima Cristallina (2911.70m). Nach der Pause ging die Reise bei schönstem Wetter weiter mit dem morgigen Ziel Basòdino im Blickfeld. Der Gletscher reflektierte die Sonnenstrahlen und zeigte die Richtung. Nachdem der Lago Sfundau hinter mir lag, erreicht man eine Art Aussichtskanzel beim Punkt 2474m mit dem Überblick auf all die Seen, Stauseen, Bäche und den Basòdino. Nach ziemlich steilem Abstieg, erreichte ich die schmale Strasse nach Robiei. Nach einem Energieriegel und viel Wasser (sehr warm, Rucksack mit Seil und Gebirgsausrüstung drückte auch auf die Schultern) verlief nach ein paar Metern links ein Wanderweg zur Capanna Basòdino. Vom Teer wieder über Stock und Stein an der Alp Lièlp mit 2 steinernen Häusern vorbei. Zuletzt gab es nochmals einen steileren Abstieg, der mich erinnerte, dass man 2 Knie hat. Aber der fantastische Ausblick auf die Capanna, die Seilbahn das Hotel Robiei, den Lago di Robiei und ins Val Bavona machten die Schmerzen wett. Unten in der Capanna Basòdino (1856m) angekommen musste zuerst den Flüssigkeits- und Kalorienmangel mit einem Geschäumten kompensiert werden. Dort lernte ich 2 weitere Basòdino Aspiranten kennen, die mir ein Mitgehen an ihrem Seil anboten, als sie von meiner Solo Absicht hörten. Dankend nahm ich an und hakte somit das Thema „alleine auf dem Gletscher“ ab. Es befanden sich trotz genialem Wetter nicht viele Leute in der Capanna. Ob mehr Leute im Hotel Robiei anwesend waren ? Nach dem Abendschmaus (Polenta und Rotwein natürlich) erklärte der sehr flotte Hüttenwart den Aufstieg zum Basòdino. Er riet uns die alte Aufstiegsvariante, denn das Schmelzwasser des Gletschers hielt sich in Grenzen und es musste nicht der steil ansteigende im Zickzack verlaufende Weg im Couloir beim Lago di Zött genommen werden. Nachher erfrischte ich mich, packte den Rucksack (Seil und anderes blieb in der Hütte) und legte mich nach der fast 7 stündigen Wanderung von Airolo aus zu „Bett“. Es befand sich keine weitere Person im Massenschlag. Somit also ein grosses Einzelzimmer für ein paar Franken. Eins muss ich noch zur Hütte sagen: mit einem gewissen Aufwand wäre dieses Haus wieder flott zu machen. Denn im Schlafraum befanden sich einige Essensreste, dass den Mäusen sehr gefiel. Aber der Hüttenwart und seine Familie sind ganz sympathische Leute.
Nach einem wunderbaren und tiefen Schlaf gab es am 05:30 das Frühstück. Um 06:15 liefen wir los. Mit meinen neuen Kollegen (einer ist SAC-Tourenführer) fühlte ich mich sehr wohl. Sie unternehmen zusammen sehr viele Touren. Gerne würde ich mit ihnen noch weitere Unternehmungen durchführen. Zuerst überquerte man ein schmales Gewässer nach der Hütte und steigt zur Strasse auf. Dieser entlang und durch einen Tunnel gehend führt zum Lago di Zött (1948). Es hellte auf. Über Blöcke und Geröll neben einem Zufluss stiegen wir den aufwärts führenden Felsplatten entgegen. Mit viel Schmelzwasser wäre dieser Aufstieg zu glitschig und gefährlich. Aber das Wasser floss spärlich und die Bergschuhe hafteten gut auf den trockenen Felsplatten. Ab und zu sah man noch alte Markierungen und Steinmannli’s. Nachdem die Felswand hochgekraxelt wurde, musste noch ein etwas breiterer Schmelzwasserbach überquert werden. Vorsicht, Rutschgefahr! Den wenigen Steinmannli’s folgend über Steine, Gras und Felsplatten erreichten wir die Moräne. Auf dieser wanderten wir Richtung Gletscher. Es gab trotz Jagdzeit und anwesenden Jäger einige Gämse zu sehen. Am Ende der Moräne stiegen und kraxelten wir weiter über griffigen Gletscherschliff zum Ghiacciaio del Basòdino. Mit oder ohne Markierungen ist überall ein Durchkommen zum Gletscher gewährleistet. Nach dem Anschnallen der Steigeisen und Anseilen gingen wir auf dem rechten Gletscherteil gerade hoch Richtung Ostgrat des Basòdino Massivs. Rechts könnte man auch noch den Pizzo Cavergno (3152m) mitnehmen oder im Rückweg. Da ich per ÖV unterwegs war, liess mir der Fahrplan keine Wahl. Nach dem letzten Schneefall war der Gletscher trotz ständiger Sonne nicht ausgeapert. Alleine wäre ich da nicht weiter gegangen. Es gab wenige grössere Spalten. Aber da hätte ich gut reingepasst. Zum Teil waren sie bedeckt und man musste gut schauen sowie mit dem Pickel tasten. Aber sonst ist er sehr einfach zu begehen. Westlich vom Punkt 3013m schnallten wir die Steigeisen ab und seilten uns los. Die herrliche und nicht zu schwere Blockkletterei musste nicht am Seil überwunden werden. Die Felsen sind sehr griffig. Nach weiteren 260 Höhenmeter Kletterei erreichten wir den Basòdino (3272.40m.ü.M.). Bei diesem Wetter sah man die „ganze Bergwelt“ rund um den Gipfel. Nur eines sah man nicht, Wolken. Nach dem Rätsel, welche Spitze welchen Namen zuzuordnen ist ging’s nach einem Gipfeltrunk ans Abklettern, was auch sehr gut bewältigt wurde. Trotzdem ich beide nicht kannte, waren wir ein eingespieltes Team. Mit Steigeisen und am Seil ging’s die gleiche Spur abwärts. Nach dem Gletscherschliff wanderten wir links von der grossen Moräne runter auf einem später markierten Weg. Da es so warm war und unsere Flaschen leer waren, genossen wir das „wilde“ Wasser, neben dem wir hergingen. Auf einer schönen Schwemmebene trennten sich unsere Wege. Walti und Martin gingen weiter via Randinascia (2156m) zur Seilbahnstation in Robiei (1891m). Ich stieg den steilen Zickzack-Weg runter zum Lago di Zött. Von einer grossen Gämsenherde wurde ich sogar noch begleitet. Steinböcke zeigten sich nicht. Da bestaunte ich nur das gewaltige Exemplar auf Hikr von pelle9360, *Sentiero glaciologico del Basodino. Dem Lago di Zött entlang entdeckte ich 2 „Turnschuhgeher“, die mit grosser Mühe die mit Schmelzwasser benetzte Felswand oberhalb des Sees runter turnten. Ich konnte denen noch die Richtung weisen, dass es nicht noch gefährlicher wurde. In der Capanna Basòdino verstaute ich das zurückgelassene Material und sprintete zur Seilbahnstation Robiei. Dort traf ich meine beiden Kollegen wieder.
Nach der Seilbahnfahrt durfte ich bis nach Locarno mitfahren (vielen Dank Walti). Unterwegs prosteten wir noch auf den sehr gelungenen Tag.
Die Basòdino Tour würde ich gerne nochmals als Überschreitung via Kastellücke oder Nordgrat durchführen.

Hike partners: edy


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