Pic de Sauvegarde / Tuca de Salbaguardia 2738m


Publiziert von pizflora , 22. Juli 2012 um 09:52.

Region: Welt » Spanien » Aragonien » Huesca
Tour Datum:17 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E   F 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 900 m
Unterkunftmöglichkeiten:Hostal Parque Natural, etwas oberhalb von Benasque, ist zu empfehlen (gutes Nachtessen, angenehme Zimmer, Frühstück für Frühaufsteher), 45Euro HP.

Der Pic de Sauvegarde wurde schon während der Belle Epoque, als die Schönen und Reichen in den Pyrenäen ihre Sommerfrische und Badekuren veranstalteten, häufig bestiegen. Es heisst sogar, der Weg sei von einem findingen Hotelier "erbaut" worden, der dafür dann "Eintritt" verlangte. Da würde auch heute noch einiges zusammenkommen, wenn man die Menschenmassen, welche wir da angetroffen haben, bedenkt. Der Berg ist einfach vom Port de Benasque und somit vom GR 10 aus zu besteigen. Es gibt eine etwas ausgesetzte Stelle auf abschüssigen Platten, welche aber durch ein Drahtseil entschärft ist. Könnte aber bei Nässe durchaus etwas unangenehm sein.

Von Benasque kann man bis zum Parking kurz vor dem Hospital de Benasque fahren, danach bringt einen ein Bus (ab 8h ca. alle halbe Stunde) zur La Besuerta auf ca. 1900m, von wo man auf dem GR10 richtung Pass Puerto de Benasque geht. Kurz vor der Passhöhe zweigt der Weg links ab und zickzackt auf den Gipfel. Von Besuerta aus in ca 2 bis 2.5h zu machen. Zurück sind wir nicht zurück auf dem Aufstiegsweg, sondern kurz nach erreichen des Hauptweges rechts abgebogen, wo ein guter Weg durch einen Lawinenhang mit weissem Kalkgestein wieder ins Tal und zurück zum Parking führt. Da die meisten Leute auf dem GR10 blieben, waren wir auf dieser Route praktische allein, was man vom restlichen Tag nicht behaupten kann. Wenn man auf den Bus verzichten will, bietet sich ein Aufstieg auf diesem Weg an.

Auf dem Gipfel verfassten wir wiederum eine Liste der Pflanzenarten, so wie ca. 130 Jahre vor uns schon Joseph Vallot, der einigen vielleicht vom Mont Blanc bekannt ist, und der auch in den Pyrenäen aktiv war als Wissenschaftler und Bergsteiger.

Das Ereignis des Tages war, dass uns ein spanischer Wanderer unseren Wanderstock, den wir als Markierung unseres "Forschungsperimeters" 10m unterhalb des Gipfels (wo wir notabene noch sassen!) eingepflanzt hatten, mitlaufen liess. Wir merkten es erst auf dem Abstieg. Obwohl die Pflanzenaufnahme noch nicht ganz fertig war, konnte ich mich aus Wut sowieso nicht mehr auf Pflänzchen konzentrieren und rannte den "Dieben" nach. Ich holte sie in der Schlüsselstelle, am Drahtseil hängend, ein und schrie ihnen etwas, von dem ich denke, es hiess "gebt unseren Stock her" nach. Das tat er dann auch, aber nicht ohne mich unfreundlich zuzutexten mit etwas, von dem ich denke es hiess "der stand da, wir haben ihn gefunden, der gehört also eigentlich uns". Wahrscheinlich war er unglücklich, seine "Beute" wieder hergeben zu müssen, und ich versuchte zwar noch zu erklären, dass der Stock durchaus seinen Zweck hatte, und dass man wohl die 10m davon weg sitzenden Leute mal schnell fragen kann, ob der Stock ihnen gehört bevor man ihn mitlaufen lässt, aber das gelang mir mit meinem Spanisch-Italienisch-Französischen Kauderwelsch wohl nicht, und unser Streit endete damit, dass ich den Herrn schliesslich stehen liess. Vielleicht wäre das noch länger weitergegangen, wenn wir nicht grad die Schlüsselstelle blockiert hätten.... - als mich einige danebenstehende Franzosen schliesslich fragten, wo ich her sei, lachten wir alle herzlich über meinen Schweizer Gerechtigkeits- und Leichtsinn... Anscheinend wird man in Spanien nämlich nicht bestraft, wenn man ein nicht abgeschlossenes Velo entwendet, weil der Besitzer dann selbst Schuld hat, wenn es weg ist.... Dass das Konzept auch für Wanderstöcke gilt, wissen wir nun.

Tourengänger: pizflora


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