Pic Blanc du Galibier (2955 m) und Refuge de la Pilatte (2577 m)


Publiziert von morphine , 12. Juli 2012 um 21:09.

Region: Welt » Frankreich » Hautes Alpes - Dauphiné
Tour Datum:31 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:Galibier-Passtraße - Pic Blanc du Galibier, La Bérarde - Combe du Pré - Refuge de la Pilatte - Glacier de la Pilatte

Über viele Cols in den Süden

Im Sommer 2009 wollte ich mir mal einen Teil der Französischen Alpen anschauen. Ziel sollten die weit im Süden aufragenden Berge der Dauphiné sein.


31.07.2009 Pic Blanc du Galibier (2955 m)

Über viele und teils sehr hohe Pässe, die ich nur von den Übertragungen der Tour de France kannte, reiste ich an. 

1. Pass Großer St. Bernhard
2. Pass Kleiner St. Bernhard
3. Pass Col del Iseran
4. Pass Col du Telegraph
5. Pass Col du Galibier

Am Galibier kann man abkürzen und sich unterhalb der Passhöhe durch einen Straßentunntel hindurchmogeln. Ich befuhr jedoch die steile und recht schmale -bei den vielen Rennradfahren auch abenteuerliche- Passtraße bis auf  über 2600 m. Später parkte ich mein Auto etwas weiter unten auf dem großen Parkplatz am südlichen Tunnelausgang.

Nach der langen Anreise war es schon reichlich spät. Dennoch lockte von hier ein leicht zu erreichender Bergrücken in westlicher Richtung. Spontan entschied ich, diesen zu ersteigen. Schnell hatte ich die Wanderschuhe angezogen und den Rucksack geschulter und stapfte voller Entdeckerdrang einen staubigen gut zu erkennenden Wanderweg in Richtung des mir unbekannten Bergkamms.

Bald schon ging es recht steil gerade hinauf zu eine Art Vorgipfel. Danach immer über den Berggrat in leichter bis mäßig schwieriger Wanderung auf den Hauptgipfel. Das es sich dabei um den Pic Blanc du Galibier handelte, habe ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gewusst. Von hier oben war jedenfalls ersichtlich, dass sich der Grat noch viel weiter fortsetzte und über diesen noch höhere Gipfel weiter nördlich erreichbar waren. Die Fortsetzung sah nicht sehr schwierig aus, allerdings war es mir jetzt am frühen Abend bereits zu spät und so verweilte ich lieber auf diesem schönen Aussichtspunkt, der mir sehr interessante  Ausblicke auf die südlichen Bergriesen Barre des Ecrins, Pic Gaspard und natürlich die nahe La Meije bescherte. Auf der anderen Seite fiel vor allem die an eine Mondlandschaft erinnernde Gegend um den Galibierpass ins Auge. Ich genoss noch die Abendsonne und stieg dann wieder gemütlich über meine Aufstiegsroute zum Parkplatz zurück.


01.08.2009 Refuge und Glacier de la Pilatte (2577 m u. 2618 m)

Am nächsten Morgen gings über den Col du Lautaret hinunter durchs Romanchetal nach La Grave. Kurz vor Le Bourg d´Oisans bog ich links in das Tal des Vénéon ab. Zunächst führt die gut ausgebaute Straße taleinwärts. Später windet sich die Talstraße durch enge Dörfer und an steilen Felshängen vorbei bis nach La Bérarde.

Hier, mitten im Nationalpark, startete ich am Vormittag meine Wanderung durch das Vénéontal bis in den hintersten Talwinkel mit dem Glacier de la Pilatte. Es ging im Talboden immer dem Gebirgsbach entlang.

Dabei konnte ich immer wieder Gämsen beobachten und sogar ein Hermelin sprang vor mir über den Weg und hüpfte durch die Wiesen davon. Eh´ ich jedoch meine schwere Kamera herausgekramt hatte, war es längst über alle Berge.

Auf der linken Talseite tauchte schon bald der hohe Gipfel des fast Viertausenders L´Ailefroide (3954 m) mit seiner mächtigen Nordwestwand auf.  Den Gipfel der Barre des Ecrins konnte ich dagegen erst weiter oben im Tal rückblickend ausmachen.

Die Schlussetappe führt dann den rechten Talhang hinauf und schließlich teilweise im Zickzack über steilere Schutt- und Geröllpassagen hinauf zur Hütte. Diese befindet sich oberhalb der Gletscherzunge des Galcier de la Pilatte. Den höchst eindrucksvollen Talschluss bilden die stark vergletscherten Nordabstürze  des Les Bans Massivs.

Hinter der Hütte verfolgte ich den Weg weiter in Richtung Talschluss. Zunächst verlief der Weg hoch über der Zunge des Gletschers. Später ging es über steile teilweise versicherte Felsen hinunter bis auf ´s Eis. Ein paar Schritte folgte ich der Trasse auf dem Gletscher und machte noch ein paar Fotos. Dann kehrte ich zu einer ausgedehnten Pause zurück zur Hütte, wo ich auf der geräumigen Terasse den herrlichen Sommertag genoss.

Am späten Nachmittag machte ich mich dann wieder auf den langen Rückweg nach La Bérarde, wo ich abends wieder eintraf.

Tags darauf reiste ich morgens unter Begleitung von heftigen Sommergewittern wieder über den Col del la Croix de Fer und den Col de la Madelaine -teilweise ziemlich orientierungslos- in nördlicher Richtung haltend ab. Irgendwann folgte ich dem Hinweisschild nach Albertville und von dort aus gings in Richtung Mont Blanc zurück in die Schweiz.


Fazit

Zwei schöne Wanderungen in einer faszinierenden mir völlig unbekannten Landschaft.

Die spontane unvorbereitete Aktion führte zwar zu leichten Orientierungsproblemen, war aber gerade deshalb um so interessanter.

Tourengänger: morphine


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