Il Duetto im tiefsten Winter


Publiziert von ossi , 19. Dezember 2007 um 15:33.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:14 Dezember 2007
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Zürcher Oberland   CH-SG   CH-ZH 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 650 m
Abstieg: 650 m
Strecke:Steg-Früetobel-Bärloch-Brüttental-Roten Südwand-Roten-Steg

Tiefschneefahren tu ich ja schon lange. Jetzt hab ich aber eine neue Sportart entdeckt: Tiefschneewühlen. Ich wollte schon lange mal wissen, ob die Tösstaltouren auch im Tiefschnee begehbar sind. Zuerst wollte ich den Früetobel-Quergang begehen, bekam dann auf der Fahrt nach Steg aber doch mehr Lust auf den klassischen Anstieg über den Mittelsporn. An dieser Stelle gehe ich vor allem auf die Verhältnisse ein. Interessierte wählen zu den einzelnen Routenbeschrieben im Verzeichnis "Früetobel" und/oder "Roten Südwand".

Früetobel: Der Bach war gut begehbar und führte nicht viel Wasser, auch in Sachen Schneemenge hielten sich die Verhältnisse in Grenzen. Ab etwa 800m lag dann aber doch ein guter halber Meter Schnee. Dank der Schneeschicht war der Boden nicht gefroren, Tritte konnten also gut mit den Bergschuhen geschlagen werden. Bei gefrorenem Boden geht es wohl nicht ohne Eisen an den Füssen (?). Das Erdreich am Mittelsporn und auch im Quergang war recht dick, der Pickel griff gut. Ohne Pickel ist aber von einer Begehung bei Tiefschnee abzuraten: Die Wurzelgriffe sind teilweise nur sehr schlecht zu finden und müssen vom Schnee und dünnen Eisschichten befreit werden. Gewarnt sei auch vor lose herumliegenden Wurzeln, die als solche im Schnee nicht erkenbbar sind. Während die Ausstiegsrinne dank der Steilheit weniger Schnee führte, musste im kurzen Quergangsstück der Schnee erst weggeschaufelt werden, damit die Topographie des Geländes überhaupt sichtbar wurde.

Auf Höhe Bärloch merkte ich dann, dass noch Zeit war für ein weiteres Wändchen: Also auf zum Roten! Dies würde zwar keine Trilogie geben, aber immerhin ein Duett, deshalb der Name.

Roten Südwand: Ins Beschtentobel wird am besten im Flussbett eingedrungen. Der Fluss (eher Bach) führte nur wenig Wasser. Der untere Teil der Wand bot einige kniffligere Wurzelstellen bei Früetobel-Verhältnissen, der mittlere Abschnitt ist etwas flacher und heuer trotz sehr viel Schnee ordentlich gut begehbar. Die Überwindung der steilen Grashalde bei der Nagelfluhstufe war noch deutlich mehr eingeschneit als die Hänge im Früetobel: Zuerst musste ich mich durch einen kleinen Lawinenkegel wühlen und paketweise Schnee wegschaufeln, bis ich am Einstieg der steilen Grashalde stand: Ähnlich wie im Früetobel ging es auch hier über Wurzeln aufwärts, der Pickel erwies sich als sehr willkommener Begleiter.

Der letzte Hang bot dann ausser noch mehr Schnee keine wirklichen Gefahren bzw. technische Stellen. Allerdings habe ich noch nie eine so anstrengende Rotenbesteigung gemacht, ein Vorwärtskommen im Tiefschnee war nur langsam möglich. Nach dem Roten auf dem Normalweg runter nach Steg.

Fazit: Ein hart erkämpfter T5, bei diesen Verhältnissen aber ausserordentlich schön und eine Alternative zu den sonst eher feucht-schmutzigen Verhältnissen in den Tösstalwänden.


Tourengänger: ossi

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Kommentare (1)


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Delta Pro hat gesagt: GREAT!
Gesendet am 19. Dezember 2007 um 15:40
Herzliche Gratulation!
Traumhafte Verhältnisse mit weniger Dreck im Zürcher Oberland!
Gruss Delta


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