Ringelspitz Überschreitung (Gigerwaldsee - Risegggrat)


Publiziert von Becks , 11. Mai 2012 um 21:03.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:14 Juli 2007
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-SG 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 2300 m
Abstieg: 2300 m
Strecke:30 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Per Auto nach Vättis, dann hoch nach St. Martin
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Rundtour :)
Unterkunftmöglichkeiten:Ringelspitzhütte

Wieder eine Kurzbeschreibung einer Tour, die man selten findet. Ausgang war die Tourenbeschreibung von Cyrill durch das Glaserrrus Couloir (http://www.hikr.org/tour/post95.html ). Die Route reizte mich, daher beschloß ich, diese ebenfalls zu erkunden.

Die Situation an dem Tag war nicht wirklich ideal, als ich morgens ins Calfeisental fuhr regnete es leicht. Trotzdem stellte ich das Auto bei St. Martin ab und wanderte im Dunkeln los. Im Gepäck befanden sich lediglich zwei Eisgeräte, Helm, Steigeisen, 30m Halbseil, Gurt sowie ein paar Schraubkarabiner und ein paar Schlingen).
Der Weg folgte zunächst in Richtung Sardonahütte, dann weiter Richtung Schräawislihütte. Von dort aus folgt man in Richtung Süden dem Weg hoch bis zur Schafälpli. Ich sparte mir den Schlenker und stieg direkt entlang des Wislitöbeli die Wiesen hoch.
Auf 2400m zeigte sich dann, daß meine Idee nicht ganz ideal war. Das Couloir war ziemlich ausgeapert, vom darunter liegenden Gletscher nicht mehr viel übrig. Beim Aufstieg zum Couloir offenbarte sich dann noch ein weiteres unangenehmes Detail. Etwa alle 20-30 Sekunden rauschten Steinbrocken in Faust- bis Kopfgröße die Rinne herunter, keinerlei Chance dort lebend hoch zu kommen.
Da eh nichts anderes sinnvoll erschien wich ich auf 2500m dem Kessel folgend in Richtung Nordosten bis zum schuttigen Hang aus und folgte diesem hoch in Richtung Grat bei P2668 (Risegggrat) und dann weiter durch eine Rinne aufwärts, welche einen Felsriegel bei grob 2600m durchbricht. In der Rinne traf ich auf die ersten Spuren anderer Leute in Form einer zurückgelassenen Schlinge. Der weitere Weg folgte dem Grat in Richtung P3156 (Wegspuren, Steinmännchen) und von dort zum Gipfelturm. Diesen ging es dann ungesichert dir direkte Linie rauf (IV, IV+) zum Gipfelkreuz.

Somit war das erste Ziel erreicht, ich war oben.

Der weitere Weg benötigt keine weitere detaillierte Beschreibung mehr, er ist oft genug erwähnt. Abseilend- und Abkletternderweise ging es zunächst den Normalweg runter, dann  weiter zur Ringelspitzhütte. Von dort aus nach einer kurzen Pause folgte ich dem Weg ins Tal nach Kunkels, von dort aus dann weiter nach Vättis und dann hoch zum Auto.

Dort angekommen war ich dann doch froh dass St. Martin eine urige Kneipe besitzt, in der man die glühenden Sohlen bei einem Bier kühlen kann. :)


Technisches/Details:

Einsame Route, was durchaus von Vorteil ist. Die Bilder zeigen es bereits, in der Route liegt alles lose herum. Insbesondere die Rinne bei 2600m ist extremst steinschlaggefährlich, ich habe beim Aufstieg einige Kubikmeter Fels entsorgt, teilweise durch simples Handauflegen.

Der Gipfelturm kann an einem Stahlseil erklommen werden, dann wird aus der IV eine II. Für die Abseilstellen an der Normalroute benötigt man jedoch ein Seil, abklettern ist nicht ganz trivial.

Die Route ist lang, wenn man sie als Tagestour geht.




Tourengänger: Becks


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