Binntal - Hohsandhorn (3182m)


Publiziert von Daenu , 8. Januar 2012 um 13:47.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:31 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Postauto ab Fiesch.
Kartennummer:1270

Den Ruhetag in unserer Binntalwoche nutze ich dazu, eine etwas ausgedehntere Tour zu machen. Mein Ziel: von Fäld aufs Hohsandhorn und wieder zurück.

Eine Stirnlampe wäre jetzt nützlich... Da wir eigentlich keine nächtlichen Aufbrüche geplant haben ist diese leider zu Hause geblieben. So ertaste ich mir den Weg aus Fäld heraus auf die Strasse oberhalb des Wilers. Dieser folge ich über Brunnebiel und Freichi, wo es langsam hell wird. Bei P.1952 verlasse ich die Strasse, überquere den Bach und steige auf dem Wanderweg in Richtung Binntalhütte auf. Bei P.2098 wähle ich den linken Weg zur Mittlebärghütte - wobei ich mir zuerst einen Weg durch sumpfiges Gelände suchen muss. Schnell gewinne ich auf dem guten Pfad an Höhe, schon bald stehe ich vor der Mittlebärghütte. Es windet stark und das kleine Windrad auf der Kuppe knattert vor sich her.

Nun geht es zuerst eben weiter, dann auf Wegspuren hinunter zu einem kleinen Grasrücken (ich widerstehe der Versuchung, das Blockfeld zu queren um die Höhe zu halten). Ich folge diesem Rücken und quere den Nordhang des Tälli auf Wegspuren, immer leicht ansteigend. Oberhalb von P.2578 endet der Weg an einem grossen Steinkreis. Der See ist nicht zu sehen, eine Schlammebene zeigt an wo er sich normalerweise befindet. Ich steige auf Geröll an den nördlichen Rand dieser Ebene hinunter und folge dem Bach gegen Osten.

Schon bald zeigt mir ein Steinmännchen die Stelle an, wo ich links in der Geröllflanke aufsteigen muss. Über ein, zwei Kuppen erreiche ich ein Bödeli, etwas links von P.2807. Der weitere Routenverlauf kann gut erahnt werden, ausserdem weisen einzelne Steinmännchen und Wegspuren den Weg. Am besten hält man sich an die mit etwas Pflanzen bewachsene Rippe ungefähr in der Mitte des Hanges. Das Geröll ist hier erstaunlich kompakt, der Aufstieg - obwohl steil - um einiges angenehmer als befürchtet. Ich erreiche ein weiteres Bödeli, steige noch einmal über einen Geröllhang auf und stehe vor den Überresten des Gletschers unterhalb des Mittlebärgpasses. Er ist fast flach und lässt sich leicht überwinden, auch ohne Steigeisen.

Nun folgt die Schlüsselstelle der Tour. Die Flanke unterhalb des Passes ist fast schneefrei. Ich steige über loses Geröll gegen das übriggebliebene Schneefeld auf und quere darunter an dessen linke Seite. Leicht links darüber befindet sich der Einstieg in die kurze Kletterstelle (etwa in der Mitte des roten Gesteins). Über schuttige Bänder steige ich gegen die weissen Felsen rechts oben auf. Sicherungen gibt es keine, aber dank guten Griffen empfinde ich die Kletterei nicht als heikel. Der Mittlebärgpass ist erreicht.

Ich wende mich nach rechts, halte geradewegs gegen das Schneefeld in der Westflanke des Hohsandhorns zu und gehe in die kleine Senke hinunter. Dort treffe ich wieder auf Wegspuren und folge diesen durch den Geröllhang hinauf, rechts am Schneefeld vorbei. Oberhalb davon steige ich in den weissen Blöcken auf, komme wieder in schwarzen Schutt und zum Gipfelkreuz des weitläufigen Gipfels. Die Aussicht ist toll, aber der Wind lädt nicht zu langem Verweilen ein.

Bis zum Gletscher unterhalb des Mittlebärgpasses erfolgt der Abstieg auf der Anstiegsroute. Auf dem Bödeli unterhalb des ersten Geröllhanges wende ich mich nach rechts und steige im Geröll auf ein weiteres Bödeli auf ca. 2850m ab. Ich quere den Hang auf Geröll und viel Blockgestein - zum Teil leicht aufsteigend um die steilsten Stellen zu umgehen. Dann steige ich über Blöcke gegen P.2802 ab (Wer Blockfelder nicht mag sollte besser auf der Anstiegsroute absteigen). Über Gras und Geröll steige ich noch etwas weiter gegen Südwesten ab, komme an einem kleinen Seelein vorbei (nicht auf der Karte) und gelange so zum Beginn des Rückens, dem ich bis zum Mittlebärg folge. Der Rücken ist mal schmal, mal breit, die schmalsten Stellen kann man direkt überschreiten oder links umgehen. Die  Gegensteigungen sind zahlreich aber ohne nennenswerte Höhenmeter.

Vom Mittlebärg steige ich gegen Nordwesten ab, bis ich unweit von P.2398 den Wanderweg erreiche. Diesem folge ich hinunter ins Turbetal. Auf der rechten Talseite wandere ich auf hübschem Weg mit schöner Sicht ins Bachtobel talauswärts, erreiche die Alp bei den Wolflechern und schon bald darauf die Strasse. Dieser folge ich über Freichi und Brunnebiel nach Fäld zurück. Die letzten Kehren kürze ich auf dem Wanderweg ab - jetzt ist es ja hell...

Tourengänger: Daenu


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