Pinzgauer Spaziergang .... und mehr!


Publiziert von hgu , 9. September 2011 um 14:51.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Kitzbüheler Alpen
Tour Datum: 3 September 2011
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 3000 m
Abstieg: 3000 m
Strecke:ca. 50 km
Kartennummer:AV Blatt 34/2

Kitzsteinhorn, Großglockner, Großvenediger....
...ständig begleiten uns diese Gipfel auf unserem langen Weg von der Schmittenhöhe zur Bürglhütte.
Mit der Bahn schweben wir am Morgen von Zell am See hinauf und wandern bis zum Abend zur Bürglhütte.
10 Stunden, 27 km, ca. 1000 hm und Sonne ohne Unterlass bedeuten nicht nur Genuss! Es wird ein langer Weg und eine harte Prüfung - aber letztendlich sitzen abends acht Freunde am Tisch in der urigen Bürglhütte.
Die Füße und viele andere Knochen schmerzen, einige Blasen müssen getapt werden und ein Kreislauf läuft nicht mehr richtig rund! 
Gutes Essen, einiges an Flüssigkeit und dann eine erholsame Nacht im Lager.... und schon ist der Akku wieder geladen.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Bochumer Hütte.
Wieder begleitet uns die Sonne, diesmal aber durch eine leichte Wolkenschicht gedämpft. Wir steigen einen Teil des Weges vom Vortag zurück, steil hinauf zur Murnauer Scharte. Nach 45 Minuten ist diese erreicht und wir wandern dem Geißstein entgegen. Diesen hohen Grasberg lassen wir aber links liegen, da wir bereits vorher am Hochtor abbiegen und die östliche Flanke des Gaissteins querend zur Schusterscharte absteigen. Leicht felsiges Terrain erfordert sicheren Schritt und kühlen Kopf und wenig später rasten wir zwischen schönen Boulderblöcken.
Richtig zur Mittagszeit taucht der Torsee auf; ein herrliches Kleinod. Wir bleiben: Rasten, essen und trinken, schlafen, schwimmen und genießen dieses Idyll! 
Im Sprint wird der Gamshag besucht und das nahe Ziel, die Bochumer Hütte erspäht!
90 Minuten später sitzen wir auf der Terasse dieses Ruhrpotthauses und genießen kühle Getränke und eine redseelige Wirtin, die es ja so schwer hat, hier oben in den Kitzbüheler Bergen!
Die Rast auf der Terasse ist von kurzer Dauer; es zieht zu und der Wind frischt auf!
Wir ziehen in den Gastraum um. Der freundliche Hüttenwirt, ein gelernter Koch, serviert ein gutes Essen und auch die Zimmerlager sind in Ordnung. Eine erholsame Nacht endet mit einem guten Frühstücksbuffet. Nur die Rechnung tut dann weh! Wir  zahlen als AV-Mitglieder 45.- Euro für ein Zimmerlager mit HP und 4 Halbe, einfach zu viel!

Wie der Preis so das Wetter; es regnet und zwar anhaltend.
Wir teilen uns: Vier (Jutta, Marion, Moni und Julia) wandern hinunter nach Kitzbühel, nutzen Bus und Bahn und schweben mit der Seilbahn in Fieberbrunn zur Bergstation hinauf. Von dort steigen sie in 70 Minuten, dem Regen trotzend, hinauf zum Wildseeloder Haus. Das tolle Berghaus empfängt die durchweichten Mädels mit prasselndem Feuer im Kachelofen und einer behaglichen Atmosphäre im Gastraum. Die herzliche Aufnahme tut gut und der Blick ins Lager erfreut. Als die Duschen inspiziert werden glänzen die Augen! Einfach Luxus und genau die richtige Antwort auf stundenlanges Wandern im strömenden Regen!

Teilgruppe 2, mit Birgit, Bernhard, HW und mir suchen zu Beginn den Weg zur Hochwildalm. Nach 2 3/4 Stunden kehren wir bei Wolfgang Feiersinger, dem ehemaligen Fussballprofi und jetzigen Hüttenwart der 10-Bett-Privathütte ein. Völlig durchnäßt genießen wir das prasselnde Feuer im Bollerofen und die wärmende Suppe. Den "Watzmann" mitsingend bricht Bernhard das Eis und erntet Wolfgangs Sympathie. Nur schwer finden wir den Weg hinaus, aus dieser schützenden Hütte, in die verregnete Wirklichkeit der rauhen Bergwelt!
Doch wir müssen weiter, 3 Stunden im weiterhin strömenden Regen liegen noch vor uns!
Wir nehmen die Herausforderung an und steigen viele Höhenmeter hinauf und wieder hinab, um dann wieder aufwärts zur nächsten Scharte zu "schwimmen".
Nach knapp sechs Stunden reiner Wanderzeit taucht der Wildseeloder auf und Minuten später die Hütte.
Teilgruppe 1 wartet schon auf uns und läßt sofort erkennen, hier sind wir gut aufgehoben. Wir machen die gleichen Erfahrungen wie die vier Mädels und finden das Wildseeloder Haus einfach super!
Der Tag geht langsam zu Ende und wird fühlen uns pudelwohl.

Unser Abreisetag ist nun angebrochen und wir werden wieder vom Wetter verwöhnt. Die Sonne bahnt sich ihren Weg und der kräftige Wind der Nacht hat die Feuchtigkeit weitgehend vertrieben. Wir nutzen die Gelegenheit und wandern nochmals hinauf zur Jufenhöhe (1890m) und ich schaue mir noch schnell -über den "scharfen" Weg (T 4) -  die Henne an, um den tollen Blick und das atemberaubende Ambiente zu genießen.
Bei unserer Rückkehr zur Hütte treffen die ersten Tagesgäste ein, welche in 60 bis 90 Minuten von der Bergstation Lärchfilzkogel (1654 m)  hier hinauf zum Wildseeloder Haus wandern.

Wir steigen ab, in Gegenrichtung dem Strom der Karawane entgegen. Viele viele Male entschwindet ein Hallo, Servus oder Grüß Gott unseren Lippen und unser Blick in die Gesichter des Begegnungsverkehrs läßt uns das ein oder andere Mal schmunzeln.

Mit der Bahn schweben wir um 11:30 Uhr nach Fieberbrunn hinunter und sind wenig später auf der Heimfahrt.
Eine erlebnissreiche Wanderung findet so ihr Ende! 

Als Empfehlung möchte ich eine Warnung aussprechen.  Der Pinzgauer Spaziergang, von Schmittenhöhe zur Bürglhütte oder umgekehrt, ist eine Herausforderung! Bei guten Bedingungen geht der geübte Wanderer 8 Stunden, zuzüglich Pausen! (ca. 27 km, 800 bis 1000 hm) Es gibt so gut wie keine Hütte am Wege und wer in Schmittenhöhe ankommt und mit der Bahn ins Tal möchte, der sollte die Abfahrtszeit der letzten Bahn immer vor Augen haben!   
   
Ansonsten rege ich eine Wiederholung an, es war schön!

hgu,
im September 2011 


Tourengänger: hgu

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