Piz Salteras 3111 m - die Albula-Dolomiten von ganz nahe


Publiziert von Ivo66 Pro , 25. August 2011 um 19:30.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Albulatal
Tour Datum:25 August 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1370 m
Abstieg: 1370 m
Strecke:Naz - Val Tschitta - P. 2994 m - Nordwestgrat - Piz Salteras
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Der kleine Weiler Naz liegt an der Albulapasstrasse, von Bergün anfahrend kurz vor Preda. In einer markanten Linkskurve, bevor die Strasse über eine Brücke führt, gibt es Abstellmöglichkeiten für 2 oder 3 PW's (Wanderwegweiser). Weitere, wenige Parkmöglichkeiten kurz danach.
Kartennummer:1:25'000 Savognin und Albulapass

Die meist nicht einfach zu erreichenden Berggipfel zwischen dem Albulatal und dem Oberhalbstein werden wenig bestiegen. Das Gipfelbuch auf dem Piz Salteras stammt aus dem Jahre 1979 und hat noch viel Platz. Unser heutige Eintrag war erst der 2. in diesem Jahr; der 1. Eintrag stammt vom 11. August 2011. Im Durchschnitt wuchs das Gipfelbuch zuletzt etwa um 5 Einträge pro Jahr.

Wahrscheinlich wird der Gipfel im Winter (mit Skis) etwas häufiger bestiegen, obwohl aufgrund der Steilheit der ihn umgebenden Flanken die Skitour als sehr anspruchsvoll bezeichnet werden kann. Dannzumal aber liegt das Gipfelbuch wohl unter einer dicken Schneedecke.

Der Piz Salteras ist aber auch als Sommerbesteigung auf jeden Fall lohnend, wenn man bereit ist, an einer zwar nicht sehr langen, aber enorm steilen Stelle im Schutt, Sand und Geröll zu leiden. Wir kämpften uns hier zeitweise auf allen Vieren hoch. Schwierig zu sagen, wie steil die Stelle war (50°?), wäre sie aber 1° steiler gewesen, wären wir wohl kaum hochgekommen.

Aber die Mühen, die ausserdem nur kurz waren, haben sich gelohnt. Der Piz Salteras bietet ein besonders eindrückliches Gipfelpanorama; der mächtige Dolomitkoloss, der Piz Ela, liegt in unmittelbarer Nachbarschaft und die Aussicht reicht über mehr als halb Graubünden und bis zum Ortler.

Der Zustieg von Naz, im Albulatal, ist landschaftlich wunderschön; man wandert gemütlich durch herrlich duftende Arvenwälder die Täler hoch; eine Szenerie ähnlich jener im Nationalpark, nur viel, viel einsamer. Dem weniger ambitiösen Bergwanderer kann - identisch mit unserer Aufstiegsroute bis zum Verlassen des Wanderwegs - die Passüberschreitung von Naz/Preda nach Tinizong über die Fuorcla da Tschitta wärmstens empfohlen werden (T2). Diese erfordert zwar ebenfalls ein grosses Mass an Kondition, bietet aber landschaftlich unheimlich viel und ist sehr abwechslungsreich. Ich würde sie jedoch in umgekehrter Richtung, also in Tinizong startend, angehen, da man dann den kürzeren Abstieg vor sich hat und die schönen Arvenwälder zum Schluss der Tour zur Abrundung geniessen kann.

Routenbeschreibung:

Naz - Val Tschitta bis ca. 2650 m. ü. M. (T2)

Von Naz wandert man auf dem in Richtung "Fuorcla da Tschitta" bzw. "Tinizong" ausgeschilderten, markierten Bergwanderweg durch ein bewaldetes Tal hinauf. Eine Abzweigung ist ausgeschildert; der Bergweg verläuft weiter ins Val Tschitta und erreicht allmählich Alpgelände. Nach einem längeren, ziemlich steilen Wegstück erreicht der Pfad eine kleine Hochebene, wo man die vom Piz Salteras herunterfliessenden Moränenströme sieht. Hier verliessen wir den Bergwanderweg.

Weiter zu P. 2994 m (T5)

Der Moränenschutt ist vor allem im unteren Teil recht gut begehbar. Es gilt, in möglichst bequemem Gelände (man merkt bald, wo dies der Fall ist) die Einsattelung bei P. 2994 m zwischen dem Piz Salteras (in Aufstiegsrichtung gesehen links) und dem Piz Val Lunga (rechts) anzupeilen.

Gegen oben wird das Schuttgelände allmählich steiler und vor dem letzten Steilaufschwung etwas mühsamer zu begehen. Man peilt das in einem kurzen Abschnitt enorm steile, breite Schuttcouloir an, eher links von P. 2994. Diese Steilstufe wird erst ganz kurz vor Erreichen des Grats etwas weniger steil. Der Untergrund besteht zum Teil aus griffigem zusammengepressten Kieselsteinen, gepaart mit feinem Schutt und auch sonst viel losem Material. Da kaum mit Gegenverkehr zu rechnen ist, hält sich aber die Steinschlaggefahr in Grenzen.

P. 2994 - Piz Salteras (T3)

Der Schlussaufstieg über den bis kurz vor dem Gipfel breiten Grat ist dann im Gegensatz zum vorher Erlebten ein angenehmer Spaziergang durch feinen Schieferschutt, auf dem hin und wieder Wegspuren zu erkennen sind. Der letzte Teil des, allerdings flach werdenden, Grats ist dann wieder felsig und relativ schmal, jedoch kaum ausgesetzt und gut begehbar.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


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Kommentare (2)


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Kik Pro hat gesagt: Alternative: ONO-Grat
Gesendet am 25. August 2011 um 23:28
Wir haben vor ein paar Jahr den ONO-Grat zum Aufstieg und dann auch wieder Abstieg benutzt. Das geht auch nicht ohne Schutt ab, war aber unproblematisch. Die paar schoko-braunen Stufen lassen sich einfach überkraxeln oder umgehen, sicher nicht mehr als T4.
Viele Grüsse Kik

Ivo66 Pro hat gesagt: RE:Alternative: ONO-Grat
Gesendet am 26. August 2011 um 06:37
Das war wohl die bessere Wahl. Ich habe mich wieder mal an den SAC-Clubführer gehalten. Der ONO-Grat ist dort leider nicht erwähnt. Tatsächlich habe ich mir dann von oben den ONO-Grat noch näher angeschaut, konnte den Verlauf aber nicht bis ganz unten einsehen, weshalb wir dann halt wieder die Super-Steil-Variante auch für den Abstieg wählten. Absurfen geht dort leider nicht, weil es einfach zu steil ist und der Untergrund von hart bis rutschig ständig wechselt.

Aber vielen Dank für Deinen Tip, den ich nächstes Mal ausprobiere, denn dieser einsame Berg verdient eine zweite Besteigung.

Viele Grüsse, Ivo


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