"Der geht ja mit dem Kopf voran die Stiege runter!" ☺


Publiziert von mountainrescue Pro , 3. Oktober 2010 um 14:31.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Ennstaler Alpen » Eisenerzer Alpen
Tour Datum: 3 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-ST 
Zeitbedarf: 3:00
Aufstieg: 910 m
Abstieg: 910 m
Strecke:Präbichlerhof-Rössl-Reichenstein Gipfel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Leoben-Trofaiach-Vordernberg auf den Präbichl. Am Ende der Präbichlpasshöhe nach links abzweigen zum Hotel Präbichlerhof.
Unterkunftmöglichkeiten:Reichensteinschutzhaus
Kartennummer:F&B WK Blatt 041; ÖK 50 Blatt 101

Warum ich diesen Titel gewählt habe, darauf komme ich ein wenig später in meinem Bericht zu sprechen. Ich hatte nämlich ein lustiges Erlebnis bei meiner heutigen Bergtour, bei dem ich noch immer schmunzeln muß. Darüber aber, wie gesagt, etwas später - und nun der Reihenfolge nach...



Aus dem heutigen Wetterbericht:

Alpenverein-Wetterdienst

ALPENWETTER

erstellt von der ZAMG-Innsbruck für den Alpenverein
Samstag, 02.10.2010 um 16 Uhr
Ostalpen: Nördlich des Alpenhauptkammes ist es mit immer stärker werdendem Föhn sonnig mit nur dünnen Wolkenfeldern. Östlich einer Linie Koralpe-Wienerwald hält sich der Hochnebel mit seinen hohen Obergrenzen um 1800m vermutlich den ganzen Tag. In den Südalpen auch teils hochnebelartige Bewölkung, die zusehends in Staubewölkung übergeht, dazwischen kurze Sonnenfenster. Am Abend sind dort erste leichte Niederschläge möglich. Temperaturen in 2000m im Süden +3°C und in den Föhngebieten +9°C, in 3000m -2°C bis +2°C. Mässiger, in Föhnstrichen kräftiger Wind aus Südwest.



Danach erfolgte ein Blick auf die Präbichl-Webcam, die die Nebelobergrenze bei ca. 1700m anzeigte, also war der Entschluß schnell gefaßt, dem Nebel der Täler zu entfliehen.

Bei der Fahrt auf den Präbichl wurde der Nebel immer dichter und die Landschaft durch ihn immer trostloser. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, in der Höhe aus dem Nebel zu kommen.

Der Parkplatz beim Präbichlerhof war schon zu dieser frühen Stunde gut gefüllt, allerdings standen die Autos seit gestern da, denn so beschlagen wie die Scheiben waren.... Rasch waren dann die Bergschuhe angezogen und Luca und ich eilten flotten Schrittes Richtung Berg - nur raus aus dieser feuchten, kalten, unfreundlichen Nebelsuppe. Der Weg war, durch die Feuchtigkeit, entsprechend rutschig und glatt. Zügig gewannen wir an Höhe und plötzlich, kurz unter dem Rösslhals standen wir in einem wunderschönen Bergtag. Eisenerz lag uns zu Füßen mit seinem charakteristischen Erzberg und dort war überhaupt nichts von Nebel zu bemerken. Die Präbichlpasshöhe war heute die Nebelgrenze.

Die Fernsicht war klar, rein und unbeschreiblich - die Berge zum Greifen nah. Über die Leiter ging es Richtung Gipfel, der nach knapp 1 1/4 Stunden erreicht war. Durch die frühe Stunde hatten wir ihn für uns allein und genossen eine kurze Rast mit dem Genießen der Landschaft. Wie lange wird es dauern und der Winter mit all seiner Härte wird Einzug ins Land halten? Es war windstill und angenehm, für diese Höhe und diesen Berg, etwas Ungewöhnliches. Bald darauf war es Zeit abzusteigen. Etliche Wanderer waren nun erst im Aufstieg begriffen.


Der geht ja mit dem Kopf voraus die Stiege runter....Bei der Stiege hatte ich ein lustiges Erlebnis: Luca "geht" immer links der Stiege, auf den grasdurchsetzten Felsen und kommt beim ersten Stiegenplateau auf diesselbe zurück. Dort springt er runter und "klettert" weiter die Stiegen, bis zu deren Beginn, hinab. Ein Pärchen, das sich gerade im Aufstieg befand, war von seinen "Kletterfähigkeiten" tief beeindruckt. Als Luca weiter die Stiege runterkletterte, hörte ich noch im Vorbeigehen, wie die Frau, total entsetzt, zu ihrem Begleiter sagte:" Der geht ja mit dem Kopf voran die Stiege runter!"

Na soll er vielleicht mit dem Popo zuerst absteigen???
Aber vielleicht lerne ich ihm das ja noch und dann möchte ich erst die Kommentare hören, wenn Bergsteigern ein auf diese Weise absteigender Hund "entgegen" käme!

Der Nebel war nun immer höher und höher gestiegen und 200 m vor dem Rösslhals "tauchten" wir wieder in denselben ein. Kalt, nass, feucht - ein richtiger "Novembertag" - aber egal, ein bisschen Sonne hatten wir ja tanken können!

Trackauswertung Twonav 2.2.1 mit CompeGPS 7.0.9a
Dauer: 2:55:35
Zeit in Bewegung: 2:28:22
Stillstand: 0:27:13
Strecke: 7,469 km
Maximale Höhe: 2173 m
Kum.Steigen: 908 m
Ges.Abstieg: 885 m
Mittlere Geschwindigkeit: 2.6 km/h


Tourengänger: mountainrescue


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Geodaten
 3703.gpx Reichensteintrack

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Kommentare (2)


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Saxifraga hat gesagt: sehr schön!
Gesendet am 3. Oktober 2010 um 15:08
Der Reichenstein sieht mich sicher auch bald wieder. Nette Hunde-Story ;-)

mountainrescue Pro hat gesagt: RE:sehr schön!
Gesendet am 3. Oktober 2010 um 15:13
Hallo Philipp - ja war heute eine schöne und auf die "Hundestory" bezogen recht lustige Geschichte. Momentan ist der Reichenstein wirklich einen Besuch wert. Freu mich wieder über einen aufregenden Bericht (allerdings bitte keine Wiederholung - eh schon wissen - eurer Tour ☺) von dir!
Herzlichst
Erich


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