Brienzer Rothorn (2350m)


Publiziert von Linard03 Pro , 5. September 2010 um 17:39.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum: 4 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Brienzergrat   CH-BE   CH-LU   CH-OW 
Zeitbedarf: 2:15
Aufstieg: 1109 m
Abstieg: 62 m
Strecke:Schönenboden (Sörenberg) - Stäfeli - Eisee - Brienzer Rothorn
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PW bis Schönenboden (Sörenberg, Rothorn-Talstation)

Diverse Familien-Aktivitäten standen dieses Wochenende auf dem Programm. Trotzdem wollte ich das schöne Wetter für eine kleine Tour nutzen. Ein Besuch des Brienzer Rothorn's wäre doch 'was; da stand ich letztmals vor 2 Jahren oben, anlässlich eines Familien-Treff's; allerdings per Bähnli hochchauffiert ...

Für mich war immer klar: wenn schon auf den "höchsten Luzerner", dann soll der Aufstieg auch auf Luzerner Boden erfolgen. Von der Brienzer Seite bin ich schon mal als Kind aufgestiegen; die Erinnerungen daran sind "heiss" und "lang". Auch gab's schon mindestens 2 Dampf-Fahrten von Brienz auf's Rothorn (ebenfalls empfehlenswert!)


Das Motto hiess also "Morgenstund hat Gold im Mund" ... Um einen frühstmöglichen Start zu realisieren, nahm ich den PW und fuhr zur beinahe nächtlicher Stunde nach Sörenberg. Grundsätzlich gibt es von Sörenberg aus 3 Aufstiegsmöglichkeiten: via Eisee, Nesslewäng oder Lättgässli.
Der Plan war eigentlich über's vielversprechende Lättgässli aufzusteigen, denn die Eisee-Variante ist etwas langweilig und der Direktaufstieg via Nesslewäng/Rotebode eher geröllig; zudem liegt wieder (resp. immer noch) Schnee im oberen Teil.

Das gestern bekannt gewordene Unglück eines hikr's stimmte mich nachdenklich und machte mich irgendwie auch unsicher. Im Lättgässli lag vermutlich noch Schnee, war mit Sicherheit nass; zudem soll dieser Abschnitt ziemlich steil und etwas exponiert sein. Die Kombination "alleine unterwegs + Ausrutschgefahr" liess mich jedenfalls meine Pläne ändern.

Der zwar etwas unattraktivere, jedoch sichere Aufstieg über den Eisee soll es also sein. Um 07.30 Uhr startete ich bei der Talstation der Rothorn-Bahn; Schönenboden (1240m). Leicht ansteigend geht's zum Hof "Rämsiboden", danach etwas steiler via "Stafel" zum "Stäfeli". Teilweise kann der (Ski-Fahr-) Weg mit Wanderwegen abgekürzt werden, spätestens ab "Stäfeli" steigt man jedoch auf diesen Ski-Fahrwegen in Kehren zum Eisee hoch.
Bis hierhin (ca. 1800m) erfolgte der ganze Aufstieg im Schatten; erst jetzt fielen einige Sonnenstrahlen auf die Hänge des Nesslenstock.

Die Ufer des Eisee's waren bereits mit 5 - 6 Fischern bevölkert, welche wohl ihr Glück versuchten. Dann war auch schon die grosse Hütte der Eisee-Sesselbahn-Station erreicht, wo ein Jäger vor sich hin sinnierte. Ob ihm das Jagdglück heute versagt blieb?
Ab hier verlor sich der Wanderweg etwas - oder ich habe zuwenig darauf geachtet. Jedenfalls stieg ich weglos dem Sessellift entlang hoch, querte dann nach rechts, wo ich jedoch auch kein Weg sah. Weiter oben querte ich abermals nach links und erspähte dann doch wieder mal ein Wanderzeichen. Da war ich aber auch schon kurz unterhalb der Bergstation des Sesselliftes; resp. des Tunnels, welcher zur Rothorn-Bahn führt.

Trotz der richtigen Meteo-Voraussage hoffte ich auf etwas schöneres Wetter: während des ganzes Aufstiegs war's bewölkt, mit einigen sonnigen Abschnitten. Jedenfalls schaufelten die Berner kräftig Nebel hoch, während die Luzerner sich um einen blauen Himmel bemühten. Jetzt, kurz unterhalb des Gipfels, steckte ich jedenfalls in einer dicken Nebelsuppe. Aber nur zeitweilig; denn als sich der Nebel mal kurz verzog, erhaschte ich einen Blick nach Brienz hinunter.
Um 09.50 Uhr hatte ich den Gipfel und somit ein weiterer Kantons-Höhepunkt erreicht. Das Schönste an dieser Tour stand mir jetzt aber noch bevor. Zuerst sass ich nämlich alleine im Nebel, dann kam eine ältere Frau dazu. Auf die Frage, ob sie denn von Brienz aufgestiegen sei, lachte sie und entgegnete, "an meinem 84. Geburtstag macht man nicht mehr solche Touren. Aber ich war schon auf allen Gipfeln, welche man von hier oben sieht!".
Mittlerweile riss nämlich der Nebel auf und die Dame schwärmte an ihrem heutigen Geburtstag von ihren früheren Touren über den Mittellegigrat des Eiger's, Schreckhorn oder Finsteraarhorn. Da staunt der Laie ...

Nach diesem sehr netten Gespräch stieg ich bis zur Bahnstation ab und fuhr dann zeitsparend und Knie-schonend mit der Seilbahn nach Sörenberg hinunter, sodass ich am Nachmittag zu Hause auch noch etwas Garten-Arbeit verrichten konnte ... ;-)

Fazit:
eine schöne Vormittags-Tour auf einen herrlichen Panorama-Gipfel, gekrönt und bereichert von einer ausserordentlichen Begegnung!

Zeiten:
07.30 Schönebode (Sörenberg) - 08.50 Eisee - 09.50 Brienzer Rothorn
(wie üblich ohne Relevanz; nur für mein persönliches Log)

Tourengänger: Linard03

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