Clariden, Heckmaier-Route


Publiziert von Beat , 13. März 2007 um 09:06.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:11 März 2007
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-UR   Claridengruppe 
Zeitbedarf: 18:00
Aufstieg: 2600 m
Strecke:Bike: Zurich, Linthal, Urnerboden. Ski: Urnerboden-Clariden, Bike: Back to Zurich
Zufahrt zum Ausgangspunkt:We startet at home by bike
Zufahrt zum Ankunftspunkt:We came home by bike

02:00 Quaibrücke in Zürich: Das offizielle Startfoto der Teilnehmer an der diesjährigen Heckmaier Gedächnistour. „Mit dem Velo zum Berg, wie die Pioniere“ oder „Clariden, CO2-neutral“ , „Clariden, Heckmair-Route“ lauten die Untertitel für diesen Ausflug ins Gebirge.
Der Andrang hielt sich in Grenzen: Neben Patrick und Beat fanden sich keine Teilnehmende rechtzeitig zum Start ein, dafür jede Menge NachtschwärmerInnen.
Schön war die Fahrt entlang des Sees – wir hatten die richtige Seeseite gewählt, der halbe Mond schimmerte im Wasser und sorgte für Stimmung. Später dann, nach Schwanden waren es die Berggipfel, die zögerlich aus dem Dunkel auftauchten.
Scheisskälte! Die Thermometer am Strassenrand zeigten rund 0 Grad. Und der kalte Wind voll auf der Nase. Mehrmals mussten wir stoppen, um die Füsse zu wärmen. In Linthal hatten wir dann ½ Stunde Verspätung auf den Marschplan eingefahren. Die konnten wir auch mit dem flotten Aufstieg auf den Urnerboden nicht kompensieren, zumal wir mit dem Eis auf der Strasse zu kämpfen hatten. Nur nicht stürzen!
Um 8 waren wir auf dem Urnerboden startklar. Bei strahlendem Sonnenschein. Obwohl die Windfahne des Clariden keine Aussicht auf eine ausgiebige Gipfelrast verhiess.
Ab dem Eiswändli war's dann definitiv vorbei mit dem Gefühl der Frühjahrsskitour. Ziemlich bissig zog der Wind über den Gletscher und veranstaltete ein „Kunstwerk mit Schneekristallen“. Auf den letzten paar Metern bis zum Skidepot war der Schritt dann nicht mehr so flott. Um 2 Uhr waren wir oben. Aus Gewichts- und Platzgründen hatten wir auf Steigeisen und Pickel verzichtet – die Puristen mögen uns verzeihen, wenn wir den Clariden schon beim Skidepot als „bestiegen“ klassieren, den Aufstieg zum Vorgipfel/Gipfel ohne Steigeisen wollten wir bei den abgeblasenen Passagen nicht riskieren.
Die Abfahrt war ein Traum. Mit Skis und später mit dem Velo. Und mit rund 2400 M auch ziemlich lange. Flott gings dann das Glarnerland runter bis Ziegelbrücke. Patrick entschied sich in Ziegelbrücke für den 6 Uhr Zug - so konnte er rechtzeitig zum Nachtessen mit der Familie wieder zuhause sein. Ich wollt die Runde noch schliessen. Zuerst war's wunderschön, dem Sonnenuntergang entgegen zu fahren. So ab Meilen war’s dann etwas ätzend. Um 20:30 war ich wieder auf der Quaibrücke. 18 1/2 Stunden nach dem Start, mit knapp 200 KM auf dem Tacho.


Patrick und Beat


Die Heckmaier-Saison ist wahrscheinlich für dieses Jahr zu Ende: Nächste Woche ist die Demo gegen Heliskiing (Anmeldungen unter www.mountainwilderness.ch), dann kommt der Marathon. Dabei würde der ultimative Schlusspunkt in der Heckmaier-Trilogie anstehen. Nach dem Silberen vor zwei Jahren, dem Clariden heuer fehlt noch der Tödi. Mal sehen.


Tourengänger: Beat

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Kommentare (9)


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Zaza hat gesagt: Cool!
Gesendet am 13. März 2007 um 10:16
Eine eindrückliche Unternehmung, gratuliere! Die nächste Runde könnte auch als Gedenktour für Hermann Buhl (Badile!) oder Göran Kropp (Everest!) bezeichnet werden...

Grüsse, Zaza

Beat hat gesagt: RE:Cool!
Gesendet am 13. März 2007 um 15:47
Danke für das grosse Kompliment, Zaza.

"Heckmaier" ist etwas zufällig ausgewählt. Bei der nächsten Unternehmung können wir auf Deinen Vorschlag zurückkommen. "Heckmaier" ist ja auch nur der Aufhänger.

Eigentlich geht es um das Gefühl des "Das Abenteuer beginnt vor der Haustür" und um einen Kontrapunkt gegen die Alpinisten, denen per Auto kein Anmarschweg zu weit ist. Und natürlich: Das Kitzeln der eigenen Leistungsgrenze. Und da waren wir am Sonntag hart dran! Die letzen KM's legten wir auf dem Zahnfleisch zurück.

Es gibt aber noch viele lohnende Projekte dieser Art. Zum Beispiel: Mit dem letzten Zug nach Oberwald dann mit dem Velo auf den Furkapass und per Skis auf den Galenstock. Ich habe vor 2 Jahren 2 Alpinisten in Erstfeld angetroffen, die haben das gemacht und sind nach dem Galenstock über die Furka bis nach Erstfeld geradelt.

Mal sehen, ob's im April nochmals Gelegenheit für eine kombinierte Tour gibt...

Beat

Zaza hat gesagt: Hommage an die Pioniere
Gesendet am 13. März 2007 um 19:21
Nun, als Steigerung könnte man natürlich auch das Material karger machen...Dreigangvelo, Kabelzugbindung, Lodenjacke, usw.

Mein Grossvater hat übrigens seinerzeit die Touren oft so gemacht (von Bern mit dem Velo nach Kandersteg und auf die Blüemlisalp, oder nach Meriringen und in die Engelhörner): Dies halt aus finanziellen Gründen.

Grüsse, Zaza

Beat hat gesagt: RE:Hommage an die Pioniere
Gesendet am 13. März 2007 um 20:02
Die Geschichte wiederholt sich nicht. Kreativer Umgang mit der Vorlage der Pioniere verlangt nach Anderem als der simplen Kopie. Verzicht auf das Auto ist nicht Rückschritt sondern Zukunft. Vertrauen auf die eigenen Kräfte zukunftsweisender als die Verwendung eines Muskelverstärkers, sei es ein Motor oder Doping.

Ich will hier aber weder den Saubermann spielen noch ein Modellverhalten zelebrieren. Meist fahre ich ja auch mit dem Zug, seltener mit dem Auto in die Berge. Wenn ich was will, ist es höchstens, die Fantasie anzuregen. Wer es wagt, ausgetretene energieintensive Pfade zu verlassen, kann durchaus schöne Erlebnisse geniessen.

Bei allem Respekt für Deinen Grossvater und die Pioniere: Heute stehen wir vor anderen Herausforderungen.

Bergsportler müssen sich bewusst sein, dass sie eine der umweltschädlichsten Sportarten ausüben. Das wurde letzthin wissenschaftlich erhoben. Und zwar darum, weil sie die langen Anfahrtswege, meist im Auto in Kauf nehmen. Und das steht arg in Kontrast dazu, dass sich die meisten Bergsportler als "naturverbunden" bezeichnen würden.

Cyrill Pro hat gesagt:
Gesendet am 13. März 2007 um 16:49
Wirklich eine grossartige, sportliche Leistung. Gratuliere auch noch. Gruess Cyrill

Beat hat gesagt: RE:
Gesendet am 13. März 2007 um 20:06
Vielen Dank für das Kompliment, Cyrill.

Anna hat gesagt: Gratuliere
Gesendet am 14. März 2007 um 13:29
Ich gratuliere auch für die tolle Tour und den schönen Bericht.

Anna

(und herzlich Willkommen auf hikr.org)

Alpin_Rise Pro hat gesagt: Inspirierende Tour
Gesendet am 16. März 2007 um 10:24
Tolle Unternehmung!

Leider sind sich viel zu wenige "Naturliebhaber", zu denen sich die meisten Berggänger zählen, wirklich bewusst, welche Auswirkungen ihr "Natursport" hat.
Bergsport zählt zu den energieintensivsten Sportarten überhaupt - ein Dilemma, den eigentlich möchte man ja die Bergwelt unberührt und unbeeinflusst erleben.
Jede Tour, egal ob mit Helikopter oder Velo hinterlässt Spuren, wenn auch nicht die selben.

Ich plädiere dafür, dass sich jeder Berggänger mit den Konsequenzen seines Tuns auseinandersetzt. Der zweite und wichtigste Schritt folgt in der umweltschonendsten Gestaltung der Touren - also auf zu fantasievollen, ungewöhnlichen Unternehmungen!

dabuesse hat gesagt: Coole Idee
Gesendet am 21. Mai 2007 um 21:02
hab gerade den Bericht hier gelesen, sowie die Kommentare.
Ich finde die Idee von Zuhause mit dem Rad zu den Bergen zufahren und wieder zurück eine Hammer Idee. Es muss ja nicht bei jeder Bergtour so sein, doch ein paar mal kann man das ja schon machen. Hab das übrigens auch schon gemacht, wenn auch nicht so weit. Bin von Zuhause aus (Rüti) mit dem Velo nach Brunni gefahren und danach (mit den Turnschuhen) auf den Gross Mythen gelaufen und das ganze wieder retour (ca. 80 km Velo). Oder das selbe habe ich auch schon beim Federispitz und Speer gemacht. War jeweils ein spezielles Erlebniss, da man ein Berg, den man von Zuhause aus in der Ferne sieht, von da her mit eigener Kraft bestiegen hat. Es sind Touren, die man intensiever erlebt und etwas nachhaltiger in Errinnerung bleiben.
Und es ist klar, es ist die naturverbundeste, aber auch die intensivste Art des Bergsportes, die man sich Vorstellen kann.
Konditionell stellen solche Touren je nach Länge sehr hohe Ansprüche,wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass es schwierig ist, nach dem Velofahren den Tritt fürs Bergauflaufen zu finden Der Körper braucht irgendwie seine Zeit um sich an die andere Belastung zu gewöhnen. Wobei ich habe das zurückfahren mit dem Rad danach nicht mehr so anstrengend gefunden, da nach den Schlägen beim hinunterwandern es die Beine durchs Pedaltreten wie etwas lockert.

Viel Spass bei den weiteren Touren. gruss David


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