Überschreitung Allalinhorn (Hohlaubgrat)


Publiziert von Hochtourer , 26. Juli 2010 um 13:39.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:24 Juli 2010
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1900 m
Strecke:Britanniahütte - Hohlaubgrat - Täschhütte

Anreise
 Mit der Bahn von Saas-Fee zur Britanniahütte (ca. 45 Minuten flach) bei Nebel und Nieselregen. Die erste Nacht in der Hütte tut uns wegen der schon wieder verschwundenen Höhenakklimatisation gut. Kaum ist man mal ein Wochenende nicht "weit oben", schon...

Aufstieg:
Abmarsch um 04:15 von der Britanniahütte. Bei Temperaturen knapp unter 0 und schneidendem Wind, der im Laufe des Morgens zu stürmischen Böen wurde :-(
Den genauen Routenverlauf kann man dem GPS Track im Anhang entnehmen. Wir sind direkt auf den Hohlaubgrat marschiert und dann an der Kante im Firn traversiert. Besser wäre es gewesen, noch ein Stück weiter entlang der Normalroute zu gehen und dann sanft geschwungen hoch zu kommen (weniger Traversierung). Man könnte sicherlich auch direkt auf dem Grat gehen, der ist aber recht "schuttig".

Wir waren ständig im Nebel und so war ich heilfroh, hatte ich das GPS Gerät dabei (siehe Fotos). Eigentlich ist der Routenverlauf leicht zu finden und kann schon von der Hütte aus eingesehen werden. Bei Nebel sieht das natürlich anders aus. An dem Samstag hat sich sogar eine Gruppe mit Bergführer von der Britanniahütte in Richtung Strahlhorn verlaufen...

In einigen Hikr.org Beschreibungen hatten wir gelesen, dass die Route zwar mit ZS bewertet ist, aber eigentlich nur ein WS+ sei. Das galt heute mal sicher nicht: Der lange, letzte  Anstieg im steilen Firn bis zur Kletterstelle war bei vereistem, harschigem Firn (siehe Pickel-Bild) und stürmischen Böen wahrlich nicht ohne. 
Ich hatte aufgrund der Beschreibungen nur meinen leichten Allround-Pickel dabei und fürchterlich geflucht. Was hätte ich da oben für eine ordentliche Eisaxt gegeben...

Die Kletterstelle
Total durchgefroren kamen wir an der Kletterstelle an. Mit drei Seilschaften standen wir hilflos vor der vereisten Wand, bis sich schliesslich einer getraut hat einzusteigen. Nachdem er ein wenig Eis aus der Wand geschlagen hatte ging es dann aber relativ gut. Es hat am Anfang ein Fixseil und mehrere Bohrhaken zum Zwischensichern.  Dennoch sollte man die Kletterei nicht unterschätzen. Man ist auf 4000m, hat schon ein paar Stunden hinter sich und in unserem Fall mussten wir mit Steigeisen ran (keins Problem) und entweder Handschuhen (siehe Bild) oder gefühllosgefrorenen Fingern (sehr wohl ein Problem). 

Abstieg über Feechopf zur Täschhütte
Abstieg zum Feejoch ohne Schwierigkeiten in breiter Spur.
Dann kommt ein sehr schöner, langer Grat. Leichte Kletterei (bis II), die überall gut abgesichert werden kann. Wir sind mit ca. 8m Seil gleichzeitig gegangen. Das Seil konnte überall gut um Zacken oder über den Grat gelegt werden, so dass wir keinerlei Material benötigt haben und gut vorangekommen sind. Für uns war der Grat klar das Highlight der Tour!
Statt noch 500hm auf den Alphubel zu steigen sind wir dann links abgebogen und über den Gletscher bis auf 3200m abgestiegen und dann weiter auf markiertem Weg (Steinmännchen) zur Täschhütte, wo uns ein Abendessen in zwei Schichten erwartet hat...
 
Am nächsten Tag sollte es den Weg wieder hoch gehen, um doch noch den Alphubel in Angriff zu nehmen. Eigentlich wollten wir den Rotgrat nehmen, haben Abends dann aber doch noch "gekniffen" (2 Seillängen 4a ganz am Ende) und uns für den Normalweg entschieden.

Doppeltour:
Allalinhorn
http://www.hikr.org/tour/post25840.html
Alphubel


Tourengänger: Hochtourer


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Kommentare (2)


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Mel hat gesagt:
Gesendet am 26. Juli 2010 um 18:08
eindrückliche bilder!

ich möchte diese tour auch gerne mal machen, dein beschrieb hat mir aber gezeigt, dass ich definitiv noch etwas zeit & übung dafür brauche...

Hochtourer hat gesagt: RE:
Gesendet am 26. Juli 2010 um 18:52
Am nächsten Tag (Sonntag) wäre es schon nur noch halb so wild gewesen. Kein Nebel, kein Sturm, kein Eis mehr in der Wand...


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