Wöschchuchi-Rundtour leider ohne Flüela-Wisshorn


Publiziert von tschiin76 , 27. September 2010 um 22:40.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:16 November 2007
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: Flüela-Gruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 1 Tage
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m

 So früh im Jahr hats noch selten so viel Schnee gehabt, perfekt also für eine erste Tour in diesem Winter.
Unterwegs  bin ich mit 3 Outdooraktivisten von backcountry.ch. Nach langem Hin und Her habe ich es gewagt, mit mit unbekannten, fitten jungen Männern durch den Schnee zu pflügen, wobei ich das Spuren den Gentlemen überlassen habe - anstrengend genug ists auch so noch gewesen.

Start um 08:30 bei erstem Licht und gefühlten -30° (wahrscheinlich ists "nur" etwa -20", aber wenn man aus dem warmen Auto aussteigt ists einfach nur saukalt....). Von Tschuggen steigen  wir gemächlich auf der Passstrasse über das erste Wägerhus zum Rossboden auf. Die ersten 250hm gehen wie Butter, wir kommen wegen der Kälte kaum ins Schwitzen und schon gar nicht in die Versuchung, eine kleine Pause zu machen.
Wir folgen dem Sommerweg über den P. 2437 bis zum Kessel unterhalb der Winterlücke.
Es ist wie im Märchen: tonnenweise, in der inzwischen hinter den Gipfeln hervorgekommenen Sonne glitzernder Schnee, Stille ausser unseren Atemgeräuschen und dem Knirschen der Felle.
Es ist streng, sehr streng durch den knietiefen Pulverschnee ohne nennenswerte Unterlage zu spuren und auch noch an zweiter Position merke ich, wie der Aufstieg langsam aber sicher an den Kräften zehrt.

Im Kessel meiden wir den südexponierten Hang und ziehen einen weiten Bogen bis etwa 2700m. Dann wirds steil und wir machen Sicherheitsabstände bis hoch zur Winterlücke.
Wegen der anstrengenden Spurarbeit ist es inzwischen schon weit über Mittag und wir beschliessen, auf den Gipfel zu verzichten.
Nach einem kurzen Znüni-Zmittag-Zvieri schnallen wir die Ski an und ich lege nach ca. 3m schon den ersten Sturz hin: der Schnee ist so tief und der Hang so flach, dass ich kaum die Kraft habe, einen anständigen Bogen zu fahren. Mit Ach und Krach fahren wir bis zu den Jöriseen ab, die natürlich komplett unter dem vielen Schnee verborgen bleiben.
 Dort montieren wir wieder die Felle und steigen westlich Richtung P.2571 auf. Weit komme ich nicht, irgendwie habe ich nach kurzer Zeit das Gefühl, kaum Halt zu haben. Ein Blick unter meine Ski und ich habe die Bestätigung: 1 Fell weniger. Kein Wunder, kämpfe ich mich ab....300m weiter hinten dann finde ich es wieder, kleben tut es kaum mehr, zu kalt ist das ganze Material. Zum Glück zaubert der Tourenleiter colltex-Kleberli hervor.
So langsam geht die Tour an die Substanz, ich kämpfe mit Seitenstechen und doch schaffe ich es irgendwie bis zur Gratlücke unterhalb des P.2771.
Ein absolut warmes, orange-rotes Licht empfängt uns, ein Traum! Aber auch die Einsicht, dass der Tag nicht mehr allzulange anhält, denn kurz sind die Novembertage.....
Was folgt ist eine Hammerabfahrt durch das Müllersche Tälli durch stiebenden, kalten, leichten Pulverschnee und die Steilheit des Geländes lässt auch für mich ein paar Schwünge zu!
Die Farbe des Himmels wechselt von orange-rosa zu blau-rosa-gelb, es ist einfach nur wunderschön!
Bei letztem Licht erreichen wir die Passstrasse und kurze Zeit später das Auto.

Jetzt nur noch rein und runter in die warme Stube, denken wir.....Weit gefehlt.
Wir probieren alles: der Wagen springt nicht an. Einen ganzen Tag bei -20"hat der Batterie den Rest gegeben....Es bleibt nur warten auf den TCS, der uns nach einer Stunde (zum Glück haben wir noch einwenig warmen Tee und im Wageninnern wirds wenigstens von unserer Abwärme wärmer) aus unserer kalten, misslichen Lage befreit.
Die Stimmung ist trotz allem bombig, wir witzeln und hauchen den Wagen an...

Tourengänger: tschiin76


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