Schwalmere, 2777 m.ü.M., mit Gratwanderung über die Sulegg


Publiziert von Felix Pro , 25. September 2009 um 19:37. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:24 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Aufstieg: 1650 m
Abstieg: 1650 m
Strecke:Sulwald - Suls - Sousegg - Klein Lobhorn - Schafwägli - Schwalmere - Schafwägli - Nideri-, Höji Sulegg - Lobhornhütte - Suls - Sulwald
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW über Zweilütschinen nach Isenfluh, Luftseilbahn nach Sulwald
Unterkunftmöglichkeiten:Gasthof in Isenfluh, Lobhornhütte
Kartennummer:1228

So lang der Anstieg auf die Schwalmere auch ist - sie sei vielbegangen; auch an diesem Herbsttag genossen bei unserer Ankunft auf dem Gipfel knapp nach 12 Uhr bereits neun Berggänger die Gipfelruhe und die Mittagsrast. Doch der Reihe nach: nachdem wir die Luftseilbahn ab Isenfluh nach Sulwald um acht Uhr äusserst knappp verpasst hatten, "durften" wir doch bereits um 8.15 Uhr hochgondeln (bis 9 Uhr wäre der Halbstundentakt vorgesehen) - in einer "Grossraumkabine": ein freundlicher Einheimischer erklärte uns bei der Rückfahrt, dass diese gestreckte Version dazu diene, auch eine einzelne Kuh transportieren zu können.
Ab Sulwald ging es schon sehr bald in der Sonne und bei prächtig blauem Himmel grossenteils durch den Wald relativ steil zur Alp Suls und dann im Schatten des Ars zur Sousegg empor. Ab hier erst wieder steil, nun alles in der Sonne, empor zum Schwarze Schopf (ein weiterer gleichnamiger Gipfel, knapp 200 Meter höher, erhebt sich 1,5 km weiter in süd-südwestlicher Richtung). Auffallend viele gefranste Enziane säumen den Weiterweg bis an den Gipfelaufbau der imposanten Lobhörner. Diese werden angenehm, mit einem steten Auf und Ab, südseitig umgangen. Eine erste kleine Rast halten wir auf dem Klein Lobhorn (ohne Namen auf der LK), auf einem Grasrücken von Westen her sehr leicht zu erklimmen, ab.
Nach einem Abstieg über knapp 150 Höhenmeter zum Schafwägli folgt ein sanftes Bergan über karges, doch liebliches Wiesengelände auf Hogant - immer den dominierenden Geröllhang und felsigen Aufbau der Schwalmere im Blickfeld. Im stets steiler werdenden Blockfeld findet sich der Aufstieg leicht: eine fast durchgehende Wegspur mit zahlreichen Markierungen und Steinmännern leitet gut zum Sattel auf 2674 Metern Höhe. Wenige letzte Reste gefrorenen Schnees vermitteln der eher eintönigen felsigen Gegend im Gipfelbereich einen Hauch von alpinem Charakter. Ein letzter, immer steiler werdender Pfad im felsig-schuttigen Südgrat leitet zum von mir lange gewünschten Gipfel: endlich ist mir die Schwalmere, als letzter der Lieblingsberge von Ursula, vergönnt - herzlichen Dank!
Die Rast auf dem kleinen Gipfelplateau ist geprägt vom Austausch mit einer einheimischen sechsköpfigen Wandergruppe, dem fantastischen Panorama gegen Westen und Osten, den Berner Eisriesen, der Betrachtung von friedlich äsendem Steinwild unterhalb des Gipfels im Tal Richtung Glütsch - und den von Norden stets dichter werden Nebelfetzen, welche sich letztlich zu teilweise grösseren Wolkengebilden verdichten. So erleben wir auf dem Abstieg kühlere Abschnitte und nur zeitweise Sonnenschein - im Wiederaufstieg zur Passage gegen die Sulegg wärmt es doch wieder stark. Der westseitige Übergang zum Sulegggrat ist dann wieder recht mystisch, wie auch während längeren Abschnitten auf dem herrlichen Grat häufig Nebelschwaden aus dem Saxettal hinüberwehen. Auf dem schön angelegten Gratweg findet sich nur eine kleine kurze Stelle, welche ein T4- verdient (schmales felsiges Bändchen mit guten Tritten, doch bei Unaufmerksamkeit mit etwas Absturzgefahr). Gegen das Gratende hin, auf der Höji Sulegg, tritt die Sonne immer wieder häufiger hervor - und verbleibt während des gesamten nun folgenden Abstiegs. Erst geht es östlich auf einer Wegspur Richtung Schärihubel, kurz vor diesem in dessen Südwestflanke direkt weglos auf einem steilen Hang (mit hohem Gras) Richtung Sulsseewli und direkt durch karstiges Gelände zur Lobhornhütte. Nach einem letzten Halt auf dieser prächtigen Aussichtskanzel geht es über Alp Suls hinab zum Ausgangspunkt Sulwald - vorbei an "glückllichen" Alpen-Wald-Schweinen.
Fazit: die Schwalmere hat es wirklich in sich - so lang die Anstiege auch sind! Ob da wohl ein Variantenzugang lockt?

Tourengänger: Ursula, Felix

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