Grönflue 1946 m, der Cerro Torre der Entlebucher-Flühe


Publiziert von Ursula , 21. September 2009 um 13:36. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:20 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Entlebucherflühe - Fürstein   CH-LU 
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 750 m
Strecke:Stäldili 1373 m, Schönbüel, Alp Grön, Hurbelen, Grönflue, Baumgartenflue, über den Grat zur Leiteren, Wasserfallenegg, Änggelauenenseeli, Ober- und Unter Änggenlauenen, Stäldili
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wolhusen, Flühli, Stäldili
Kartennummer:1189 Sörenberg, 1169 Schüpfheim

Die Grönflue, von allen Seiten ein sehr beachtliches stattliches Felsmassiv. Der helle Felskopf mit den senkrechten Wänden, fast unnahbar wirkt die Grönflue und vermutlich deshalb so lockend.
Wie wir am 31.03.2009 anlässlich einer Schneeschuh- | Skitour die Überschreitung der gegenüber stehenden Fürsteine unternahmen, ist  diese Felsbastion auch dem Felix aufgefallen. Schon damals nannten wir den Berg "Cerro Torre".
Laut Herr Kachelmann sollte es am Sonntag in Sörenberg Sonne geben. So haben Felix  und ich den lang gehegten Wunsch der Besteigung unserers Cerro Torre, aus zeitlichen Gründen als Kurzversion gewählt. Das Berggasthaus Stäldili bietet sich an als Start- und Endpunkt für kurze Unternehmungen in den Entlebucher Flühen an. 
Zuerst der Fahrstrasse entlang runter, über Wiesengelände wieder hoch, durch bestens markierten Waldweg oberhalb einem Tobel - an dessen Ende sich der Bachlauf gut überqueren lässt - weiter durch weichtrittige Hochmoorlandschaft bis zur Alp Grön. Seit langer Zeit fasziniert mich die spezielle Landschaft von Hochmooren, speziell im Herbst, wenn alles sich verfärbt. Kurz vor der Alp Hurbele waren wir uns noch nicht ganz schlüssig, welchen Gipfel wir anpeilen wollten. Der mässige Regen bei der morgendlichen Anreise stimmte mich für den eher heiklen Schlussaufstieg auf die Grönflue nicht speziell zuversichtlich. Der westseitige Felsweg zum Fürstein wäre technisch einfacher und als Ausweichstour in Frage gekommen.
In Anbetracht des wolkenverhangenen "Ersatzgipfels" sind wir bei Hurbele südwestwärts abgezweigt und weglos die steilen Grashänge hoch bis zum nordöstlichen Vorgipfel (ca. 1912 m) der Grönflue marschiert. 
Auf diesem Vorhügel hielten wir Trink- und Besprechungshalt. Gar abweisend wirkt aus dieser Perspektive der Schlussanstieg zur Grönflue. Abschüssige felsdurchsetzte Grasflanken, dies mit wenig Nässe gewürzt....
Die wenigen Kletterpassagen sind gut machbar, der Fels war trocken und das mit der Nässe: Sonne und Wind taten ihr Bestes. Speziell beim Abstieg war kaum mehr grosse Feuchtigkeit bemerkbar, insbesondere nicht störend. Absichtlich bin ich mehr rechtsseitig hoch, die Spuren gehen deutlicher linksrum. Mir schien diese Variante weniger "ausgesetzt", wenige Male dürfen die Hände zum Weiterkommen benützt werden. Zu guter letzt gibts am Schlussgrat einen tatsächlich luftigen Gang zum kleinen Gipfelkreuz. Einen guten Meter lang ist das Teilstück, links blickt man 500 m direkt auf den Talboden und rechts einige (!) Meter runter, dies allerdings ins Grüne|Gras. Ein Fallen ist beidseitig nicht speziell gesund.

Höchst ausgedehnte Gipfelrast. So ein Gipfelerfolg und den gewählten Platz an der Sonne will genossen sein. Zudem: Unsere sechzigste Tour.

Der Abstieg ab der Grönflue erfolgte wie der Aufstieg mit Kraxelspass bei der Scharte. Weiter sind wir über die Baumgartenflue 1920 m und dem Grat entlang zur Leiteren. Der Gratweg als solches ist sehr lohnend, ein Felsaufschwung darf überklettert werden (I), ein Ausweichen in die Ostflanke ist nicht ratsam, das abschüssige Felsgelände ist nicht sonderlich gut gangbar.
Ab der Leiteren ist ein rot-weiss markierter, lauschiger Wanderweg, bis auf ca. Höhe 1775 (Wasserfallenegg) sind wir dem gefolgt. Dann querfeldein zum Wäldchen oberhalb des Änggelauenenseelis und der Hütte. Ab dort ist kurzzeitig ein richtiggehend romantischer Pfad, welcher wieder in Weidegelände nach Ober- und Unter Änggenlauene leitet, zuletzt auf dem Fahrsträssen zum Ausgangspunkt zum Abschlusstrunk.

Die nur 700 Höhenmeter messende Tour glänzt nicht durch Leistung, ebensowenig ist sie geprägt von Weitsicht. Der Tiefblick gegen Westen blieb uns ganztägig  verborgen. Mehr war uns der Weg das Ziel - viele Eindrücke durften wir sammeln, sogar Sonne tanken auf dem Gipfel.
Das T5 Gelände hat es in sich: trauen und vertrauen..... Emotionen | Adrenalin und Endorphin..... 
 
Felix, wie mich das freut, dass ich Dir diesen markanten Berg vorstellen durfte. In jeder Hinsicht ein gelungener, erfüllter befriedigender Bergtag. Gratulation und DANKE!

Und hier ein Link zu "meinem" ursprünglichen Bergportal.

Tourengänger: Ursula, Felix

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