Geologische Gipfeltour im Murgtal ( Tour 1)


Publiziert von dyanarka , 11. September 2009 um 21:10.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:11 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SG   Schilt-Mürtschengruppe 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1250 m
Strecke:erfordert guten Orientierungssinn und Kondition
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Autobahn Zürich-Chur entlang Walensee, Abfahrt "Murg". Im Ort Wegweisung "Murgtal" folgen. Dann geht es auf guter Teerstrasse 600 Höhenmeter bergauf zum 1. Parkplatz bei Merlen. Man kann auch vorher (Bereich Stausee) und nachher (Parkplatz 2, höher gelegen) parken. Gebühr: 8.- pro Tag. Ticketautomat bei Alp "Unter Plätz" (700Hm).
Unterkunftmöglichkeiten:Ortschaft Murg, Ortschaft Weesen, Berghütte am oberen Murgsee: Tel.: 00870 / 762 / 826 / 352 (Sat-Tel.). Oder Webseite:www.murgsee.ch/murg_frm.html
Kartennummer:Landeskarte 1:25000, Nr.1154

Das Murgtal südlich des Walensees ist wahrscheinlich eines der schönsten Täler der Schweiz (der Welt? :-) ) und eignet sich hervorragend für spektakuläre Wanderungen, sowohl in geologischer, oder botanischer oder photographischer Sicht. Oder alles zusammen. Ich erforsche das Tal seit rund 4 Jahren und kenne so gut wie alle Wege, Pfade und Besonderheiten. Im Murgtal gibt es z.B. ein grosses uraltes, versteckt liegendes  Kupferbergwerk in 1800m Höhe, viele Sondierstollen, Schürfstellen, Erzhalden und sogar eine Menge radioaktiver Felsen. Dazu phantastische Wasserfälle, Bäche, Seen, Arvenwälder und skurrile Felsformationen. Zu sehen sind mancmal Steinadler und fast immer Gemsen abseits der Wege. Die hier vorgestellte Tour (meine "Hausstrecke") ist landschaftlich ein einziger Genuss, sportlich ernstzunehmen und für jeden Naturfotografen ein einziger Traum.
Die Tour führt vom Parkplatz 1 bei Merlen (1100m) über die Holzbrücke beim Parkplatz 2 (Punkt 1238m) steil bergauf über die Alp Bütz (1589m) zuerst auf den Silberspitz ( 2236m), dann das Grosse Hochmättli (2252m), hinunter in den spektakulären Canyon Grosser Walenchenel (ca. 2050m), auf das Chli Hochmättli (2193m), hinunter zum oberen Murgsee, vorbei am unteren Murgsee zurück zum Parkplatz 1. Die gesamte Tour dauert zwischen 5-8 Std. je nach Tempo, Fotografierlaune und kleinen Entdeckungsschlenkern an den einzelnen Lokalitäten. Höhenmeter gesamt: ca. 1250m. Die bei den Fotos gezeigten Karten sind empfehlenswert für das Auffinden der Wege und Pfade. Letzere sind reichlich vorhanden und in der Landeskarte nicht verzeichnet. Hier noch einige Tipps im Besonderen: Hinter der Holzbrücke leicht rechts durch die ersten Tannen des Hangs gehen, dann sieht man den Weg bergauf. Hinter der Alp Bütz geht es schräg steil die Hangwiese hinauf bis zum oberen Zaun (hat ein kleines Tor dort). Hinter dem Zaun nach 100m hoch ist noch eine letzte sichere Wasserstelle: Danach nicht mehr bis zum Walenchenel! Also gut versorgen dort. Ab der Tränke erfordert die Wegfindung guten Orientierungssinn. Der auf der Karte eingezeigte Weg stimmt vom Verlauf. Zielpunkt ist der Pass zwischen Silberspitz und Hochmättli (Punkt 2156m). Das Gelände zum Pass ist äusserst steil, aber nicht gefährlich. Man kann auch problemlos querfeldein bis hoch zu den rötlichen Felswänden östlich des Passes. Entlang dieser Felswand führt eine obere Route (Pfad) Richtung Hochmättli. Durch eine breite Rinne geht der Weg im engen Zickzack weiter nach oben. Nach einigen Kehren muss man sich unbedingt links halten: Der Weg führt schräg westlich Richtung Hochmättli/Pass (Querung etwa bei Höhenlinie 2080m). Ab da ist die Orientierung leichter. Der Weg zum Silberspitz erfordert ebenfalls ein wenig Gespür, dürfte aber für erfahrene Berggänger kein Problem sein. Man orientiert  sich am besten an der Steilheit des Geländes und hält sich auf der Nordseite des Silberspitzes westlich (Westgrad).
Der Aufstieg zum grossen Hochmättli später ist sehr gut sichtbar. Unterhalb des Gipfels eine grosse Besonderheit: eine wunderschöne Kupfererz und auch Kupfer-Uranerz-Sondierung mit herrlich blauen und grünen Steinbrocken (Genaueres auf Anfrage). Auch am Silberspitz sind derart farbige Erzadern und Sondierungen zu finden, aber es erfordert deutlich mehr Suche und Schwindelfreiheit. Die Aussicht  von allen Gipfel ist einfach traumhaft!  Schwieriger wird der Abstieg später vom Chli Hochmättli zum Hauptwanderweg beim grossen Murgsee. Teils hat es dort Wegspuren, teils muss man querfeldein. Falls alle Strick reissen kann man auch entlang der 1960m Höhenlinie unterhalb des Etscherzapfens nach Westen über den Sunnenchamm zum Murgseefurgel. Dort ist ein Hauptwegweiser der offiziellen Rundwanderung. Ab da ist alles einfach zu gehen. Und ab da hat es dann auch wieder Menschen.... vorher ist man so ziemlich allein mit der Murgtal-Natur und ihren Wundern...

Tourengänger: dyanarka

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Kommentare (4)


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Runner Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. September 2009 um 21:32
huärä schön! Kenne das Tal auch schon ein bisschen, aber mehr durch die "Normalroute". Auf was bezieht sich T3+, v.a. auf die Wegfindung oder auch / nur auf das Gelände?

dyanarka hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. September 2009 um 23:03
3+ bezieht sich darauf, dass das Terrain alle möglichen Arten von Schwierigkeiten aufweisst: Steilheit, kurze Kletterstellen, weglose Bereiche und z.T. kaum sichtbare Pfade. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich und möglichst viel Erfahrung mit unterschiedlichen Geländetypen. Die Route stellt grössere Anforderungen, ist dafür aber auch umso ergiebiger. Versuche noch Karten hochzuladen mit eingezeichneten Wegführungen.

Runner Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 13. September 2009 um 18:44
Merci, super Tour dem Beschrieb nach. Schönen Herbst noch!

Alpin_Rise Pro hat gesagt: Detailliert und lesenswert
Gesendet am 14. September 2009 um 17:26
Die Gegend ist wirklich überaus schön und spannend, nicht zuletzt wegen der Geo- und Hydrologie. Konnte mich bei einer Wanderung vor einer Woche selbst davon überzeugen, Bericht folgt bald.
Deiner ist Informationen vollgepackt, Glückwunsch - genau wegen solchen Berichten mag ich hikr.org!
G, Rise


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