Leilachspitze (2274m), Überschreitung aus dem Birketal


Publiziert von Tef Pro , 8. September 2009 um 22:39.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 6 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Strecke:Rauth - Höflishütte - Kienbichlhütte- Am Gampl - Leilachspitze - Luchsköpfe - Hölishütte - Rauth
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Aus dem Lechtal in Weißenbach Richtung Tannheimer Tal, nach dem Gaichtpaß links ab nach Rauth, wo es einige Parkplätze gibt (bei Bedarf fragen)
Kartennummer:Kompass Nr. 4

Die Leilachspitze hatte ja dieses Jahr bereits Besuch von Ju_wi , damals bei ganz anderen Verhältnissen.
Wir sind auf der anderen Seite von Rauth gestartet.
Auf einer Forstraße geht es nach dem Ortsende gleich hinein ins ursprüngliche Birketal. Zuerst geht es etwas bergauf, doch bald senkt sich der Weg leicht. Nach etwa 15 Minuten verlassen wir den breiten Weg nach links ( "Landsberger Hütte"). Es beginnt ein kleiner Pfad, der durch eine wunderschöne, wilde Landschaft führt. Links unten rauscht der Weißenbach, man geht durch lichten Wald, hinten schauen Leilach und Schochenspitze hervor.
Bei der Krottenschlucht wird es richtig wild, mit einer Kette und einem Felsblock überwindet man den Bacheinschnitt. Danach schlängelt sich der Pfad langsam hinab zum Weißenbach, den wir kurz vor den saftigen Wiesen der Höflishütte erreichen.
Noch vor der Hütte weist uns ein Schild ( "Leilachspitze") nach links. Auf einer Holzbrücke überqueren wir den Bach und steigen auf der anderen Seite steil bergan. Eine breite Forststraße überqueren wir, dann geht es weiter bergan, ehe der Pfad nach links schwenkt und eine Weile eben weitergeht.
Bald danach zeigt ein Schild "Leilachspitze" nach rechts. Wir gehen jedoch geradeaus weiter und kommen bald zu einer Forstsraße, die uns zu einem schönen Holzhaus bringt, der Kienbichlhütte. Wir gehen daran vorbei und erreichen bald darauf eine freie Wiese mit kleiner Holzhütte.
Genau auf Höhe der Hütte wenden wir uns nach rechts und steigem über eine locker mit Bäumen bewachsene Wiese empor. Spuren sind zunächst nicht zu erkennen, erst bei genauerem hinsehen sieht man auf vereinzelten Bäumen verblasste Markierungen. Wir halten uns ziemlich in der Mitte der Wiesenschneise.
Als es steiler wird taucht plötzlich auch eine Pfadspur auf. Diese führt in Serpentinen zwischen Latschen eine Weile stetig empor, weiter oben schwenkt sie dann deutlich sichtbar nach rechts und bringt uns zu einem schönen Wiesensattel (Am Gampl, 1688m).
Hier verliert sich die Spur wieder. Man geht am bsten schräg nach rechts über die Wiese zur anderen Seite des Sattels. Hier sehen wir nun auch hinab ins Lechtal, zu den Lechtalere Alpen und zur Zugspitze.
Am tiefsten Punkt kommt der Pfad von Weißenbach herauf, etwas rechts davon sieht man unseren Weiterweg, der nun in die linke Flanke des Bergrücken führt. Leicht ansteigend, mit phantastischem Tiefblick hinab ins Lechtal queren wir nun hinüber zum Sattel oberhalb des Weißenbacher Notländer Kars.
An diesem schönen Platz mit hervorragendem Rundumblick (auch unser Gipfelziel ist von hier schön zu sehen) legen wir eine kleine Pause ein, ehe wir in das weitläufige Kar absteigen.
Schwachen Pfadspuren folgend erreichen wir schließlich den "Normalweg" wieder, der zwar kürzer ist aber landschaftlich und von der Aussicht nicht mithalten kann mit der hier vorgestellten Variante.
Auf der anderen Seite des Kares geht es nun richtig steil zur Sache. In Seprentinen gewinnt man in einer unschwierigen, aber bröseligen Rinne an Höhe und erreicht so den Nordgrat. Über diesen geht es überaschend einfach hinauf zum Kreuz (bis hierher ist die Tour nur T3).
Vom Gipfel genießen wir eine super Rundumsicht, da der Gipfel der höchste in seiner Umgebung ist.
Abwärts ging es danach über die Westseite durchaus eine Stufe schwerer (T4) und recht bröselig, ehe man nach links hinaus zum Grat quert und die Luchsköpfe links umgeht. Landschaftlich wiederum eine sehr schöne Strecke.
Nach dem letzten Kopf wechseln wir wieder die Seite und steigen hinab ins Gappenfelder Notländ Kar. Da wir nicht den ganzen Bogen, den der Pfad macht, ausgehen wollen, biegen wir querdfeldein nach rechts ab und durchschreiten das weitläufige Kar mit schönem Blick zur Leilachspitze. Man muß sich hier ziemlich weit nach links halten, um wieder auf den Pfad zu stoßen, der uns hinab ins Birketal bringt.
Nach einer Steilstufe geht es gemächlich am Bach entlang zurück zur Höflishütte, wo wir wieder auf unsren Aufstiegsweg treffen.

Eine sehr abweschlungsreiche Tour mit unterschiedlichsten Eindrücken liegt hinter uns, zudem ist sie (vor allem für Allgäuer Verhältnisse) sehr einsam. Aber sie ist sehr lang und trotz des vielen Wassers gibt es wegen der Viehwirtschaft kein Trinkwasser unterwegs.

Tourengänger: Tef

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Kommentare (2)


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sven86 hat gesagt:
Gesendet am 16. August 2011 um 21:02
Hallo,

ich interessiere mich für diese Tour und habe noch ein paar Fragen. Das Ding ist halt sehr lang- laut, teilweise approximierter Google Earth Vermessung 21,5 km. Da ich vor allem bergauf und in schwierigem Gelände sehr langsam gehe (auch aus Genußgründen), ist die Tour für mich wohl nur sinnvoll machbar (in 10-11 std.), wenn man die 5 grossteils flachen(?) Kilometer am Anfang und Ende zügig durchkommt. Ist das so? Könnte man die letzten Km. auch mit (kleiner) Taschenlampe hinreichend ausleuchten?

Und schliesslich, ist im mittleren/oberen Bereich des Tales (z.B an der Höflishütte) kein Zugang zum Bachwasser möglich?

Viele Grüße,
Sven


Tef Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. August 2011 um 22:33
Servus Sven,
- Ich kann leider nicht beurteilen, wie lange du für die Tour brauchst. Im Rother Wanderbuch "Allgäuer Wanderberge" sind 8.25 Stunden veranschlagt, allerdings ohne unseren Schlenker.
- Taschenlampe macht meines Erachtens nur auf der Forststraße Sinn, d.h. die ersten bzw. letzten 15 Minuten der Strecke
- es gibt sehr wohl Zugang zum Bachwasser, der Steig führt sogar oft direkt entlang des Baches
beste Grüße
Tef


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