Riffelhorn, Gornergletscher und Monte Rosa Hütte


Publiziert von Delta Pro , 1. September 2009 um 07:20.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:29 August 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 630 m

Fotosafari auf dem Weg zur Monte Rosa Hütte gespickt mit einigen Spezialitäten
 
Der Weg vom Rotenboden (Gornergratbahn) zur Monte Rosa Hütte ist oft begangen und auf Hikr schon ab und zu beschrieben. Dennoch möchte ich hier neben den vielen Bildern ein paar Worte über Route, Abwechslungen und Merkwürdigkeiten verlieren.
Der Plan war eigentlich früh genug bei der Hütte einzutreffen, um sich ideal für die am nächsten Tag geplante, lange Tour vorzubereiten. Das kam anders. Erst einmal bekam ich zwei Stunden Vorlaufzeit, da mein Kollege im Stau stecken geblieben war und kraxelte aufs Riffelhorn. Danach stellte sich heraus, dass es auf dem Gletscher noch deutlich mehr an Aufräumarbeiten vom beendeten Gornersee-Projekt gäbe, als erwartet. Und schliesslich stellte sich auch noch Greenpeace in den Weg. Wir erreichten die Hütte immerhin noch knapp zum Abendessen. Doch jetzt von vorn.
 
Riffelhorn (T5, II)
Die Normalroute aufs Riffelhorn ist für den trittsicheren Alpinwanderer gut machbar, obwohl sie einige ausgesetzte Stellen aufweist. Vorsicht ist beim durch die vielen Begehungen abgespeckten (Serpentinit!) und daher sehr rutschigen Fels geboten.
Vom Rotenboden über den anfangs flachen Felsrücken des E-Grates. Der Grat weist drei Aufschwünge auf, die auch direkt (Bohrhaken, ca. IV?) erklettert werden können. Alle Stufen werden in der Nordflanke umgangen, wobei man bei der zweiten und dritten jeweils etwa 20m unterhalb des Grates auf ausgesetzten Bändern in die Wand hinaus quert. Einige Stellen II müssen geklettert werden. Die Route ist nicht ganz einfach zu finden und erfordert etwas Spürsinn. Die Begehungsspuren im Fels sind aber deutlich. Retour auf demselben Weg.
 
Greenpeace und Gletscher
Der Schriftzug von Greenpeace auf dem Gletscher hat bei mir das Ziel erreicht – ich fand ihn schön und hab fleissig fotografiert. Fleissig wurden auch sämtliche Wanderer abgefangen und zu Unterschriften ermutigt. Da ich verlauten liess, etwas mit Gletschern am Hut zu haben, hatte ich, ehe ich mich versah, ein Mikrofon vor mir und blickte in eine Kamera… In der Tat bereute ich die Gletschergeschichte in den nächsten drei Stunden: Es galt zwei saumässig schwere Kisten mehrere Kilometer quer über den Gletscher zu schleppen – und wer je im Spätsommer über den unteren Teil des Gornergletschers gegangen ist, weiss wie mühsam das ist. Als wir die Zusatzlast dann endlich deponieren konnten, waren wir schon ziemlich ausgepowert… Gute Voraussetzungen für den nächsten Morgen!
 
Monte Rosa Hüttenweg (T4)
Über Hüttenwege zu schreiben ist nicht ungefährlich, besonders wenn der Text kritisch ist. Dennoch scheint es mir wichtig, einige Informationen zum Monte Rosa Hüttenweg zu geben. Wer einen „normalen“ Hüttenzustieg erwartet, liegt falsch. Der Weg erfordert durchaus Alpin-Erfahrung und ist stellenweise nicht ungefährlich. Auf jeden Fall läuft man nie Gefahr, dass Langeweile aufkommt. Die seit drei Jahren erneuerte Wegführung über den nördlichen Seitenarm des Gornergletschers bringt meiner Ansicht nach, ausser einer Ersparnis von knapp 100 Höhenmetern, keinen Gewinn. Gerade am frühen Morgen oder bei Regen kommt man ohne Steigeisen dort kaum durch. Weiter ist auf der Mittelmoräne (rutschiges Geröll), bei der Querung der stark verschrundeten Spaltenzone und vor allem beim Übergang vom Gletscher auf die abgeschliffenen Felsen unter der Hütte Vorsicht geboten. An erstaunlich vielen Stellen des Hüttenweges können Fehltritte fatal enden, was für ein T4 eher aussergewöhnlich ist. Für Bergsteiger ist der Weg kein Problem, Hüttenwanderer sollten aber Erfahrung im Gebirge mitbringen.

Tourengänger: Delta

Galerie


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