Rimpfischhorn, 4199m


Publiziert von Montanara , 21. August 2009 um 12:24.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 8 September 2007
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Unterkunftmöglichkeiten:Britanniahütte 3030m
Kartennummer:1328 Randa, 1329 Saas, 1348 Matterhorn

Nach einigen Neuschneefällen in der Woche zuvor wurde der September 2007 dann doch nochmal richtig schön. Stabiles schönes Wetter war vorhergesagt. Ursprünglich war das Ziel ja das Berner Oberland gewesen, da dieses aber einiges mehr an Schnee abbekommen hatte als das Wallis, entschieden wir uns kurzfristig für das Rimpfischhorn.

Nach den Schneefällen der vergangenen Woche war es ruhig geworden im Gebirge. Auf der Britanniahütte war wenig los (im Gegensatz zu sonstigen Tagen mit schönem Wetter). Und so sollten wir am nächsten Tag auch die einzigen sein, die größeres im Sinn hatten. Der Tag begann um 3:45 Uhr, sternenklar wars und Gott sei Dank einigermassen kalt, so dass der Schnee zumindest morgens schön gefroren war. In dieser Situation war ich einigermassen froh, dass ich einige Wochen zuvor schon mal Richtung Strahlhorn unterwegs war (Abbruch kurz unterhalb Adlerpass wegen schlechtem Wetter). Aber zumindest war mir der Weg über die sog. Schulter, welche man überschreitet, um zum Allalingletscher zu gelangen, nicht mehr ganz fremd. Das half in der Dunkelheit doch ganz gut.

Bis zum Allalinpass hinauf verlief die Tour gut und problemlos. Die Morgensonne war angenehm, wärmte aber doch schon ziemlich...  Es gab zwar eine Spur, die wurde jedoch eindeutig im Abstieg gelegt (immer schön gradeaus, direkt in Falllinie....) und ausserdem waren die Tritte derart weit auseinander, dass man schon fast fliegen musste um vom einen in den nächsten Tritt zu kommen.... Nun gut, also selber eine legen. Der Schnee trug hier noch so grade eben. Wir gingen zügig weiter und erreichten bald eine Felsrippe, welche vom Rimpfischhorn herunter zieht. Diese querten wir unten durch und so gelangten wir in eine Gletschermulde des Mellichgletschers. (Hierher gelangt man auch von der Täschhütte). Von dieser Mulde zieht ein etwas steilerer Hang nun zum Rimpfischsattel hoch. Dieser Abschnitt war bei uns das Hauptproblem und kostete viel Zeit und Kraft. Der Hang lag zwar noch im Schatten, es hatte sich hier aber einiges an Triebschnee angesammelt, man kam sich vor wie im tiefsten Winter. So spurten wir den ganzen Hang in meist knietiefem Schnee hoch. Dieser Hang hat auch einige Spalten, von denen wir zumindest eine, trotz des vielen Schnees, fanden.... 2h und einige Flüche später hatten wir es aber doch geschafft und standen auf dem Rimpfischsattel.

Zu unserer großen Freude kam von der Fluealp eine gute Spur her, welche dann auch den weiteren Weg angenehm vorgab. Vom Sattel geht es nun einen Schneehang hoch, welcher sich zu einem Couloir verengt. Diesen Schneehang und das anschließende Couloir geht man ca. 80 Hm hoch. Da wo das Couloir einen leichten Knick nach rechts macht, gelangt man unschwierig nach links auf einen Felsabsatz. Von hier quert man weiter leicht nach links bis in weiteres Couloir, welches zu einer Schulter führt. Von hier folgt man nun dem Grat, welcher zum Vorgipfel führt. Auf etwa halber Höhe quert man einmal kurz nach rechts in die Südseite, um über eine Platte (Haken), zu klettern.  Bald darauf erreicht man nun den Gipfelgrat (Schnee), welcher vom Vorgipfel zunächst in einen kleinen Sattel und schliesslich zum Hauptgipfel führt.

Dieser Abschnitt vom Rimpfischsattel zum Gipfel war bei uns trotz relativ viel Schnee erstaunlich gut zu begehen. Der Schnee störte nicht im geringsten und die Kletterstellen waren angenehm warm und trocken.

Wir hatten den Gipfel für uns alleine (und auch sonst begegnete uns an diesem Tag während der ganzen Tour keine Menschenseele). Nach einer ausgiebigen Gipfelpause bei tollem Panorama und schönstem Wetter, machten wir uns an den Abstieg. Ohne Mühe erreichten wir schliesslich wieder das Couloir welches zum Rimpfischsattel führt. Hier pfiffen uns dann noch einige Steine um die Ohren (Steinschlaghelm hier sehr nützlich....) 

Der weitere Abstieg war dann aufgrund der warmen Temperaturen und des damit weichen Schnees zwar einigermassen mühsam, verlief aber problemlos. Nach einem phantastischen Tag im Hochgebirge erreichten wir schliesslich wieder die Britanniahütte. Da wir doch ziemlich müde waren und die letzte Felskinnbahn schon weg war, entschieden wir uns nochmal hier zu übernachten um am nächsten Tag nach Saas Fee abzusteigen.


Tourengänger: Montanara

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

WS+ II
5 Sep 04
Rimpfischhorn 4199 m · Cyrill
ZS
ZS- II ZS
S
7 Apr 16
Rimpfischhorn 4199m · adrian
WS+ II

Kommentar hinzufügen»