Juragrate E I und E II bei Oensingen


Publiziert von Delta Pro , 2. August 2009 um 13:16.

Region: Welt » Schweiz » Solothurn
Tour Datum:31 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SO 
Zeitbedarf: 1:15
Aufstieg: 250 m

Spannende Kraxeltour über zwei aussichtsreiche Juragrate
 
Kalkfelsen sind in der Klus von Balsthal im Überfluss vorhanden. Beim Eingang in die Klus bei Oensingen stechen sofort links und rechts eindrückliche Gratscheiden ins Auge, die im Mittelalter von Burgen gekrönt waren. Die Überschreitung der Leenflue, westlich der Klus, ist eine sehr lohnende, kurze Tour im T5-Bereich. Für diesen Spätnachmittag nahmen wir uns vor, das namenlose östliche Pendant der Leenflue („W I“) zu erkunden, hier als „E I“ bezeichnet. Von E I fällt der Blick bald auf den nördlichen Parallelgrat, „E II“, der ausgesetzter ist und aus brüchigerem Gestein besteht. Da die Abbrüche von E II von Falken bewohnt werden, ist klettern in dieser Gegend („King Way“) zwischen Januar und anfang Juli verboten, wir empfehlen deshalb den Grat ebenfalls nur in der zweiten Jahreshälfte und in kleinen Gruppen zu begehen. Das Duett der östlichen Oensinger Grate stellt eine spannende Kurztour im gut erreichbaren Jura dar, das besonders im zweiten Teil einige Anforderungen an die Trittsicherheit stellt.
 
Juragrat E I (T5, II)
Von Oensingen (ideale Parkmöglichkeit in einer Einbahnstrasse über den letzten Häusern etwas nördlich des Grates) über dem Wohngebiet nach rechts querend zu den untersten Felsen des Grates. E I weist durchgehend Wegspuren auf, im oberen, horizontalen Teil sind es sogar gesicherte Wanderwege mit Bänklein. Den ersten Aufschwung umgeht man links, oder erklettert ihn (5m, II-III). Den nächsten, hohen Aufschwung umgeht man rechts auf einem ansteigenden Band und klettert dann auf den Grat zurück (obligatorische Schlüsselstelle, knapp II). Dann in wunderbarer Kraxelei über den Felsgrat zum höchsten Punkt (Fahnenmast). Weiter entweder auf dem Wanderweglein, oder in Direktvarianten bis sich der Grat verliert. Abstieg zum P nach links auf einem Waldpfad zwischen E I und E II.
 
Juragrat E II (T6, II)
Die Begehung von E II ist ernsthafter und erfordert über längere Strecken eigentliche Kletterei in Fels der gründlich auf seine Festigkeit geprüft werden muss. Wegspuren sind nicht vorhanden.
Zuerst auf einem Weglein, dann weglos an den Fuss des im Wald versteckten Grates queren. Der erste Aufschwung ist brüchig und heikel (umgehbar, 8m, T6, II). Anschliessend in genussreicher Kletterei entlang der scharfen Schneide, teils in Hangeltechnik, bis zu einem senkrechten Aufschwung. Ca. 10m Abstieg nach rechts und über gestufte Platten in brüchigem Gelände zurück auf den Grat und auf eine Kanzel mit Baum. Um die nächste Stufe zu überwinden, klettert man in den Baumkrone (3m) und spreizt dann zur Plattenabdachung (Vorsicht lose Steine). Dann einfacher auf dem Felsgrat bis zum Ausstieg der Kletterroute „King Way“ und durch die steile, geröllige Flanke zum Ausgangspunkt.
 

Tourengänger: Delta, Alpin_Rise

Galerie


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Balmfluechöpfli Südgrat · Delta

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