Bärenpfad - in zwei Anläufen...


Publiziert von Janine , 3. Juli 2009 um 13:07.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Berner Voralpen
Tour Datum: 2 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Grönhütte - Justistal - Bärenpfad - Güggisgrat - Gemmenalphorn - Justistal - Grönhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Thun - Sigriswil - Grön. Die Strasse ist offiziell gebührenfrei, obwohl sich immer noch ein Ticketautomat an der Strasse befindet.

Gestern startete ich zum Bärenpfad und kehrte wegen anhaltenden lokalen Regengüssen und den sichtbaren Gewitterwolken wieder um. Meine innere Stimme sagte: geh zurück!

Am abend besuchte ich meine Freunde Söne und Dres auf dem Camping, um mich von ihnen zu verabschieden - da sie die nächsten Monate auf Reisen sind. Ich erzählte ihnen von meinem Plan, am Folgetag den Bärenpfad nochmals in Angriff zu nehmen. Spontan entschied sich Dres - mitzukommen, was mich natürlich sehr freute.

Das Wetter zeigte sich am Donnerstagmorgen doch mit weniger Wolken und ich dachte: Super - heute wird das Wetter halten!

Den Bärenpfad erreicht man ab der Grönhütte ins Justistal. Ein liebevolles Tal, mit Alphütten, Bächlein, und Tannen. Zur linken steht das markante Sigriswiler Rothorn, ganz hinten im Tal erreicht man die Sichel als Übergang ins Eriz, und zur rechten liegt das Niederhorn. Im Justistal wird jährlich die "Kästeilet" ausgetragen, ein beliebter Brauchtum bei Jung & Alt.

Wir parkieren bei der Grönhütte (P. 1125) und folgen der Alpstrasse ins Justistal. Lockeres Einwandern, aber noch auf geteerter Strasse. Bei P. 1255 gehts über eine kleine Brücke, und genau dort sieht man rechts hoch in den Bärenpfad. Der "Eingang" zum Bärenpfad findet sich links am Waldrand, wenn man zum Bärenpfad hochschaut. Bei näherem Herankommen, steht dort sogar ein Holzschild mit "Bärenpfad" - worüber ich mich schon gestern amusiert habe.  Es geht steil vorwärts, der Pfad ist gut markiert, und schmal. Die schwierigen Stellen sind mit den angebrachten Leitern und Seilen problemlos zu machen. Man muss einfach trittsicher sein - ansonsten kann man hier wirklich tief und steil wegstürzen. Wir gewinnen an Höhe, und bereits wird der Ausblick zum Thunersee sichtbar.
Bei Ankunft auf dem Güggisgrat bietet sich eine super Rundsicht....wären da nicht die vielen Wolken...
Wir machen kurz eine Pause, und gehen weiter Richtung Gemmenalphorn. Dieser Weg ist bestens ausgerüstet, sogar ein Gewitterunterstand für Notfälle.
Wir machen ziemlich flott vorwärts - weil eben, es sind unerwartet viele Wolken über der Region wo wir durch müssen. Dres will eine Wette abschliessen, wie lange es noch dauert - bis der erste Tropfen fällt. Er meint, bleiben wir optimistisch - und sagt  ca. in 1 1/2 Stunden. Bevor ich überhaupt etwas sagen kann - hören wir den ersten Donnerschlag, und bald darauf blitzt es rechterhand vom Gemmenalphorn. Wir repetieren die Gewitterregeln...und entscheiden, weiterzugehen - bzw. - ich beginne einen angehauchten Jogging-Schritt.

Das Gemmenalphorn  passieren wir im Laufschritt, und ab hier setzt auch der Regen gleich richtig stark ein und hält an bis ca. P. 1543. Den Weg, den ich vor kurzem mit meinem Vater noch im Schneefeld queren musste, liegt jetzt frei - aber es laufen bereits Bäche den steinigen Pfad runter. Es blitzt und donnert...und ich habe jetzt richtig Schiss - hier draussen in der Natur. Die "elektrische" Stimmung der Gewitterfront und meine innere Anspannung fordern mich zu einem anhaltenden schnellen Tempo auf. Das wir ausgerechnet in einer lokalen Gewitterfront hängen bleiben, oder Petrus uns in seinen Wechseljahren einfach begleiten will - haben wir beide nicht erwartet. Rückblickend zum Gemmenalphorn - scheint dort wieder die Sonne, und in Thun liegen die Leute bestimmt im Bikini herum oder baden im See.

Wir müssen beide aufpassen wo und wie wir hintreten - die Wassermengen sind beeindruckend - fast ein wenig wie beim Canyoning, meint Dres hinter mir herlaufend. Die fortlaufende Wasserbahn führt uns bis nach Hindersberg (P. 1370). Da es unmöglich war, nochmals die Karte zu studieren bin ich mir im Nachhinein nicht ganz sicher - ob es einen kürzeren Weg gegeben hätte. Wir orientierten uns nur noch an den Wanderweg-Schildern..
Wegspuren sahen wir beide keine mehr, da so ziemlich alles überwässert war, und das Gelände entsprechend schwieriger.
Jedenfalls erreichen wir klitschnass die bewirtete Alphütte, zuhinterst im Justistal. Mit uns - freuen sich noch 5 weitere Wanderer. Wir waren also nicht die Einzigen - die überrascht wurden. Nach einem warmen Kaffe mit Schnaps, machen wir uns auf den Weg Richtung Grönhütte - zu unserem Ausgangspunkt. Zeitangabe inkl. "Pausen".

Alles in allem wäre es eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Tour, mit super Rundblick.

Spruch des Tages: Petrus befindet sich in den Wechseljahren!

Tourengänger: Janine

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