Das Herzogenhorn 1415 m geht (fast) immer


Publiziert von alpstein Pro , 14. Januar 2019 um 17:06.

Region: Welt » Deutschland » Südwestliche Mittelgebirge » Schwarzwald
Tour Datum:14 Januar 2019
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Unterkunftmöglichkeiten:Krunkelbachhütte
Kartennummer:Kompass Feldberg-Todtnau

Ein Freiluftunternehmen an diesem Montag war schon seit Tagen gesetzt. Nicht ganz einfach gestaltete sich allerdings die Wahl des richtigen Tourenzieles. In die Alpen zu fahren kam wegen der akuten Lawinengefahr nicht in Frage. Für den Schwarzwald zeigte sich für heute eine Entspannung bei den Niederschlägen ab. Ein Fragezeichen war aber gestern wegen gesperrter Straßen infolge Schneebruchs gesetzt. Immerhin hat der Wärmeeinbruch gereicht, um die Bäume zu entladen. Optimistisch, meinen Ausgangspunkt auch problemlos zu erreichen, machte ich mich heute auf den Weg. Menzenschwand hieß eigentlich das Ziel, eine Eingebung unterwegs sagte mir aber, dass das benachbarte Bernau heute der geeignetere Ort wäre. Angesichts der angetroffenen Schneequalität war das eine weiße Entscheidung und die halbe Wegstrecke des eigentlichen Planes hat auch heute völlig gereicht.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und einem leichten Graupelschauer bin ich Bernau-Hof (920 m) gestartet. Drei Skitourengeher gingen gleichzeitig los und wir kamen auch fast zum selben Zeitpunkt am Gipfel vom Herzogenhorn (1415 m) an. Für den Aufstieg hätte ich heute liebend gerne mit Skiern getauscht. Bis zur Abzweigung Gerstenfelsen (1100 m) ging es auf dem planierten Hüttenweg problemlos dahin.  Die nächsten 210 Hm bis zum Oberen Hofmättle (1310 m) waren mit den Schneeschuhen ein richtiger Krampf. Gleiteten die Skitourer problemlos dahin, sank ich bei jedem Schritt gut 30 cm in die leicht gesetzte, aber leider nicht hartgefrorene Altschneedecke ein.

Im freien Gelände oben war die Schneedecke kompakter und leichter zu begehen. Stattdessen wurde aber der starke Westwind zum Feind, was mich aber nicht weiter überraschte. Das Schwarzwaldklima ist rauh und die Abwesenheit von Wind auf den höchsten Gipfeln ist eher eine Seltenheit. So blieb das Vesper im Rucksack und der Tee ebenfalls. Auf dem Herzogenhorn ist die Krunkelbachhütte (1294 m) nicht weit weg. Statt der Route unter dem Wächtenkessel durch zog ich heute eine sichere vor. Zurück zum Oberen Hofmättle und runter zum Krunkelbachsattel. Mit einem Zwischenaufstieg von rund 80 m hatte ich dann eine Einkehr und einen Mittagsimbiß verdient. Die Gaststube hatte ich heute für mich allein.

Das Wetter besserte sich auch während der Einkehr nicht. Beim Abstieg über den komfortablen, planierten Hüttenweg gingen noch ein paar Schneeschauer auf mich nieder. All das störte mich heute aber überhaupt nicht.

Fazit: Es gibt kein schlechtes Wetter und das Herzogenhorn geht auf bestimmten Routen immer. Die Traverse unter dem Wächtenkessel sollte man allerdings nur bei sicheren Verhältnissen wählen. Bei Nebel im kahlen Gipfelbereich sollte man allerdings die Orientierung nicht verlieren.

Nachtrag: Von einem Hikr-Kollegen habe ich den Hinweis erhalten, dass es leider nicht zutreffe, dass das Herzogenhorn immer gehe. Im Wissen um das tragische Ereignis vor 4 Jahren habe ich im Bericht auch erwähnt, dass die Traverse unter dem Wächtenkessel bei kritischer Lawinenlage zu meiden ist. Den Klammerzusatz "fast" in der Überschrift habe ich der Vollständigkeit halber noch nachträglich eingefügt.

Tourengänger: alpstein


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Kommentare (2)


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Makubu Pro hat gesagt:
Gesendet am 14. Januar 2019 um 23:11
>Bei Nebel im kahlen Gipfelbereich sollte man allerdings die Orientierung nicht verlieren:

Da hab ich Erinnerungen! Meine Skitour bei Nebel aufs Herzogenhorn war der Auslöser, dass ich mir ein GPS-Gerät zulegte!

LG, Markus

alpstein Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 15. Januar 2019 um 06:36
Auf dem Feldberg (Mittelbuck) ging es uns mal ähnlich, als wir auf dem Plateau nicht mehr ganz sicher waren, wohin wir überhaupt laufen.

LG, Hanspeter


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