Brüggler, 1.777 m (Knorrli)


Publiziert von mali , 3. Juni 2009 um 19:36.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum: 1 Juni 2009
Klettern Schwierigkeit: V- (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe 
Aufstieg: 700 m
Abstieg: 700 m

Zustieg:

Vom Parkplatz der geschotterteten Straße in Richtung des bereits sichtbaren Brügglers folgen. Die Straße kann man immer wieder über Almwiesen (mehr oder minder ausgeprägt Steigspuren) abkürzen. Sie endet bei der Almhütte auf dem Stattboden. Von hier auf einem Steig unter die Südwände des Brügglers aufsteigen. Am Fuss der Südwand nach Osten queren bis zum Einstieg der Route "Knorrli".

Route: Knorrli

Schwierigkeit: V- (4c)
Klettermeter: 150 m
Seillängen: 4
Fels: meist fest (Kalkplatten, von Bändern und Rissen durchzogen, mit Legföhren bewachsen)
Absicherung: gut (alle Standhaken gebohrt, bei den Zwischenhaken teils große Abstände, Material zurzusätzlichen eigenen Absicherg empfehlenswert)
Orientierung: unproblematisch, weil man den nächsten Haken immer irgendwo in der Ferne blinken sieht
Sonstiges: interessante Kletterei an scharfkantigen Fels

Topo/Führer: Schweiz Plaisir Ost (Filidor)

Gipfelanstieg:

Vom Ausstieg der Kletterroute dem Grat Richtung Gipfel folgen bis man erneut an einen Grataufschwung gelangt, der im Führer nicht erwähnt wird und der uns dann doch zunächst überraschte. Dank an dieser Stelle nochmal an das Schweizer Pärchen, dass uns freundlicherweise bestätigte, dass wir da noch rüber und nicht über die Route abseilen müssen.

Schwierigkeit: III
Klettermeter: 20 m
Seillängen: 1
Fels: streckenweise sehr brüchig
Absicherung: oberer Standplatz gebohrt, ansonsten clean, lässt sich aber gut mit Zackenschlingen absichern, unten haben wir Stand an einer großen Legförhre gemacht
Orientierung: unproblematisch, einfach an der Gratkante halten und nach oben klettern

Dann weiter über den nun wieder gut gangbaren Grat auf den Gipfel.

Abstieg:

Dem deutlich sichtbaren Steig zum Fuss der Südwand folgen. Dann Abstieg wie Aufstieg.

Weitere Fotos: Reinis Geschichten vom Reisen

Tourengänger: mali, BergBaer

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

T3 5c
30 Jul 09
Tante Ju und Knorrli am Brüggler · Alpin_Rise
T4 V
T4 5a
13 Jun 13
2 Tage Brüggler · tricky
T6
22 Okt 11
Irrwege am Brüggler · ossi
T2 4+
1 Mai 09
Klettern am Brüggler · dominik

Kommentare (5)


Kommentar hinzufügen

Nordwand hat gesagt: coole sache
Gesendet am 4. Juni 2009 um 06:26
Hehe... tja, sogar im Glarus gibts Verwante von mir :-)

mali hat gesagt: RE:coole sache
Gesendet am 4. Juni 2009 um 14:56
;-). Bist Du auch ein Südhang?

mde hat gesagt:
Gesendet am 4. Juni 2009 um 08:43
Ist ja lustig, da habt ihr gerade nochmals eine von mir eingerichtete Route erwischt :-) Von der Geschichte zur Erstbegehung 1996 gäbe es auch noch einiges zu erzählen. Ich muss mal sehen, wo der damals geschriebene (und nie veröffentlichte) Bericht steckt, dann kann ich ihn vielleicht an dieser Stelle veröffentlichen.

Mit deiner Beurteilung zur Absicherung bin ich einverstanden: es stecken tatsächlich nicht besonders viele Bohrhaken. Zu jener Zeit (1996) galt die Absicherung aber als sehr gut, und insbesondere war sie besser als bei allen anderen Brüggler-Routen in diesem Grad.

Die Zeiten haben sich geändert und zahlreiche zusätzliche Bohrhaken sind gesprossen in der Brüggler-Südwand. Gerade deshalb habe ich mich entschieden, dass der Knorrli vorerst im aktuellen Zustand bleiben soll. Regelmässig stecken Bohrhaken und alle Schlüsselstellen sind gut abgesichert. Zusätzliche Sicherungen (Keile, Friends, Sanduhrschlingen) können an vielen Stellen problemlos und aus Ruhepositionen angebracht werden. Knorrli ist vielleicht sogar die optimale Route, um den Umgang mit selbständiger Absicherung zu üben.

Zuletzt noch einige Tipps: in der ersten Seillänge hatte ich bei der Erstbegehung (dort wo der grösste BH-Abstand ist) eine fixe Sanduhrschlinge angebracht, die mittlerweile, wie mir berichtet wurde, offenbar jemand entfernt hat. Da muss nun jeder selbst seinen Spürsinn einsetzen.

Dann zum Abstieg: am schnellsten kommt man runter, indem man auf dem Grat im Aufstiegssinn nach rechts (Osten) quert. In leichter Kletterei (seilfrei) erreicht man bald die Abseilstelle vom Winterplättli, wo man in 2x50m den Boden erreicht.

Die nächstbeste Variante ist wohl das Abseilen über Knorrli selbst. Ich habe bei der Erstbegehung alle Stände mit Maillons und Kettern ausgerüstet. Hier muss aber 4x abgeseilt werden, und es geht auch nicht immer schön gerade runter.

Der Abstieg via Gipfel ist in der Tat deutlich länger und zeitaufwendiger.

BergBaer hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. Juni 2009 um 10:44
Hallo MDE,

an der Stelle vielen Dank vom mitklettenden Seilpartner für das Einrichten der Routen (hier & Memory am Mattstock). Das war genau der richtige Level für uns. Auch witzig, dass wir die Routen in der Reihenfolge erwischt haben.

Die fixe Sanduhrenschlinge fehlt in der Tat. Wir haben auch sofort gemerkt, dass da lange nix kommt. Ansonsten stimmt alles. Die Stände und die nicht allzu üppigen Zwischensicherungen sind solide gebort. Dazu gibt es genügend Möglichkeiten zum legen von Sicherungen in entspannten Positionen, wenn man nur will. Wie du sagst also gut zum Üben gegeignet.

Känel beschreibt im Führer lediglich den Abstieg über den Gipfel. Für mich war das noch das noch das Tüpfelchen auf dem i und hat das ganze noch abgrundet. Aber vielleicht kann ich dem Verlag mal noch die Beschreibungen zu den alternativen mailen, wenn es Dir recht ist.

Der Bericht würde uns natürlich brennend interessieren.


Gruss vom Reiner

P.S.: Danke natürlich auch der Alex für ein tolles Kletterwochenende

mali hat gesagt: RE:
Gesendet am 4. Juni 2009 um 14:55
Grins. Da waren wir ja wirklich Trüffel-Schweinchen ;-). Dass wir die Knorrli geklettert sind, war wirklich Zufall, weil alles andere, das wir ins Auge gefasst hatten, besetzt war. War eine sehr schöne Tour, die sich wahrhaft gelohnt hat. Und die Hakenabstände machen einen im Nachhinein ja eher noch stolzer drauf, obwohl der in der ersten Seillänge mich ja nun nicht nur ins Nachdenken gebracht hatte ;-).

Die Abstiegsbeschreibung im Führer ist halt echt ein wenig mau. Und wenn das Pärchen aus der Nachbarroute uns nicht gesagt hätte, wo wir lang müssen, hätte wir vielleicht wirklich wieder über die Route abgeseilt, in der Hoffnung, dass das Seil nirgends verklemmt usw. Auf die Idee, nach rechts über den Grat abzuklettern sind wir gar nicht gekommen.

Dann vielen Dank an dieser Stelle nochmal an MDE für das schöne Wochenende, dass er uns mit seinen Routen beschert hat. Ich warte gespannt auf den Bericht über die Erstbegehung.

Dank natürlich auch an de Reiner für das super Wochenende. Das schreit nach einer Wiederholung.

Grüße
Alex


Kommentar hinzufügen»