Kienjoch (1953m) - Kieneckspitze (1943m)


Publiziert von gero Pro , 2. Juni 2009 um 15:50.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum: 1 Juni 2009
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1235 m
Abstieg: 1235 m
Strecke:Graswang - Kuhalm - Kienjoch - Kieneckspitze - Graswang
Kartennummer:Freytag & Berndt WK 322 Wetterstein - Karwendel

Um 4 Uhr hält mich nichts mehr im Schlafsack - an diesen langen Vorsommertagen ist es einfach ein MUSS, früh zu starten - selbst bei einer eher kurzen Tour wie der nachfolgend geschilderten! Ausgangspunkt ist ein kleiner, aber gebührenfreier Parkplatz am östlichen Ortseingang von Graswang (866m), an dem das Kienjoch (und auch die benachbarte Notkarspitze) erstmals ausgeschildert sind. Wer auf diesen kleinen P keinen Platz mehr findet (dies dürfte die Regel sein), stellt sein Fahrzeug einige hundert Meter weiter in Graswang auf gebührenpflichtigem Großparkplatz ab.
Es geht von hier - auch weiterhin gut beschildert - eine Forststraße genau nach Süden in das Tal des Kühalmbaches hinein; die Forststraße endet später, und man folgt einem Steig, der durch Wald emporführt. Er wird schon nach kurzer Zeit etwas ausgesetzt, denn er führt hoch oberhalb des Baches, der hier eine kleine Klamm eingeschnitten hat, auf deren westseitigem Steilhang dahin. Hinunterfallen sollte man hier nicht; es besteht allerdings auch keine Veranlassung, dennoch sind einige Drahtseile vorhanden. Dann wird schon nach kurzer Zeit das Gelände wieder harmlos, denn man geht unmittelbar im Bachbett hinauf bis zur Kuhalm (1326m; 1,5 Std.). Vorher hörte ich in unmittelbarer Nähe ein Reh bellen - das ist ganz schön erschreckend; gut zu wissen, daß es Rehe sind, die so unheimliche Laute von sich geben, sonst könnte man direkt an Bären oder andere wilde Tiere denken!
Nach der Kuhalm führt der Steig noch kurze Zeit durch zusehends lichteren Wald, dann betritt man die nun steileren Schrofenhänge "In den Gruben", die hinaufleiten auf den namenlosen Sattel (ca. 1800m) zwischen dem Windstierlkopf und dem Kienjoch. Hier mündet von der gegenüberliegenden Südwestseite (Kiengraben genannt) ein Steig ein, der aus der Gegend der Rotmoosalm heraufführt. Nun geht es noch den Südkamm auf den Vorgipfel des Kienjochs hinauf (Geißsprungkopf genannt, 1934m) und in wenigen Minuten auf das Kienjoch (1953m). Ich stand kurz nach 7 Uhr auf dem Gipfel und hatte somit gut 3 Std. gebraucht - ziemlich genau die Zeit, die in Graswang auf dem Wegweiser angegeben ist.
Das Kienjoch ist nach dem Kramer der zweithöchste Punkt der östlichen Ammergauer Berge. Die Aussicht ist sehr eindrucksvoll: natürlich die umgebenden Ammergauer reihen sich auf, jenseits des Garmischer Talkessels das Karwendel, das Wetterstein, ein Teil der Mieminger Berge und dazwischen, ganz weit südlich jenseits des Inntales, einige Ötztaler Gipfel. Nach Norden schweift der Blick hinaus bis München.
Ich ging nach ausgiebiger Gipfelrast in 20 Minuten hinüber auf die nordseitig benachbarte Kieneckspitze (1943m); der Gratübergang sieht im ersten Moment etwas abschreckend aus, erweist sich aber dann als völlig harmloses Gehgelände. Nur ab und zu fordern einige kleinsplittrige Schrofen etwas Trittsicherheit.
Wie der Wetterbericht es prognostiziert hatte, zogen allmählich von Osten her Wolken auf und verdeckten die bis dahin prächtig scheinende Sonne. Ein Hoch dem frühen Aufbruch - so hatte ich den größten Teil meiner Wanderung bei strahlendem Sonnenschein genießen dürfen!
Ich stieg nun über den Nordostgrat wieder ab; man überschreitet dabei ein namenloses Köpfl, kotiert mit 1855m in der LK. Dieser Grat weist ebenfalls keinerlei Schwierigkeiten auf, mal von den obligatorischen gelegentlichen Schrofeneinlagen abgesehen. Er ist zwar weder beschildert noch markiert, doch kann man die Wegspur nicht verfehlen. Sie führt bei etwa 1700m in zunächst lichten, weiter unten dichteren Wald hinein. Dieser Abstiegsweg führt im gesamten oberen Bereich über Kamm- und Gratgelände, ich würde bei Gewitterstimmung von der Begehung abraten - mein Aufstiegsweg via Kuhalm ist im Zweifelsfall empfehlenswerter.
Gegen 10:30 Uhr war ich wieder zurück am Ausgangspunkt - eine nette Bergwanderung, heute Ersatz für das eigentlich geplante Vrenelisgärtli, das rückwirkend fälschlicherweise aus zweifelhaften Wettergründen ausgefallen war. Ein andermal hoffentlich ....

Tourengänger: gero

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