Bärentritt von unten


Publiziert von Mo6451 Pro , 18. Oktober 2018 um 23:53.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:18 Oktober 2018
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Glärnischgruppe 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 999 m
Abstieg: 348 m
Strecke:9,72 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Basel - Zürich; S 25 Zürich - Linthal Braunwaldbahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Gondelbahn Gumen - Braunwald; Braunwaldbahn - Talstation; Bus Talstation - Bahnhof Schwanden; S6 Schwanden - Ziegelbrücke; RE Ziegelbrücke - Zürich; ÖBB NJ Zürich - Basel
Kartennummer:map.wanderland.ch, komoot

Immer noch wird auf vielen Strecken der SBB gebaut. Das schränkt die Ziele ein, vor allem, wenn am Ende der Postbus zum Einsatz kommt. So habe ich mir heute ein Ziel im Kanton Glarus gesucht und dabei auf einen Bericht von CampoTencia *Am Rande des Quintnerkalk: Gumen - Bützi - Bärentritt zurück gegriffen, der mich sehr beeindruckt hat: der Bärentritt. Allerdings in umgekehrter Richtung, was die Höhenmeter gleich mal verdreifacht hat und entsprechend länger dauert.

Um 10:40 bin ich Braunwald angekommen. Erfreulich, die Standseilbahn ist mit GA kostenlos. Bei dem schönen Wetter waren viele Leute unterwegs, es sind wohl Herbstferien. Aber kaum auf dem Weg Richtung Gumenbahn war ich schon allein auf weiter Flur. Nur wenigen Wanderern begegne ich heute, alle in Gegenrichtung. Knapp 1.000 Höhenmeter sind schon eine Hausnummer.

Der Beginn der Wanderung ist noch moderat, erst hinauf nach Bruch und zur Ornenwand wird es deutlich steiler. Aber auf diesem Abschnitt ist man im Wald, etwas verschont von der Sonne, die entgegen dem Wetterbericht ungehindert scheint.

Bei P 1617 erreicht man ein schönes Plateau, in der Karte mit Brumatt bezeichnet. In ständigem Auf und Ab geht es Richtung Bergetenseeli. Den Hof Ober-Stafel lasse ich rechts liegen, hier scheint aber noch Jemand anwesend sein (die Fahne weht noch), aber Tiere sind keine mehr zu sehen.

Bald erreiche ich das Bergetenseeli, der warme Sommer hat ihm alles Wasser genommen. Am Wanderweg steht dann der unmissverständliche Wegweiser, Bärentritt rechts ab. Spätestens jetzt ist die Komfortzone zu Ende.

Man sieht eine Spur durch das Geröllfeld nach oben ziehen, weiter aber von diesem Standort nur eine Felswand. Jetzt ist erst einmal Zeit für eine Mittagspause, schließlich soll man ja nicht hungrig den Bären auf dem Bärentritt begegnen.

Hat man das rutschige Schotterfeld hinter sich gebracht, kann man kurz aufatmen, aber bei Blick gegen die Wand sieht man weiter oben blinkende Ketten. Bis dahin muss man noch auf schmalem Sims den Einstieg erreichen.

Jetzt geht es nur noch aufwärts, der Weg ist gut markiert, die Hände werden gebraucht und so steigt man steil nach oben. Nach dem ersten Abschnitt folgt noch ein weiterer, der von unten nicht sichtbar war, aber auch mit Ketten gesichert ist.

Die letzten Meter sind dann nicht mehr so ausgesetzt, so dass man gut auch ohne Sicherung nach oben steigen kann. Wieder erreicht man ein kleines Plateau, Zeit zum Verschnaufen und für eine Pause. Auf diesem Stück sind dann auch weitere Wanderer, die sich jetzt an den Abstieg durch den Bärentritt machen.

Mein Weg geht nun weiter Richtung Grind. Wenn auch die Karte signalisiert, dass es nicht viele Höhenmeter sind, vor Ort stellt sich das etwas anders dar. Hier oben gibt es nur noch Schrattenkalk, die Schrattenflue lässt grüßen.

Gut, dass der Weg mit vielen Markierungen versehen ist, in dem Wirrwarr hat man sich schnell verlaufen. Auch geht es nicht eben weiter, Auf und Ab, zum Teil mit extrem steil nach unten zeigenden Abstiegen, die gleich danach wieder aufgestiegen werden müssen. Da vergeht die Zeit schnell.

Irgendwann habe ich den höchsten Punkt (2.157m) erreicht und in der Ferne sehe ich mein Ziel, die Station der Gumenbahn. Ein Blick auf die Zeit lässt mich erschrecken. Jetzt muss ich mich aber beeilen, denn um fünf Uhr fährt die letzte Bahn und ich bin allein auf weiter Flur.

Der nun folgende Abstieg lässt aber kein Tempo zu, zu steil und rutschig. Nach fast 1000 Höhenmetern ist auch die Kraft nicht mehr wie am Morgen. So schnell es geht, bringe ich die 200 Höhenmeter hinter mich und auf dem letzten Stück lege ich noch am Tempo zu.

17:05 bin ich an der Bergstation, das Restaurant schon verlassen, aber die Bahn fährt noch. Glück gehabt. (Nach mir sind wohl noch andere Personen gekommen). Als Dank für den Service verzichte ich auf den Rabatt für das GA und spende noch etwas für die Kaffeekasse.

Gemütlich geht es nun zurück zur Braunwaldbahn, die erst kurz vor 18 Uhr fährt. Beim Abstieg habe ich mir noch das Knie am Felsen angeschlagen, jetzt macht sich der Schmerz bemerkbar. Mit vielem Umsteigen erreiche ich Basel, da zwischen Zürich und Basel der ÖBB Nightjet fährt, hat dieser prompt Verspätung und meine Straßenbahn ist auch schon abgefahren. Aber es reicht noch, um vor Mitternacht den Bericht fertig zu stellen.

Tour solo

Tourengänger: Mo6451


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Kommentare (5)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 19. Oktober 2018 um 17:50
Salü Mo6451
toller Bericht, hab mir gleich vorgenommen diese Tour nächstes zu "machen"(wollte es eigentlich schon lange ;-((( ). Übrigens, das Bergetenseeli hatte noch nie viel Wasser, gleicht eher einem grösseren Tümpel.
Gruss
Priska

Mo6451 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. Oktober 2018 um 07:36
Danke für das Kompliment. Jetzt wäre noch Zeit für den Bärentritt, bevor der Regen kommt. Lohnt sich wirklich.

Gruß Monika

Primi59 hat gesagt: RE:
Gesendet am 20. Oktober 2018 um 08:46
Salü Monika
ja ich weiss, würde es auch noch gerne machen, aber meine Hüfte spielt nicht mit, muss in einem Monat unters Messer ;-(

CampoTencia Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Oktober 2018 um 21:06
Sehr schön beschrieben! Es ist, als ob wir auch dabei gewesen wären. Danke für den Bericht

LG Herbert + Ella

Mo6451 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Oktober 2018 um 21:43
Ich danke euch für die wunderbare "Vorlage",

LG Monika


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