Tödi - Piz Russein


Publiziert von explorer , 1. August 2018 um 21:19.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:28 Juli 2018
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Tödigruppe   CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2550 m
Abstieg: 2550 m
Strecke:Normalroute via Fridolinshütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Alpentaxi von Tierfehd zu Hinter Sand, CHF 30.-
Unterkunftmöglichkeiten:Fridolinshütte

Die Standardroute wurde hier öfters detailliert ausgeführt, deshalb möchte ich nur die aktuellen Highlights beschreiben, so wie wir sie während der Tour erlebt haben:
  • Zeit: Aufbruch schon um 3:15, weil ab 14:00 Gewitter gemeldet waren. Die Tour kann man im Normaltempo in 8 Stunden ab Hütte und zurück schaffen, man sollte aber etwas mehr für unvorhergesehenes einplanen - dazu später
  • Nach Abstieg von der Grünhornhütte zum Firn haben wir Steigeisen montiert und diese erst wieder beim Abstieg an derselbe Stelle abgezogen. Einige Abschnitte der Tour gingen sicher auch ohne, ich würde es aber nicht empfehlen
  • Der Einstieg zur Gelben Wand / Schneerus befindet sich ziemlich genau auf 2'600 m und ist in der Nacht nicht unbedingt einfach zu finden. Man findet ihn ungefähr in der Mitte der Wand und erkennt ihn an einem lose hängenden Seil. Bei genauem Hinschauen sieht man auch einige Steigbügel. Der Abstand zwischen Gletscher und Fels ist relativ gross, man muss zunächst ca. 3 Meter auf den Moräneboden hinabsteigen und dann mittels dem losen Seil zu den ersten Bügeln finden
  • Für die Bewältigung der Gelben Wand braucht man ca. 1 Stunde. Man steigt zunächst ca. 150 m auf, traversiert den Fels und steigt dann ca. 100 m wieder runter. Leider erlaubt der stark zerfurchte Gletscher im Sommer nicht den direkten Weg... Da uns beim Abstieg ein vorausgesagter Regen den Weg komplizierte, wurde die relativ einfache Gelbe Wand zu einem gefährlichen Stück Klettern mit viel Kraftaufwendung (nasse Ketten...)
  • Der Bifertenfirn ist ein nicht zu unterschätzender spaltenreicher Gletscher. Der Winter war zwar schneereich, der Schnee schwindet in der Hitze aber zusehends und hinterlässt zum Teil dünne Schneedecken über den Spalten. Einmal bin ich reingerutscht, mein Tourenpartner auch :( , Gott sei dank nicht zu tief. Ca. 200 m unter dem Gipfel mussten wir einmal kriechen, um das Gewicht über der dünnen Schneedecke gleichmässig zu verteilen
  • Trotz der frühen Stunde war der Gletscher bis ca. 3'400 m sulzig, was die Aufstiegszeit verlängerte, dafür aber die Abstiegszeit dank Rutschen etwas verkürzte
Alles in allem eine sehr schöne, lohnende Tour mit herrlichen Gipfelblicken! In meinen Augen wird sie manchmal unterschätzt und zu leichtsinnig beschrieben. Insgesamt sind von der Hütte 14 Tourengänger in 3 Seilschaften gestartet, am Ende haben wir den Gipfel nur zu zweit mit meinem Tourenpartner erreicht...

Tourengänger: explorer


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