Friederspitz (2049 m) mit Schneeschuhen


Publiziert von ju_wi , 14. Mai 2009 um 23:11.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum: 1 Mai 2009
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 1270 m
Abstieg: 1270 m
Strecke:16,7 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto zum P an der Ochsenhütte
Unterkunftmöglichkeiten:Lähn Haus Bleispitze
Kartennummer:f&b WK 352

Der Friederspitz ist einer der sanften Zweitausender der Ammergauer Alpen und daher ein gutes Gipfelziel für die recht schwierige und diffuse Übergangszeit vom Winter in den Bergfrühling in den Alpen. Außerdem ist seine Lage nördlich der Zugspitze prädestiniert für eine Top-Aussicht auf das gewaltige Zugspitzmassiv.

Am 1. Mai-Wochenende sind wir für die 3 Wochenend-Tage wieder in den Alpen. Unser Quartier ist Lähn im Außerfern-Tal zwischen Reutte und Ehrwald.

Nach Anreise Donnerstag nachmittags geht es Freitag morgen am Maifeiertag nach Frühstück um 7:30 Uhr direkt los zum Friederspitz. Mit dem Auto fahren wir über Ehrwald ins Loisachtal auf die Deutsche Seite und zum Parkplatz an der Ochsenhütte. Es ist schönes Wetter mit strahlend blauem Himmel und wir folgen dem Forstweg im Bogen durch Wald bergauf. An einer Wegverzweigung wenden wir uns gen Rotmoossattel und steigen weiter auf breitem Forstweg in frühlingshaftem Terrain - die Schneeschuhe geschultert - langsam hinauf. Immer wieder wenden wir uns nach hinten und genießen den Blick auf das breite von Neuschnee bepuderte Wettersteinmassiv mit dem Zugspitzgipfel. Zuletzt flacher erreicht der Weg auf gut 1100 m ü NN einen Sattel und zwischen Grießberg und Frieder wenden wir uns links auf dem Hauptweg haltend Richtung Graswang. Wir sind überrascht, dass wir auf dieser Höhe noch deutlich unterhalb 1200 m schon weite Schneeflächen durchqueren müssen. So ist auch der Einstieg Richtung Friederspitz gar nicht so einfach zu finden.

Nachdem wir nahe einer Kreuzung mit Abzweig zur Rotmoos-Alm ein Stück den falschen Weg eingeschlagen haben - nach Karte gibt es hier eine Querverbindung zum Anstiegsweg - kommen wir zurück zum Hauptweg und treffen ein Stück weiter endlich auf einen Wegweiser Richtung Friederspitz. Hier folgen wir dem Pfad und kommen schon nach wenigen Metern in Schneeterrain. Allerdings sind Trittspuren hier vor uns erkennbar. So können wir mittels Trittspuren und orientiert an der GPS-Route ganz gut dem Wegverlauf im Schnee folgen. Erst 200 Hm höher ist der Pfad etwas freier und es liegt kaum noch Schnee. Allerdings wechselt das Terrain im Wald recht häufig. Streckenweise ist der Waldpfad frei - dann ist er wieder bis zu 1m hoch von Schnee bedeckt. Recht mühsam und anstrengend ist das Fortkommen und stellenweise die Orientierung. Auf ca. 1450 m gelangen wir in freieres Terrain in einer Lawinenrinne. Hier sind kaum Schneereste. Durch den Lawinenabgang sind auf breiter Front die Nadelbäume abgeknickt und umgelegt. Durch diese Passage nähern wir uns einem breiten Schneekar im Geißtal auf einer Höhe von knapp 1600 m. Der Weg biegt etwas nach rechts ab und erreicht komplett schneebedecktes Terrain. In den Fußstapfen steigen wir mühsam - zunächst ohne Schneeschuhe - weiter bis zur Friederalm auf 1653 m Höhe. Hier an der schönen Holzhütte lassen wir uns zur Mittagspause nieder. Es liegt noch gut 1m Schnee um die Hütte.

Wir ziehen unsere Schneeschuhe an und wenden uns dem nun sehr winterlichen Terrain zu. In dem Hochkar marschieren wir mit den Schneeschuhen Richtung Gipfel. Bald weisen Tritte von Schneeschuhen links ab vom Sommerweg über das Gamskarle im steileren Gelände hinauf Richtung Sattel. Mit den Schneeschuhen wird es in einigen steileren Passagen nun sehr mühsam. Immer wieder rutschen wir nach hinten und kommen nur durch Querstellen der Schneeschuhe einigermaßen die Dtufen hinauf. Je näher wir dem Sattel kommen, desto flacher wird das Geländer und desto besser klappt es mit dem Gehen. Hier oben ist eine 20-30 cm dicke pulvrige Neuschneeschicht von der Vorwoche, in der die Schuhe schön einsacken.

Schon taucht rechts von uns das Gipfelkreuz auf und der Hang dorthin wirkt gut gehbar. Zunächst in der direkten Linie und später -  in doch steilerem Gelände als zunächst erscheinend - etwas diagonal, nähern wir uns langsam dem Gipfelkreuz. Nach inzwischen 1200 Hm und davon den Großteil durch Schnee kommen wir doch recht abgekämpft nach knapp 4 Stunden schließlich am Gipfel des Friederspitz (2049 m) an. Der Blick ist phantastisch. Nach S zu Zugspitze und Mieminger Kette, rechts davon die Lechtaler mit dem Danielkamm, anschließend Schellschlicht und Kreuzspitze, über die Kuchelberge zum Zwillingsgipfel des etwas höheren Frieder, den wir aber auch wegen unsicherer Wetterlage nicht mehr in den Angriff nehmen. Nach O schweift der Blick zu Hirschbühel, Grießberg, der Kramerspitze und dem Estergebirge.

Wir hatten überlegt, nach S über Lausbichl und den Friedergrieß abzusteigen, aber auch hier wollen wir nun keine Experimente mehr machen und entscheiden uns für den gleichen Abstiegsweg hinab. Zurück am Auto zieht es schon sehr dunkel auf. Da wir so nah an Garmisch sind planen wir spontan einen Abstecher und setzen uns in einer Straßenkneipe draußen auf ein Getränk hinaus. Immer schwarzer zieht es vom Karwendel auf und als wir zahlen kracht es das erste Mal. Auf der Fahrt zurück nach Lähn klatscht uns dann schon der Gewitterregen entgegen, der sich in der Pension schon in Hagel wandelt. Den ganzen Abend regnet und blitzt es heftig, Dennoch machen wir einen Abstecher nach Kelmen ins Lechtal und essen im Gasthaus Wetterspitze auf Empfehlung zu abend.

Tourengänger: ju_wi

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