Kurzbericht 

Münchner Naherholungsklettern - SW-Kante Naunspitze


Publiziert von ZvB , 10. Juni 2018 um 19:29.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Kaiser-Gebirge
Tour Datum:10 Juni 2018
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:12,2km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Oberaudorf nach Ebbs. Dort vor der Kirche links ab und dem weiteren Straßenverlauf folgen. Beim zweiten Weiderost links parken, Ortsteil Buchberg.
Kartennummer:AV 8 Kaisergebirge

Das Wetter ist wieder einmal unsicher, der Wetterbericht sogar noch unsicherer. Trozdem hätte ich jetzt gerne ein spannende Halbtageskraxeltour. Nach dem durchschlagsmäßigen Überblättern meiner bescheidenen Alpinbibliothek fällt die Wahl auf die SW-Kante der Naunspitze.

Vor allem Einstieg haben die Götter den Zustieg gestellt (Engel können direkt zum Einstieg fliegen!). Am Parkplatz Buchberg beginnt der Aufstieg dann jedoch zuerst mit einem Abstieg. Der Start des Schanzensteiges zur Ritzaualm muss mit einem Höhenverlust von mehr als 150m bezahlt werden. Dafür geht es dann aber auch gleich in die Vollen. Der Schanzensteig ist steil, die Kehren schier unendlich. Eine alte Eisenleiter im letzten Drittel sorgt für Spannung. Das Ding ist lebendig oder warum zittert es so?

Die Ritzaualm ist sodann erreicht (Kodition check!), die Vorderkaiserfeldenhütte auch (check). Noch wenige Mintuten und auch die "zweite" Wiese ist erreicht. Man soll dort nach links zu einem toten Baum abbiegen. Nach stundenlanger Suche sei an dieser Stelle festgehalten, dass es den toten Baum gar nicht gibt. Aber es gibt einen toten Steinmann und daanach geht es ab in die Botanik. Die zu überquerende Schuttrinne ist leicht auszumachen und darüber steht die Felsnase, deren Nordseite den Einsteig markiert.

Dann kann es ja endlich losgehen. Die Route ist kaum zu verfehlen. Man kann sich gut an den zahlreichen Zwischenhaken und Standplätzen orientieren, da hier eine MSL-Trainingsroute eingerichtet wurde. Eine homogene Kletterei darf man dennoch nicht erwarten. Oft muss man sich den Fels in den Schrofen suchen. So richtige Herz-rutscht-in-die-Hose-Stellen gibt es auch nicht. Ein ganz nette Kraxelei, die leider viel zu schnell vorbei ist. Um kurz nach neun stehe ich bereits allein am Gipfel und beobachte die Wolken, die das Kaisergebirge bereits jetzt einzulullen beginnen.

Ein Wort zur Schwierigkeit. In Thomas Ottos Münchner Bergtouren wird die Kletterei mit II bewertet. bergsteigen.com erhöht sogar auf 3-, in deren Topo allerdings an der falschen Stelle. Wenn überhaupt, dann befindet sich diese "schwierige" Schlüsselstelle am Ende der 4. SL, nicht an deren Beginn.

Für den Abstieg nehme ich den Musikantensteig. Der sollte etwas schneller gehen und führt auch direkt zum Auto. Zehn Minuten vor der Karre werde ich dann doch noch von meiner persönlichen Regenwolke geduscht. Ohne diese Wassereinlage wäre es die perfekte Halbtagestour geworden, die man wegen ihrer guten Erreichbarkeit noch als Münchner Naherholungskletterei bezeichnen darf.

Wie üblich gibts auch wieder Bilder als visuell alternative Fakten zum geschriebenen Wort.

(Zeitdauer im Berichtskopf entspricht der Gesamtdauer. Die Bewertung T3 bezieht sich auf Schanzen- und Musikantensteig.)

Tourengänger: ZvB


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Geodaten
 40429.gpx Naunspitze SW-Kante

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