Titlis-Rundtour mit Fünffingerstöck


Publiziert von Delta Pro , 24. April 2009 um 07:47.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:10 April 2009
Ski Schwierigkeit: S
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-OW   Titlis und Wendenstockgruppe 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 900 m

Wieder mal in der Titlis-Region unterwegs – diesmal als Ausweichtour mit gutem Tempo und starkem Föhn.

Eigentlich wäre heute schon zum zweiten Mal diesen Winter das Hintere Schloss auf dem Programm gestanden. Der Föhn tobte aber so stark im Engelbergertal, dass die Fürenalpbahn den Betrieb eingestellt hatte. So wühlten wir uns als Ersatz durch die Touristenmassen an der Titlisbahn und machten uns um 10.15 – reichlich spät für eine Frühlingsskitour – auf den Weg zu den Abseilstellen der Titlisrundtour. 

Die Titlis-Rundtour ist der alpine Skitourenklassiker im Engelbergertal und mit Sicherheit der lohnendere Zugang zu Grassen und Co als der direkte und lange Aufstieg von der Herrenrüti. Besonders der erste Teil der Tour ist aber alpin und Ortskenntnisse sind von Vorteil, um die Abseilstellen aufzuspüren. Normalerweise kommt mit zweimal 50m Abseilen (2 50m Halbseile) sollte man immer durchkommen. Diesen Winter reichte sogar eine 55m Reepschnur aus. 


Bei kalten Temperaturen über den Titlisgletscher an den Fuss des Messers. Diesen Fels-Schneegrat überschreitet man mit gebuckelten Skis. 25m Abseilen mit den Skis an den Füssen durchs obere Couloir, schöne Firnabfahrt übers Chli Gletscherli zum unteren Couloir, das an den linksseitigen Bergflanke ansetzt. Den oberen Teil des Couloir kann fahren / rutschen (Abseilstellen eingerichtet). Ausgesetzt hält man dann rechts auf eine Kanzel hinaus. Ist der Schnee in der von dort nach rechts ziehenden Rinne weg, seilt man von der Kanzel 50m ab. Wir konnten noch weiter abrutschen und mussten schlussendlich nochmals für 25m ans Seil (eingerichtet). Unten angekommen zeigte sich, dass der späte Start vorteilhaft war – die ca. 20 anderen Tourengänger, die sich gegenseitig in den Abseilstellen blockiert hatten, waren schon überholt. 

Mit den Skis an den Füssen auf harter Unterlage möglichst weit dem Hang entlang queren, bis man über weite Hänge angenehm gegen den Uratgletscher aufsteigen kann. Auf diesen in zügigem Tempo bergauf, über den Uratstock direkt unter die Föhnwalze auf den Fünffingerstöcken. Die Steilabfahrt auf den Wendengletscher ist lohnend, sollte aber nur bei einigermassen guter Sicht angegangen werden. Vom Gletscherplateau fährt man bis auf den Kopf des Hängegletscher und sticht dann rechts daneben in die Tiefe. Die Steilheit ist frei wählbar zwischen gut 40° rechts an der Felswand und 45° oder etwas mehr unmittelbar neben dem Hängegletscher. Bei griffigen Pulverschneeverhältnissen ein Genuss! In etwas mehr Bruchharst zum Wendengletscher und Aufstieg zum Grassenbiwak, das wir in gewaltigem Föhnsturm erreichen – gut gibt’s eine Hütte, um die Felle wegzunehmen. Für die Abfahrt ins Tal führte mich mein Begleiter über eine ideale und logische Linie, die erstaunlicherweise noch völlig unverspurt war – wieso nur? Vom Biwak etwas gegen den Titlis und den steilen „Schissihang“ runter. Dann immer ziemlich nahe bei den Titlis-Ostabbrüchen durchs „Todestäli“ (Gletscher) und schliesslich mit weiten, schnellen Schwüngen in faulem Schnee über die „Gelbe Platte“. 

 

Tourengänger: Delta

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