Ein Blanken, ein Bühel und sieben Hügel - Die (kleine) Damülser Runde einmal mit Schneeschuhen


Publiziert von Grimbart , 31. März 2018 um 13:08.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Bregenzerwald-Gebirge
Tour Datum:24 Februar 2018
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT4 - Schneeschuhtour
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 4:45
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 645 m
Strecke:ca. 12,0 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Dornbirn, Bahnhof, mit der Buslinie 40 nach Au, Gemeindeamt. Weiter mit der Buslinie 43 nach Damüls, Uga-Lift.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit der Buslinie 43 von Oberdamüls nach Au, Gemeindeamt. Weiter mit der Buslinie 40 nach Dornbirn, Bahnhof.
Kartennummer:ÖK25V 1224-Ost (Bezau); F&B WK 5364 (Hinterer Bregenzerwald / Kleinwalsertal / Damüls)

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da stellten die weiten und sanften Hänge der westlichen Damülser Berge ein exklusives Ziel für Skitourengeher dar. Das war wohlgemerkt vor der Erschließung des Gebiets durch den Ragazlift. Mit diesem Bericht soll aber nicht vergangener goldener Zeiten nachgetrauert werden, vielmehr steht eine Wintervariante der Damülser Runde im Mittelpunkt, die sich als Anstoß für ambitionierte Schneeschuhwanderer versteht. Ob der Nähe des Skigebiets lassen sich zwar „Pistenkontakte“ nicht gänzlich vermeiden, doch sind diese überschaubar und durchwegs nur von kurzer Dauer. Dessen ungeachtet sorgen jedenfalls sanfte Hänge und anspruchsvolle Hangtraversen für die nötige Abwechslung. Die unvergleichliche Aussicht ist da dann noch jenes Sahnehäubchen, für das es sich allemal lohnt, über die verlorene Exklusivität hinwegzusehen.

Gleichwohl der Ragazerblanken ein nur wenig hervortretender Gipfel im Hauptkamm ist, so ist er doch der einzige, der bei allen Varianten der Damülser Runde bestiegen wird. Dies verdankt er zweifellos seiner zentralen Lage. Neben diesem Alleinstellungsmerkmal, zeichnen ihn aber auch die auffallend weiten, sanften Alpflächen nach Süden und Osten aus. Vor allem die von Pisten verschont gebliebenen Hänge im Süden eignen sich im Winter nicht nur für die Freunde des Variantenfahrens, sondern auch für Schneeschuhtouren.

 

Der Zustieg zu diesen Hängen an der Ragaz Alpe erfolgt durch das Tal des Krumbachs und beginnt beim Parkplatz am Uga-Lift. Von dort wandert man auf der Straße noch gut 1 km talein bis zu den Talstationen des Sunnegg- und Hasenbühellifts. An diesen vorbei muss man sich vorerst an die Skipisten im Talboden halten, bis man endlich den Alpweg hinauf zur Ragaz Alpe erreicht hat. Dazu geht’s zunächst bis zu einer Brücke und im Anschluss nach links hinab zum Krumbach. Auf die andere Bachseite wechselnd, steigt man daraufhin über eine schmale, zusehends ansteigende Piste durch den Wald hoch bis unter die südlichen Ausläufer des Ragazer Schrofens, wo man auf besagten Alpweg trifft.

Diesem folgend geht’s unterhalb von Felsfluhen hinauf zu einem bewaldeten Bergrücken. Um diesen herum erblickt man kurz darauf rechts oben bereits die Alphütte. Voller Tatendrang könnte man nun in Versuchung geraten, direkt über die steilen Hänge zu dieser emporzusteigen, doch bequemer ist es, wenn man vorerst noch dem Alpweg die Treue hält bis sich seine Konturen auf etwa 1.660m im Gelände verlieren. Da man die Alphütte mittlerweile im Rücken hat und nur noch ein gut sichtbares Kreuz auf einem Geländeabsatz auf die Ragaz Alpe hinweist, gilt es nun in spitzem Winkel kehrt zu machen und in einer Hangquerung zum Kreuz hochzusteigen.

Bei dem nun folgenden Aufstieg von der Ragaz Alpe zur Bergstation des Ragazlifts ist ein wenig Gespür für das Gelände erforderlich. Verlockend erscheint der östlich von der Hütte gelegene Bergrücken, besser ist es allerdings, wenn man zunächst noch Richtung Sünser Joch bis zum Ansatz einer Geländerippe aufsteigt. Über diese dann beliebig hoch bis zu einem Boden und sich eher rechts haltend weiter zu einer Bergschulter im NO. Dort angelangt dreht man nach NW ab und hält auf die Steilstufe des O-Rückens des Ragazer Blankens zu. Über diese steigt man schließlich hoch bis man zur Rechten den Ragazlift auftauchen sieht. Diesen als Orientierungshilfe nehmend geht’s nun in wieder sanfterem Gelände hinauf zur Bergstation. An dieser vorbei sind's dann noch gute fünf Minuten bis zum Kreuz am Ragazer Blanken. Aufgrund der jähen N-Abstürze sollte man sich dabei aber stets links des Kammes halten, die Schneewechten können hier trügerisch sein.

Wieder zurück an der Bergstation nimmt man am Weg hinüber zum benachbarten Hübschen Bühel für etwa 200m mit der Piste Vorlieb. Bei der ersten Geländekante verlässt man sodann die Piste nach rechts und traversiert – in etwa entlang des Sommerwegs – hinunter in eine Mulde westlich des Ragazer Blankens. Von dort nun auf eine Geländekuppe zuhaltend bis kurz vor eine markante Kammerhebung. So der Wind seine Arbeit getan hat, kann man links unten eine weiß-rot-weiße Markierung erspähen, die den einfachsten Abstieg über eine kurze Steilstufe hinunter in eine Scharte weist. Aus der Scharte heraus quert man – an einem überhängenden Gendarmen vorbei – hinüber in eine Mulde östlich vom Hübschen Bühel. Durch diese nun auf den Gipfel zuhaltend, dreht man kurz vor dem Kamm nach links ab und traversiert hinauf auf den sanften Gipfelrücken. Über diesen schließlich noch hoch bis zur abgerundeten Gipfelkuppe des Sünserkopfs alias Hübscher Bühel.

Der Abstieg vom Hübschen Bühel zum Sünser Joch erfolgt direkt über den S-Rücken, der sich oftmals bereits abgeblasen präsentiert. Nichtsdestotrotz sollte man auf halber Höhe auf einen – im Winter regelmäßig zugeschneiten – Graben Acht geben. Um nicht unverhofft einzubrechen, ist es daher ratsam, dass man sich im Abstieg rechts hält.

Hat man das Sünser Joch erreicht, folgt nun der anspruchsvollste Teil der Rundtour: die Querung hinüber zur O-Schulter des Portlahorns. Vorerst geht’s dabei noch bequem am Rand der Piste hinunter in eine Mulde. Hier verlässt man die Piste und hält auf eine Geländekuppe zu. Über diese hinweg folgt nach kurzem Abstieg die nicht zu unterschätzende Traverse durch die steile Flanke des Portlahorn O-Grats hinüber zur O-Schulter.

Hat man die Querung geschafft, so kann man beim anschließenden Gang über die Sieben Hügel wieder seine Seele baumeln lassen und die Aussicht genießen. Der höchste der „Sieben Hügel“ wird dabei gleich zu Beginn erklommen. Danach geht’s über den Kamm kontinuierlich bergab bis zur Bergstation des Sunnegglifts. An dieser vorbei und der Skipiste unter dem Sessellift hindurch kurz folgend, wird diese alsbald nach rechts verlassen. Nun über freies Gelände – die Pisten stets zur Linken – über den weiten Rücken vor bis zu einer Einsattelung. Von dort dann beliebig über die Hänge hinab in den Karboden der Oberdamülser Alpe.

Ab der Oberdamülser Alpe sorgen dann präparierte Winterwanderwege für einen bequemen Abstieg nach Oberdamüls, wobei es im Bereich des Gasthofes Sonnenheim noch einmal Pisten zu queren gilt. Danach schlendert man mit schönem Blick zu Zitterklapfen und Zafernhorn hinaus zu den Häusern von Oberdamüls.

 

Gehzeiten:

Damüls, Uga-Lift – Krumbachtal – Ragaz Alpe (ca. 1' 00'') – Ragazerblanken (ca. 1' 05'') – Hübscher Bühel (ca. 40'') – Sünserjoch (ca. 15'') – Sieben Hügel (ca. 35'') – Sunnegglift, Bergstation (ca. 15'') – Alpe Oberdamüls (ca. 25'') – Oberdamüls (ca. 30'')


Tourengänger: Grimbart
Communities: Bregenzerwald


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