Hoher Dachstein (2995m) geplant, die Realität sieht anders aus


Published by jagawirtha , 31 January 2018, 20h23.

Region: World » Austria » Nördliche Ostalpen » Dachsteingebirge
Date of the hike:29 January 2018
Mountaineering grading: F
Snowshoe grading: WT3 - Demanding snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 5:45
Height gain: 900 m 2952 ft.
Height loss: 900 m 2952 ft.
Access to start point:Obertraun, Krippensteinbahn
Accommodation:Gjadalm, Simonyhütte

Immer noch steht der Hohe Dachstein auf meiner ToDo-Liste, für Montag ist gutes Wetter angesagt, also könnte das Erlebnis Dachstein über die Bühne gehen. Ich fahre schon am Sonntag nach Obertraun am Krippenstein und kaufe das Panoramaticket, mit dem ich alle drei Sektionen der Seilbahn hoch und wieder runter fahren kann für sage und schreibe € 30,70. Von der Endstation gehe ich über die Gjadalm zur Simonyhütte um dort zu übernachten und früh am Morgen schon Richtung Dachstein aufbrechen zu können. Für die Strecke zur Simonyhütte brauche ich heute 2,5 Std. bei viel Gegenwind. Das Gelände ist ein einziges auf und ab mit vielen Windungen. Bei starkem Gegenwind ein hartes Stück Arbeit.

In der Hütte übernachten nur 6 Personen und deshalb gehe ich bald zu Bett. Am nächsten Morgen, gleich nach dem Frühstück verlasse ich die Simonyhütte mit Steigeisen und Pickel, ausgeliehen von dieser. Für meinen Aufstieg wähle ich den Skiweg über den Hallstätter Gletscher. Der Weg führt westlich des Schöberls vorbei, zuerst ohne wenig Höhengewinn, dann aber steilt er gewaltig auf und man muss nur noch mit den Frontzacken der Schneeschuhe arbeiten. Danach flacht der Gletscher wieder etwas ab, aber der starke Wind blässt mir direkt entgegen und zehrt kräftig an meinen Nerven und Reserven.  Als ich unter der Nordwand des Niederen Dachstein stehe, habe ich keine Lust mehr den Hohen Dachstein in Angriff zu nehmen.

Ersatz ist schnell gefunden mit der Seethalerhütte, die es nicht mehr gibt und durch einen Neubau ersetzt wird. Die Aussicht vom Kreuz ist aber grandios Richtung Süden mit den Niedern und Hohen Tauern, das Highlight ist aber der Blick in die Südwand des Hohen Dachstein, die zu den höchsten der Ostalpen zählt. Wegen des Windes bleibe ich aber nicht lange und laufe noch Richtung Hunarkogel und Gjadsteinsattel. Von dort steige ich noch auf den Kleinen Gjadstein. Für den Aufstieg, der zwar nur etwa 100 hm beträgt, wechsele ich die Schneeschuhe und gehe mit den Steigeisen weiter, denn teilweise ist der Grat schneebedeckt und eisig. Außerdem pfeifft hier der Westwind nochmals um einiges stärker. Kurz vor dem Gipfel lässt der Wind jedoch nach und ich kann die supertolle Aussicht auch geniessen.

Für meinen Rückweg wähle ich wieder den Skiweg zur Simonyhütte, das heisst aber nochmal 100 hm hoch Richtung Dachstein und dann über den Hallstätter Gletscher wieder hinab zur Simonyhütte. Am nächsten Morgen haben wir einen Schneesturm mit wenig Schnee, aber viel Wind und wenig Sicht. Nach etwa zwei Stunden vergeblichen Wartens auf Wetterbesserung starte ich trotzdem den Abstieg zur Krippensteinbahn zusammen mit ein Tourengeherpaar. Nach gut einer Stunde Abstieg lässt dann der Wind etwas nach und es wird auch heller. Die Skifahrer haben natürlich schon bald ihre Bretter angeschnallt und sich am Skiweg nach unten getastet.


Aufstieg von Endstation der Krippensteinbahn zur Simonyhütte 2.30 Std.
Abstieg von Simonyhütte zur Endstation Krippensteinbahn 2.15 Std.

Achtung: letzte Bahnfahrt abfragen und Windverhältnisse beachten, tw. fährt die 3. Sektion bei Windgeschwindigkeiten von unter 60 km/h nicht mehr!

Schlußwort: Die Tour ist in seiner Gesamtheit nicht zu unterschätzen, denn das Gelände ist,  ausgenommen vom Gletscherbereich, sehr kupiert und ein ständiges Auf und Ab. Bei Schlechtwetter, wie bei meinem Abstieg von der Simonyhütte konnte ich die breite Pistenbullyspur teilweise nicht mehr finden (Whiteout, Wind, Verwehungen), dabei war es nicht mal neblig bzw. hat nicht stark geschneit. Außerdem gibt es immer wieder steile Anstiege, die bei Gegenwind an den Kräften zehren. Auf dem Hallstätter Gletscher gibt es nur wenige Stangenmarkierungen, die bei Nebel und Schneefall nicht wirklich helfen. Bei Schönwetter ist es jedoch ein traumhaftes Erlebnis.

Hike partners: jagawirtha


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