Mattjisch Horn (2460m) ab Fideriser Heuberg


Publiziert von Chrichen Pro , 6. Februar 2018 um 08:11.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:28 Januar 2018
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 530 m
Abstieg: 530 m
Strecke:ca. 7 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem ÖV: Zug bis Schiers / Postauto bis Fideris, Dorf / Privatbus bis Fideriser Heuberge (kostenpflichtig CHF 19.-, Infos auf der Website www.heuberge.ch)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:(Gleicher Weg umgekehrt)

Das Mattjisch Horn kann ab Fideriser Heuberge in einem recht kurzen Aufstieg erreicht werden. Ein schöner Grat und eine weite Rundsicht machen die Tour lohnend. Der Gipfel scheint bei Schneeschuhwanderern recht beliebt zu sein.

Eine Tour, die zum Profil von Aichen gut zu passen scheint: Nicht allzu lang, ein schöner Grat, der am Gipfel sogar recht steil wird, und aussichtsreich. Leider haben wir beim Wetterpoker dieses Mal nicht ganz gewonnen: Hohe Wolkenfelder sorgen für eher trübes Wetter. Dennoch konnten den milchigen Sonnenschein und die Aussicht auf dem Gipfel geniessen.

Anreise ab Fideris, Dorf
Das Postauto bringt uns nach Fideris, Dorf. Dank einem Blick aus dem Fenster sehen wir bereits, wo die Busse zum Fideriser Heuberg abfahren. Von der Haltestelle aus muss man ein kleines Stück zurücklaufen. Die Infrastruktur ist grösser als erwartet, und es stehen schon mehrere Busse abfahrbereit. Das Ticket scheint mit CHF 19.- auf den ersten Blick etwas teuer, die Rückfahrt ist jedoch inbegriffen. Die Strasse dient zugleich als Schlittelpiste, weshalb es im Kleinbus ziemlich holprig bergauf geht.

Das Gebiet ist bekannt zum Schlitteln. Wie wir aber sehen, dass die Piste mit dem Bus geteilt wird, verwerfen wir die Option nach der Tour mit dem Schlitten herunterzusausen. In der Tat gibt es genau an diesem Tag einen Unfall mit Verletzungsfolge, wie ich später einer Kurznachricht in der Zeitung entnehmen konnte. Auch schaut auf der Rückfahrt nach unserer Tour im unteren Bereich der Strecke an vielen Stellen der Asphalt hervor - eine Folge der warmen Temperaturen. Ansonsten ist die Organisation top, sogar das Gepäck könnte man zum separaten Transport abgeben, bevor man sich auf den Schlitten sitzt.

Fideriser Heuberg - Arflinafurgga (WT1)
Beim Berghaus Arflina eingetroffen nutzen wir eines der leeren Bänklein um uns für die Tour vorzubereiten. Danach marschieren wir der Skipiste entlang der Arflinafurgga entgegen. Bis dorthin führt auch ein gepisteter Winterwanderweg, den wir stellenweise nutzen. Der Beginn der Tour steht noch ganz im Zeichen der Skigebiet-Atmosphäre. Bald aber wird es einsamer. Bis zur Arflinafurgge sind es nur ca. 250 Höhenmeter, der Aufstieg ist jedoch nur wenig steil. Dort, wo wir frei gehen, ist die Spurarbeit recht anstrengend. Oft bricht man durch einen harten Deckel in den weichen Schnee hinab. Bei der Arflinafurgga eröffnen sich sehr schöne Ausblicke.

Arflinafurgga - Mattjisch Horn (WT2 - WT3)
Es folgt nun ein sehr schöner Abschnitt über den sanften Grat dem Mattjisch Horn entgegen. Nur eine Stelle ist etwas ruppig, ansonsten bieten sich keine Schwierigkeiten. Das Astserhöreli kann leicht mitgenommen werden. Vom P.2276 aus zieht nun ein bis zu ca. 35° steiler Grat zum Gipfel hoch. Dieser ist länger als es zunächst den Anschein macht, denn es werden doch immerhin knapp 200 Höhenmeter bewältigt. Der Grat ist meist relativ breit, stellenweise ist er abgeblasen. Meist herrscht schön griffiger windgepresser Schnee vor, was ideal für Schneeschuhe ist. Auf dem Gipfel geniessen wir trotz etwas fahlem Licht den Rundblick und legen eine gemütliche Pause ein.

Mattjisch Horn - Fideriser Heuberg (WT2 - WT3)
Für den Abstieg wählen wir den Ostgrat. Auch dieser lässt sich einfach begehen. Mittlerweile ist der Himmel von einer strukturlosen weissen Wolkenschicht bedeckt, und die Geländeformen lassen sich nicht mehr so gut einschätzen. Vor dem P.2347 - zu früh - steigen wir zum Hangfuss vom Schönbüel ab. Diese Variante führt uns kurz in über 30° geneigte Nordhänge mit älterem Triebschnee und einer Mulde als Auslauf. Nicht unbedingt das was gewünscht gewesen wäre. Besser wäre ein Abstieg nach dem P.2347 gewesen. Im Whiteout sind die Hangneigungen schlecht zu schätzen. Der Schnee ist teils unangenehm zu gehen, oft mit einem knapp nicht tragenden Deckel und tiefem Einsinken. Sicherheitshalber machen wir grosse Abstände. In der Mulde unter dem Schönbüel angekommen, gehen wir nach Westen, umrunden das Schönbüel halb und steigen zwischen diesem und dem P.2270 durch ein kleines Tälchen ab. Hier sind nochmals kurze Hangpartien um die 35°. Danach wird schon bald das Skigebiet erreicht. Ab Rande einer Piste steigen wir ein Stück hinunter und gehen einer guten Spur nach in direktem Wege zurück zu unserem Startpunkt.

Rückfahrt ab Fideriser Heuberg
Für die Rückfahrt mit dem Bus gibt es am Nachmittag festgesetzte Zeiten um 15 Uhr und 16 Uhr. Wir nehmen den 15 Uhr Kurs. Per Zufall sitzen wir im ersten Bus für die Talfahrt. Damit haben wir Glück, denn nur so können wir den Postautoanschluss in Fideris knapp erreichen. Den zweiten Bus sehen wir vom bereits fahrenden Postauto aus eintreffen. In Zeiten wo der Klimawandel ein grosses Thema ist, habe ich persönlich Mühe damit, wenn Anschlüsse auf den ÖV systematisch ignoriert werden. Der ÖV wird dadurch nicht attraktiver. Die Busse könnten auch 10 Minuten früher fahren. ÖV Nutzer sind sich Fahrten zu ungeraden Zeiten gewohnt, und Autofahrer sind ebenfalls mit einem Denkorgan ausgerüstet, das mit solch komplexen Informationen wie "14:50 Uhr" umzugehen weiss :-)


Eine abwechslungsreiche Runde, die anfangs und am Schluss etwas stark vom Skigebiet geprägt ist, im Mittelteil aber viel Abwechslung und tolle Ausblicke bietet. Gratrücken sind immer eine schöne Sache! Das Tourengelände um den Fideriser Heuberg scheint bei Schneeschuhgehern recht beliebt zu sein. Auch Tourenskifahrer waren einige unterwegs. Unter anderem haben wir eine grosse Gruppe auf dem Gipfel angetroffen. Planung und Routenfindung waren dieses Mal keine Glanzleistung, was daran lag, dass ich mich im Vorfeld zu wenig mit der Tour beschäftigt hatte. 

SLF: mässig

Tourengänger: Chrichen, Aichen


Galerie


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