Pigne de la Lé (3396 m)


Publiziert von johnny68 Pro , 17. Juli 2017 um 20:56.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:17 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Parking - Moiry-Hütte - Pigne de la Lé und zurück

Der Pigne de la Lé stand schon lange auf meiner Pendenzen-Liste, handelt es sich doch um einen recht einfach erreichbaren hohen Gipfel inmitten einer atemberaubenden Gebirgslandschaft. Nachdem der heisse Sommer die Schneefelder vom Frühling dahinschmelzen liess, stand der Besteigung nichts im Wege.
 
Vom Parkplatz am Ende des Moiry-Stausees (2344 m) ist es nur rund 1100 Höhenmeter bis auf den Gipfel. Auf halbem Weg kommt man an der Cabane de Moiry (SAC, 2825 m) vorbei. Diese moderne Hütte wird oft für Kletter- und Gletscher-Ausbildungslager genutzt, befinden sich in unmittelbarer Nähe doch Klettersteige wie auch eine Flachzone des Moiry-Gletschers. Bis zur Hütte begeht man einen gut ausgebauten Bergweg (T2+). Zuerst folgt er der Seitenmoräne des Moiry-Gletschers. Beim Punkt 2590 m steigt der Pfad in Serpentinen steil an. In einer Stunde ist man bei der Hütte. Hinter der Hütte geht es zum Teil blau-weiss, zum Teil gelb und zum Teil rot markiert weiter, am Fuss der Aiguilles de la Lé entlang über Block- und Schotterfelder bis zum Col du Pigne (3140 m, T4-). Von hier sieht man im Süden den Schlussaufstieg (L, bzw. T5-, I) auf den Pigne de la Lé direkt vor sich. Am besten folgt man den hie und da sichtbaren Pfadspuren, die in etwa dem Gratrücken folgen und überklettert dabei das blockige Gelände. Nur an wenigen Stellen ist es leicht ausgesetzt. Zwischen dem Vor- und dem Hauptgipfel gibt es ein kleines Gletscherfeld, das bei meinem Besuch noch eingeschneit war und an seiner höchsten, d.h. flachen Stelle, gut überquert werden konnte.  Auf dem Gipfelplateau ist recht viel Platz. Es gibt einen grossen Steinmann, aber kein Gipfelbuch. Die Aussicht auf die 4000-er Welt der Walliser Alpen wäre grandios. Leider nebelte es mich just in dem Moment ein, in welchem ich auf den obersten Metern und auf dem Gipfel war. Nur hie und da sah ich durch Wolkenlücken das Weisshorn, das Obergabelhorn und weitere Gipfel der „Couronne impériale“.
 
Ich kehrte auf demselben Weg, wie ich aufgestiegen bin, wieder zurück. Der Abstieg über den WNW-Grat ist nicht „ohne“, gibt es doch sehr rutschige Partien, und das Gelände ist im Abstieg sehr instabil. Es handelt sich meistens um Gletscherschutt neueren Datums, der sich noch nicht verfestigt hat. Viele wählen für den Abstieg einen anderen Weg: den über den recht flachen Moiry-Gletscher unterhalb der Pigne. Man erreicht dann den Weg zurück zur Hütte ungefähr auf 3000 m.
 
Im Val de Moiry befindet sich ein attraktiver Stausee (Lac de Moiry). Bei Sonnenschein leuchtet er fast unwirklich türkis. Wieso leuchten einige Stauseen (z.B. auch der Lac des Places de Moulin im Valpelline/I) mit diesem intensiven türkis, andere „nur“ blau oder grau? Des Rätsels Lösung ist der besondere Sand, den das Gletscherwasser mitführt. Die Geologie zeigt, dass es in der Umgebung Gesteine mit viel Serpentinit hat, ein hauptsächlich grünes Mineral (im Volksmund „Grüner Marmor“ genannt), das aus dem Erdinnern stammt und durch die Alpenfaltung emporgehoben wurde. Der von den Gletschern abgeschliffene Feinsand des Serpentinits schwebt im Wasser und führt zu den türkisfarbenen Reflexionen, wenn die Sonne scheint. 

Tourengänger: johnny68

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