Gross Walenstock (2572m)


Publiziert von أجنبي , 14. Juli 2017 um 00:21.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:13 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Ruch- und Walenstockgruppe   CH-NW   CH-OW 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Strecke:Ristis – Chruteren – Stock – Stafel – P. 1695 – Walenalp – Gross Chälen – Gross Walenstock – retour auf gleicher Route / ab P. 1695 allerdings via Steinboden – Sädelegg – Rinderbüel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV/Auto bis Engelberg, LSB bis Ristis
Zufahrt zum Ankunftspunkt:LSB ab Ristis, ÖV/Auto ab Engelberg
Kartennummer:LK 1:25.000: 1191 Engelberg

Schon seit geraumer Zeit will ich mir mal die Walenstöcke aus der Nähe anschauen. Dass das kein Kinderspiel werden würde, war klar. Das Gebiet zwischen Walenstöcken und Rot Grätli ist ziemlich wild und einsam, weshalb sich nur selten jemand dorthin verirrt.

 

Unser Tag begann schlecht: Erst massive Verspätung im Zug ab Luzern und dann glänzte die Brunniwald-Seilbahn mit Betriebsferien (die Fahrzeiten suchten wir zuvor online vergebens). Immerhin war eine meiner Tourenpartnerinnen mit dem Auto angereist, so dass wir – wenn auch mit massiver Verspätung – Plan B zücken konnten: Die Seilbahn von Engelberg nach Ristis. Natürlich verlängerte das unsere Tour um einiges, weshalb uns klar war, dass wir wohl keine Zeit für Gross und Vorder Walenstock haben würden.

 

Egal welchen Weg man von Ristis zur Walenalp wählt: Es geht auf und ab. Doof, wenn dieser Weg nicht das Ziel ist, aber so ist's halt nun einmal. Schliesslich erreichten wir (nach ca. 1h 30min) um 11.00 Uhr herum die Walenalp. Die Mägen knurrten bereits ordentlich und so kamen wir nicht um ein Znüni herum. Die getankte Energie konnten wir später in der Gross Chälen gut gebrauchen.

 

Weglos stapften wir danach zum gut sichtbaren Einstieg zur Gross Chälen hoch. Wir erreichten ihn um 11.30 Uhr. Die Felsplatten umgeht man links in steilem, grasigen, doch gut gestuften Gelände (T4+). Ein Pickel in der Hand ist dort sicher nicht die dümmste Sache, insbesondere wenn es – wie in unserem Fall – etwas feucht ist. Auf dem Sporn geht es steil in die Höhe und bald erreicht man die Gross Chälen. Je mehr Höhe man in diesem Geröllkessel gewinnt, desto mühsamer wird die Unterlage. Darauf hatten wir uns allerdings eingestellt, weshalb es nix zu meckern gab.

 

Am Ende der Gross Chälen landeten wir beim ziemlich bedrohlich wirkenden, steinschlägigen Couloir, das hoch zum Kessel zwischen den Walenstöcken führt. Genügend Erfahrung und ein Näschen für eine sinnvolle Route ist in diesem Gelände unabdingbar. Wir kletterten konsequent links der Rinne hoch (I-II). Das Gelände ist steil, doch gut gestuft. Auf den Felsstufen liegt allerdings viel Gebrösmel, weshalb Konzentration gefragt war. Im oberen Teil nimmt die Steilheit etwas ab. Dort begaben wir uns schliesslich doch noch in die Rinne. Dort nichts in die Tiefe zu schicken, ist unmöglich, doch glücklicherweise ist man dort oben wohl meist alleine unterwegs.

 

Ziemlich genau um 13.00 Uhr gönnten wir uns eine kurze Pause im Kessel zwischen den Walenstöcken und berieten unsere weiteren Schritte. Es war klar, dass wir uns aus Zeitgründen nur einem der beiden widmen konnten und entschieden uns für den Gross Walenstock. Wir zückten dazu die hilfreiche Skizze von Baergheidi. Wir folgten mehr oder weniger ihrer Route zum Grat bei P. 2384. Dort zogen wir auf dem Grat an den Fuss der Felsbastion, die uns noch vom einfachen Gipfelbereich trennte.

 

Wie wir merkten, kann die Bastion auf mehrere Arten geknackt werden. Eine Variante bemerkt man schon im Aufstieg: links herum. Der dortige Aufstieg ist nicht schwierig, gut gestuft, aber etwas ausgesetzt. Zudem halten nicht alle Griffe. Meine beiden Begleiterinnen kraxelten dort hoch, derweil ich es auf der rechten Seite der Felsbastion versuchte. Ich lief dem Felsfuss entlang, bis sich prompt eine gut gestufte, steile und grasige Aufstiegsmöglichkeit bot. Um eine kurze Kletterstelle kam aber auch ich nicht herum. Danach trafen wir uns auf der Felsbastion. Fünf bis zehn einfache Minuten später, um 13.45 Uhr, erreichten wir das hölzerne Gipfelkreuz. Auf eine Aussicht mussten wir verzichten.

 

Wir hatten für den Aufstieg ab den Felsplatten oberhalb der Walenalp 2h 15min benötigt und rechneten für den Abstieg mit einem ähnlichen Zeitaufwand. Wir hielten deshalb nur eine kurze Gipfelrast ab. Im Abstieg folgte ich der Route meiner beiden Begleiterinnen, musste dabei angesichts meiner Mühe mit ausgesetzten Passagen ordentlich auf die Zähne beissen. Allzu schwierig war's nicht, aber eben: einigermassen exponiert. Danach folgten wir erneut dem Grat bis kurz vor P. 2384, querten dann ins markante Geröllfeld und surften dieses runter. Danach folgten wir exakt unserer bewährten Aufstiegsroute. Die Abkletterei zwischen dem Kessel und der Gross Chälen ging erstaunlich effizient, wenn auch mit grosser Konzentration. Um ca. 15.30 Uhr erreichten wir die Einstiegsplatten oberhalb der Walenalp. Für den Abstieg hatten wir also 1h 30min benötigt.

 

Unseren Durst löschten wir beim freundlichen Älpler auf der Walenalp und kauften ihm auch noch gleich ordentlich Alpkäse ab. Danach gelangten wir in 1h 15min zurück nach Ristis.

 

Mein Fazit: Die Tour ist abwechslungsreich und spannend, sollte aber keinesfalls unterschätzt werden. Ein Helm ist in diesem Gelände unabdingbar. Ab der Walenalp bewegt man sich konstant in mit viel losem Zeug gespicktem Gelände. In manchen Passagen ist ein Pickel kein Luxus. Wer's mit Seil versuchen will, trifft wohl nicht allzu viele Sicherungsmöglichkeiten an. Was den Zustieg betrifft, würde ich nächstes Mal aus Zeitgründen bei der Brunnihütte starten, sofern die Brunniswald-Seilbahn nicht fährt.


Tourengänger: أجنبي


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Geodaten
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