Pigne d’Arolla.....Tour abgebrochen.


Publiziert von beppu Pro , 3. Juli 2017 um 21:32.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum: 2 Juli 2017
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bahn, Bus
Zufahrt zum Ankunftspunkt:do

Weil im Wallis ein bisschen besseres Wetter prognostiziert wurde sind wir statt ins Sustengebiet nach Arolla gefahren. Leider hat Petrus die Prognosen nicht gelesen, jedenfalls hat sich das aktuelle Wetter nicht daran gehalten, zu unseren Ungunsten.

Wir starten nach dem Kafi um halb elf in Arolla Richtung Pas de Chèvres. Noch ist das Wetter trocken aber verhangen. Nach ca anderthalb Stunden Aufstieg setzt Regen ein, der bald in Schneefall übergeht. Die nächsten drei Stunden bleibt das auch so. Auf dem Pass  sehen wir auf den, ca 130m tiefer liegenden Gletscher, dort wollen wir hin.  

Zuerst geht’s über stabile Leitern, der Rest über die steinige Moräne abwärts. Auf dem Gletscher seilen wir an und queren den Glacier de Cheilon schräg nach Südwesten, danach folgt der Aufstieg zur Cabane des Dix, unser heutiges Endziel.

Nach ausgiebiger Pause in der warmen Hütte, beschäftigen wir uns mit Knoten, Anseiltechnik etc. Das anschliessende Nachtessen schmeckt natürlich nach diesem feuchten Anmarsch besonders gut. Beim Erzählen  von allerlei Räubergeschichten und lustigen Anekdoten werden die Augenlieder schwer und wir verziehen uns in unser Zimmer.

Nach einer ruhigen Nacht gibt’s pünktlich um vier Uhr Frühstück. Halb fünf wären wir bereit zum Abmarsch. Unser heutiges Ziel die Pigne d’Arolla, danach via Cabane des Vignettes zurück nach Arolla. Nun, ein Blick  nach draussen bestätigt: null Sicht, mit oder ohne Licht, zudem schneit es.

Wir warten noch eine Stunde und beraten das weitere Vorgehen. Weil in den nächsten Stunden Aufhellungen gemeldet werden, beschliessen wir bei Tagesanbruch loszuziehen. Eine welsche Gruppe startete schon kurz vor uns mit gleichem Ziel.

Zuerst geht’s wieder auf den Gletscher runter, hier seilen wir an. Mit einer dreier und vierer Seilschaft marschieren wir südöstlich über den Glacier de Cheilon. Unten am Glacier de Refien ziehen wir die Steigeisen an und folgen der Vorgängergruppe die im Neuschnee schön gespurt hat. Durch guten Trittschnee steigen wir bis ca 3500m aufwärts, zur Orientierung dient links die Felswand. Oben auf dem flachen Stück wartet die vorausgehende Gruppe. Hier wird das weitere Vorgehen besprochen.

Es sind folgende Fakten zu berücksichtigen: Null Sicht, Schneefall, Neuschnee mit Verfrachtungen, wir müssen auf dem Weiterweg die Spaltenzone parallel zu den Spalten passieren, viele Spalten sind leicht mit Schnee überdeckt, (wir hatten schon im Aufstieg einen Einbruch einer Schneebrücke).  Es könnte also sein dass eine Seilschaft längs über einen zugeschneiten Spalt marschiert, ein Einbruch hätte fatale Folgen, eine Rettung aus der Luft ist heute ausgeschlossen. Die geplanten Aufhellungen bleiben auch aus, eine Anfrage an die Cabane des Vignettes  bestätigt dass auf der Abstiegsseite die gleichen schlechten Bedingungen herrschen.

Da fällt die Entscheidung natürlich nicht schwer. Umkehren und auf der gleichen Spur abwärts gehen. Die bisher passierten Spalten überqueren wir mit entsprechender  Vorsicht, (gebranntes Kind scheut das Feuer). Der Rückweg ist der gleiche wie der Zustieg. Unterhalb vom Pas de Chèvres packen wir Seil und Steigeisen ein und bewältigen den knackigen Aufstieg zum Pass. Der restliche Abstieg erfolgt auf Berg und Wanderwegen ohne Schwierigkeiten.

Nachdem auf dem Pass der Schneefall aufgehört hat, setzt jetzt zur Abwechslung Regen ein. In Arolla ist es wieder trocken. Die zwei Stunden Wartezeit aufs Poschi verbringen wir im Restaurant mit Käseschnitte und Fondue essen.

Trotz fehlendem  Gipfelerfolg war das eine superschöne, interessante und lehrreiche Tour.
Danke Chrigu und Tinu für die kompetente Führung und allen Mitgängern für die kurzweilige, angenehme Zusammenarbeit.
 

Tourengänger: beppu


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