Tour de Marmontana (Season Opener) Tag 1+2: Rif. Genzianella - Marmontana 2316 m


Publiziert von basodino Pro , 19. Juni 2017 um 20:43.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:16 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Portola-San Jorio   CH-GR   I   Gruppo San Jorio-Monte Bar   CH-TI 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 990 m
Abstieg: 410 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto oder ÖV nach Carena, ca. 10 Langzeitparkplätze unterhalb und im Ortskern, der Rest ist auf max. 24 Std. (Mo-Fr) beschränkt
Unterkunftmöglichkeiten:Rif. Genzianella, Naturfreundehaus, Selbstversorger, 11+9 Schlafplätze, Getränke erhältlich, Cap. Gesero (neben der Route), Rif. San Jorio (Privathütte, bewirtet)

Nach der hochalpinen Saison-Eröffnung 2016 wählten wir dieses Mal eine aussichtsreiche Rundtour zwischen drei großen Badeseen. Zu Beginn steht der Lago Maggiore als Aussichtsziel zur Verfügung, später der Comer See, am Schluss auch noch der Lago di Lugano, aber dazu später mehr.

Tag 1:
Wir trafen uns am frühen Nachmittag in Carena, wo es glücklicherweise noch ein paar Parkmöglichkeiten gibt, die man auch für 4 Tage in Beschlag nehmen kann. Der eher unglücklich getaktete Busverkehr macht hier das Auto leider noch praktisch.

In Carena wandert man vom Ortskern aufwärts bis man oberhalb eine Straße trifft, die nach links weit raus trägt (nicht der Beschilderung zur Alpe Croveggia folgen). In der Haarnadelkurve (derzeit eine Baustelle), beginnt eine zunächst unscheinbare Spur, die sich bald als dankbarer, guter Bergweg entpuppt, der einen durch schattigen Wald bald höher führt. Vorbei an einem Haus (ca. 1070 m), an einem Wasserfall (ca. 1140 m), verzweigt er sich kurz später, wobei man rechts aufwärts steigt. Schließlich erreicht man in immer längeren Kehren die Alpe d'Urno mit schönem Blick aufs Valle Morobbia. 1 h 00 min, T2

An der Alpe setzt eine schwache Spur an, die wenige Meter unterhalb der Mauer den Hang auswärts quert. Diese Spur ist durch Farne und andere Vegetation bedroht, derzeit aber noch leicht zu finden. Mit wenig Auf und Ab quert man so in 40 min nach Piano Dolce. An einem Haus erreicht man eine Kreuzung und findet das Rifugio Genzianella gut ausgeschildert in weiteren 3 Minuten. 0 h 45 min, T2

Die Hütte ist gut ausgestattet: warme Dusche (!), es hat zwei Terrassen und zwei Aufenthaltsräume. Die beiden Schlafräume sind einerseits über eine schmale Treppe, andererseits über eine Deckenlucke mit Leiter zu erreichen, beide eher niedrig und bei unserem Aufenthalt etwas zu warm und mit dem kleinen Fenster kaum zu lüften. Dafür ist die Lage aber 1A!

Dieser erste Tag ist im Kopf der Tour nicht berücksichtigt: 1 h 45 min, T2, 485 Hm Aufstieg, 30 Hm Abstieg.

Am nächsten Morgen geht es dann von besagter Kreuzung gerade hinauf, durch den Wald bis zu einer Verzweigung auf einem Rücken, dort geradeaus die Höhe haltend zu einem zweiten etwas höheren Sattel, an welchem man nach rechts abbiegt. In wenigen Minuten wird aus dem breiten Rücken ein schmalerer, welcher einige Felsen trägt. Der erste Felsen ist der Sasso Guida. 1 h 05 min, T2 (meist leichter)

Nach dem Felsen erst links des Grates, dann auf ihm selbst weiter durch lichten Wald. P. 1799 quert man ganz knapp unter dem höchsten Punkt linkerhand und steigt über weite Wiesen in einen weiteren Sattel ab (P. 1745). Dort setzt eine schwache Spur knapp links an, die allmählich ansteigt und durch Alpenrosenbüsche aufwärts führt. Der anschließende Grashang zu P. 1875 ist wenig steil und so offen, dass sich dort keine Spur mehr findet. 1 h 00 min, T2 (meist leichter)

Kurz vor P. 1875 kann man rechts im Hang eine schwache Spur ausmachen, die sich auch hinter P. 1875 wiederfindet. Dieser Spur folgt man nun, oftmals rechts des Grates bis sich das Gelände wieder weitet. Dort verliert sich die Spur wieder etwas (sie ist im allgemeinem von der Vegetation bedroht). Bei Biscia trifft man dann auf den klaren und markierten Weg von der Cap. Gesero herauf und folgt diesem hinter P. 2045, wo eine Traverse beginnt, die schöner kaum sein könnte. Dieser folgt man ohne großes Auf und Ab bis zur Bocchetta di Cugn. 1 h 00 min, T2
Die Bocchetta di Cugn haben wir dann blöderweise früher vermutet. Der eigentlich komfortable Übergang nach links würde einen beinahe horizontal zu einem Gebäude (2065 m) leiten. Wir stiegen einer schwachen Spur folgende schon einen Sattel früher nach links durch Erlengebüsch hinab und kämpften uns dann mit ein wenig Höhenverlust in die freie Fläche hinaus ca. 40 m unterhalb des Gebäudes. Das geht auch ist aber wirklich unnötig (+ 20 min, T4-).
Hinter dem Gebäude führt dann ein klar markierter Weg bis zu den beiden Gebäuden bei P. 2194. T2, 40 min

Zwischen den beiden Gebäuden verläuft ein Grat, den man leicht zur Cima di Cugn aufsteigen könnte (44 Hm, 10 min). Wir ließen aber unsere Rucksäcke am südlichen Gebäude (geschlossene Unterkunft) zurück und querten die Cima di Cugn auf einem schmalen Weg südlich und stiegen über den Westgrat der Marmontana bis auf den Gipfel. 0 h 25 min im Auf, 0 h 20 min im Abstieg, T3

Nach dem schönen Highlight und dem höchsten Punkt der Tour geht es dann noch steil über den Südgrat von P. 2194 zum Passo San Jorio und über einen breiten Weg zum Rifugio gleich darunter. T3-, 0 h 30 min.

Die Hütte ist in ihrer Atmosphäre eher kühl, hat aber eine herzliche Hüttencrew. Das Essen war sehr gut, es gibt warme Duschen (wenn gleich nur für schlanke Menschen zu empfehlen) und die Betten waren sichtlich neueren Datums. Im Esssaal wurde dann auch eingefeuert, so dass wir wohlig und warm zu Bett gingen, morgen stand ja eine lange Etappe an.

Tourengänger: basodino, tourinette


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