Tour de Marmontana (Season Opener) Tag 3: Rif. San Jorio - Cap. Monte Bar (als Gratvariante)


Publiziert von basodino Pro , 19. Juni 2017 um 20:43.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:17 Juni 2017
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   I   Gruppo San Jorio-Monte Bar   Gruppo Portola-San Jorio 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1430 m
Strecke:16,8 km
Unterkunftmöglichkeiten:Rif. San Jorio (Privathütte, bewirtet), Rif. Sommafiume (unbewartet), Cap. Monte Bar (Privathütte, bewirtet)

Heute sollte die längste Etappe - die Königsetappe - des Season Openers anstehen. Unsere Gruppe teilte sich in zwei Teile. Hier beschrieben ist die Route, die ich und ein Freund genommen haben, ich gebe aber Hinweise auf die leichteren Optionen:

Vom Rifugio San Jorio steigt man zurück in den gleichnamigen Pass und folgt einer Schotterstraße nach links bis zur Kapelle. Von dort nimmt man den Grat/Rücken auf und verlässt ihn nicht mehr bis zur Cima Pomodoro.

Zunächst wandert man über Wiesen hinab zu P. 1976. Es findet sich eine Spur, die man mit wenigen Unterbrechungen auf der gesamten Wanderung bis zur Btta di Sommafiume nachvollziehen kann. Es sind alle paar Minuten Schilder mit und ohne Informationen zu finden, die zu einem langen Naturlehrpfad gehören (natürlich alles nur auf Italienisch). Die Schilder geben einem eine gute Idee und Bestätigung, wie die Route verläuft, da sonst Wegzeichen kaum auszumachen sind.

Bis P. 1988 gibt es keine Schwierigkeiten, die Spur leitet am höchsten Punkt knapp südlich vorbei. T3, 40 min

Über P. 1922 und hinab in die Bocchetta di Nembruno müssen einige Felsen überschritten werden, die aber zunächst keine weitere Schwierigkeiten bereiten (T3+). Die kleine Überraschung wartet an der Bocchetta selbst, denn diese erreicht man nur über einen kurzen, felsigen Abstieg (ca. 8 m), der sehr (!) ausgesetzt ist. Ein angerostetes Seil hilft, ansonsten eine klare II. Ob man das Seil belasten sollte, mag jeder für sich entscheiden. Die Stelle kann man evtl. südlich durch Steilgras umgehen. T3+, II, 30 min

Alle, die keine solchen Überraschungen mögen, sollten hier zum Querweg oberhalb der Alpe Nembruno absteigen (ca. 80 Hm, 15 min). Dies dürfte auch der schnellste Weg für die Gesamtetappe sein. Die Gruppe war bereits bei P. 2029 über den Südostgrat abgestiegen (nicht komplett) und hatte über leichte Wiesen die Alta Via del Lario erreicht. Noch lagen sie aber hinter uns.

Wir nahmen den Weg auf den Monte Albano in Angriff. Obwohl Spuren nach rechts in die Büsche führen, ist es besser dem links ansetztenden Grat zu folgen. Der Anstieg zum Gipfel weist keine Schwierigkeiten auf. T2, 35 min

Der weitere Weg hinab zur Btta di Albano ist leicht (meist T3 oder leichter), weist aber immer wieder kleine felsige Passagen (eher T4) auf. Es müssen in der Folge mehrere Kuppen überschritten werden. Schließlich geht es an den Aufstieg zur Cima Pomodoro, der nochmals etwas schwieriger ist. Die Spur setzt von links her an und wird recht steil. Es wird eine kleine Rippe benutzt, die sich leichter als das steile Gras ersteigen lässt, dann wieder im Gras und über den Grat zum Gipfel. T4, 60 min.

Die letzte Überraschung ist dann der folgende Abstieg. Scheinbar fällt die Kuppe vor einem senkrecht hinab. Das stimmt vielleicht nicht ganz, aber die Grasspur, die vor einem ins Bodenlose abfällt, ist erst einmal ein Hingucker. Nach einigen wenigen, heiklen und steilen Grasstufen hinab, erreicht man Felsen, die sich leicht abklettern lassen. Sie sind steiler als schwer (I-II). Allerdings findet sich am Fuße ein Seil, welches wohl mal eine Hilfe gewesen sein sollte. So ist es nur noch Altmetall.
Der Grat weist jetzt einige Felsen auf, die sich nicht einfach überklettern lassen. Dem ersten wichen wir rechts aus (T4+, I), den weiteren links, indem wir zu einem kleinen See hinüberquerten. Hier sind dann alle Schwierigkeiten vorbei. Entweder links hinab zum Wanderweg oder rechts über eine letzte Kuppe hinweg zur Btta di Sommafiume. T4+, II, 30 min

Hier trafen wir wieder auf den Rest der Gruppe, der für die gesamte Strecke ca. 1/2 Stunde weniger gebraucht hatte.

Wir stiegen rechts der Bocchetta die Flanke traversierend aufwärts zu P. 1993 an. Eine schöne, teilweise felsige Traverse, garniert mit Büschen. Vom Sattel weg ändert sich die Charakteristik komplett. Hier dominieren trockene weite Wiesen. Durch mittelhohes Gras führt eine schwache Spur links des Grates hinab zur Bocchetta della Tappa. Hierher kann man auch über einen breiten Weg link ausweichen (unter Verlust von ca. 25 Höhenmeter und entsprechender Gegensteigung). T3, 35 min

Gegenüber sieht man bereits ein Hindernis im Grashang. Eine Felsplatte muss von links unten nach rechts oben auf eher schmalen Leisten traverisert werden. Das ist nicht schwierig, aber etwas exponiert. Darüber über steile Wiesen beinahe beliebig bis auf den Nordostgrat des Mottone della Tappa/Cima della Valletta. Der Weg ist in diesem Bereich nicht mehr eindeutig. Auf dem Grat nimmt man die Spur wieder auf und erreicht bald den Gipfel. T3, 40 min

Am Gipfel machten wir unsere Mittagspause. 4 h 30 min sind bis hier nötig gewesen (plus 1 Std. Pause). Deshalb ließen wir auch den Gipfel des Monte Stabiello aus (wäre mit + 15 min insgesamt auch machbar gewesen). Man lässt auch P. 2068 aus (Umgehung nach rechts) und erreicht dahinter einen Grat, der wieder felsiger wird. Hier gibt es auch noch ein paar schmalere Stellen. Der Weg weicht im Zweifel links aus und quert einige Höcker. Dann links in die Ostflanke des Vetta del Vallone bis zu einer Schulter. Von hier stieg ich auch noch kurz auf den Gipfel selbst (+ 10 min). T3+, 1 h 20 min

Weiter geht es mit einer Querung der Südseite (letzte T3 Stellen), um dann bequem über den Monte Segor zur Gazzirola zu gelangen. T3, 35 min

Den ganzen Tag über war der Nordwind immer weiter aufgefrischt. Im Abstieg von der Gazzirola konnten wir uns dem nicht mehr entziehen. Schon beinahe stürmisch verblies es uns so manchen Schritt. Man erreicht den Abzweig Richtung Btta di Revolte und wenig später eine Kreuzung am Passo di Pozzailo. Hier noch wenige Schritte weiter gegen die Cima Moncucco, dann an einem Mauerrest links auf eine schwache Spur. Wenige alte Wegmarkierungen bestätigen die Wahl dieses sich in Auflösung befindlichen Weges. Dieser quert zunächst ohne große Höhendifferenz die Wiesen und schwenkt dann ab zu P. 1600 des von weitem sichtbaren Querweges. T2, 1 h 05 min

Nun folgt man dem guten Weg immer die Höhe haltend bis nach Piandanazzo. Danach wird der Weg zur Schotterstraße, verliert nochmals ca. 30 Höhenmeter und steigt dann leicht an bis zur neuen Capanna Monte Bar. T1, 50 min

Die neue Hütte ist wirklich kein Vergleich zur alten. Die Aussicht aus dem Aufenthaltsraum ist dank der großen Glasflächen eine Wucht. Ich denke, die Hütte wird auch als Tagesziel sehr beliebt sein oder werden. Eigentlich erinnert sie mehr an ein Hotel als an eine Hütte, und das auch bei den Übernachtungspreisen.

Tourengänger: basodino, tourinette


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