Östliche Karwendelspitze (2537 m)


Publiziert von gero Pro , 7. März 2009 um 14:24.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:20 Juni 2008
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 11:15
Aufstieg: 1660 m
Abstieg: 1660 m
Strecke:Rißbachtal (P4) - Johannestal - Hochalmsattel - Wank - Östliche Karwendelspitze - Grabenkar - Hochalmsattel - Rißbachtal
Kartennummer:FB WK 322 + AV-Karte 5/2

Nur 8 Tage vor meiner Besteigung der Vogelkarspitze stand ich auf der benachbarten Östlichen Karwendelspitze - grade mal 14m höher, nicht ganz so extrem einsam, da ein etwas besserer Steig hinaufführt, aber doch auch sehr im Schatten der höheren Nachbarn in der Karwendel-Hauptkette. Nachdem ich die Vogelkarspitze hier in diesem Forum sehr detailliert beschrieben habe, kann ich mich etwas kurz fassen bis zu jener Stelle, wo sich die beiden Wege trennen.

Auch zu dieser Tour brach ich am Parkplatz P4 (958m) im Rißbachtal auf, dies Mal allerdings mit meinem Bergkameraden Erwin - der herrlichen Jahreszeit mit langen Tagen entsprechend bereits kurz nach 4 Uhr. Wir legten den langen Weg durch das Johannestal zum Kleinen Ahornboden (1400m) recht zügig zurück (knapp 2 Std.), immer der Beschilderung zum Karwendelhaus folgend, bis wir nach 3 Std. den Hochalmsattel (1803m) erreichten (9km Horizontalentfernung ab P4). Gute Sichtverhältnisse vorausgesetzt, kann man von hier aus das große Metallkreuz auf dem Gipfel bereits in der Morgensonne funkeln sehen.

Man verläßt an der höchsten Stelle des Hochalmsattels (hinter dem es in 15 Min. zum Karwendelhaus leicht abwärts geht) und folgt dem Maximilianssteig einigermaßen horizontal bis zu jener Stelle, wo man unter dem Grabenkar steht (gut 30 Min. ab Hochalmsattel) - an dieser Stelle kommt man nach dem Abstieg durch das Grabenkar wieder vorbei. Hier trennen sich die Wege zur Vogelkarspitze (er geht noch einige Zeit nur leicht ansteigend weiter) und zur Östlichen Karwendelspitze: zu letzterer geht es gleich etwas anstrengend rechts (westwärts, weder Markierung noch Beschilderung) ein nicht sonderlich großes, aber unübersehbares Geröllfeld auf einem Steig knapp 100Hm hinauf bis zu dessen oberem Ende.

Hat man das obere Ende erreicht, quert man den hier ansetzenden riesigen Schrofenhang (Wank genannt) an dessen unterem Ende etwa 20 Minuten, wiederum einem Steig folgend, zunächst nur leicht ansteigend. Dann geht es steil bergauf, immer dem Steiglein folgend; ein Irrtum in der Wegfindung ist ab jetzt praktisch nicht mehr möglich. Nach einer weiteren Stunde gehen die Schrofen in das typische Karwendelgeröll über, dem man nun - zusehends anstrengend - bis zum Gipfel folgt. Irgendwelche Schwierigkeiten sind nirgends vorhanden, natürlich wie immer entsprechende Trittsicherheit und alpine Erfahrung sowie normale Verhältnisse vorausgesetzt.

Je höher man steigt, desto eindrucksvoller werden die Landschaft und die Aussicht: auf den gegenüberliegenden Karwendel-Hauptkamm, aber auch das Karwendeltal hinaus Richtung Scharnitz und natürlich auf die benachbarte Vogelkarspitze mit der ewig langen Flanke, über die deren Normalanstieg verläuft.

Ganz zuletzt verlangt der Geröllhang etwas Kraxelei: man sieht dann schon das Gipfelkreuz über sich - und staunt nicht schlecht, wenn man dort ankommt: es steht nicht auf dem höchsten Punkt, sondern auf einem Gratabsatz, der dem Gipfel etwa 15 Minuten südlich vorgelagert ist. Mein Kamerad und ich erreichten es etwa gegen 10:30 Uhr, als 6 Std. nach dem Abmarsch im Rißbachtal.

Vom Kreuz querten wir dann natürlich noch hinüber zum eigentlichen Gipfel der Östlichen Karwendelspitze, wo wir gegen 10 Uhr ankamen; dabei ist einmal eine kleine Kletterstelle (I) zu überwinden. Vom Gipfel hat man einen eindrucksvollen Tiefblick nach Norden hinab in das Rohntal, aber südseitig sind der Hochalmsattel bzw. das Karwendelhaus durch vorgelagerte Flanken verdeckt.

Für den Abstieg wählten wir den Weg durch das im Mittelteil steile Grabenkar; es ist zwischen die Östliche Karwendelspitze und die ostseitig benachbarte Grabenkarspitze eingelagert und weist bis in den Sommer hinein eine geschlossene Schneedecke auf. Der Abstieg geht an sich sehr flott (einmal muß entlang eines Felsriegels schräg abgeklettert werden - I), aber bei unserem Abstieg war der Schnee noch relativ hart, und die Begehung ohne Grödel grenzwertig - wir konnten sie grade noch im Rucksack lassen.

Eine gute Stunde brauchten wir vom Gipfel bis zum unteren Ende des Grabenkares - dort, wo wir uns beim Aufstieg das steile Geröll hinaufmühen mußten. Dann noch hinübergequert zum Hochalmsattel und durch das lange Johannestal hinaus gelaufen zum Ausgangspunkt - um 15:30 Uhr hatten wir den Parkplatz P4 im Rißbachtal wieder erreicht.


Tourengänger: gero

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