Grammont - Cornettes de Bise 1968


Publiziert von FJung , 13. April 2017 um 13:34.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum: 5 Oktober 1968
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: F   CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2046 m
Abstieg: 2046 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Montreux - Villeneuve - Le Bouveret - Grammont- Lac de Taney - Cornettes de Bise - St. Gingolph
Unterkunftmöglichkeiten:Lac de Tanay, Villeneuve, St. Gingolph

Kaum hatte ich es mir in Montreux bequem gemacht, lockte mich auch schon ein Berg von der anderen Seite des Sees: der Grammont  und die Cornettes de Bise.Diese Besteigung konnte mit dem Fahrrad beginnen, denn bis zum Fuß des Berges sind es nur wenige Kilometer von Montreux. Den Weg hatte ich nicht genau beschrieben, aber ich ließ in Le Bouveret das Rad stehen und dann ging es von der Nordseite zu Fuß bergauf. Im Zickzack ging ich bergan durch Wald, und nach einer letzten Kehre blieb ich wie verzaubert stehen: Ich hatte einen Grat erreicht und sah in der gleißenden Sonne den Grand Combin mit seinen Gipfeln und Gletschern und die anderen Bergriesen des Wallis. Es war herrlich der Kontrast, ich stand im Gras, und 80 km weiter Schnee, in den Himmel hineinragend. Mit jedem Schritt, den ich höher ging, traten die Dents du Midi deutlicher in Erscheinung, rechts daneben lugten schon Teile des Montblancs hervor. 
Große Steinplatten, sehr geneigt, aber gut zu begehen, erleichterten mir den Aufstieg sehr, bis ich zum Schluß über Gras, auf dem auch Kühe weiden können, den Gipfel in 2172 m Höhe erreichte. Hier hätte ich immer bleiben mögen. Der Grammont warf seinen Schatten bis nach Villeneuve, dann ging für Montreux die Sonne unter, die noch klar über den Cornettes de Bise stand. Ich blieb und fror, bis der Himmel sich rot überzog und es un sehr schnell dunkel wurde. Aber den Weg zum Lac Tanay fand ich schnell, obwohl ich zum Schluß die Taschenlampe benutzen mußte. 
Der See liegt 1408 m hoch und hat keinen natürlichen Abfluß, so daß Rohre gelegt wurden und mit dem herabstürzenden Wasser nun Generatoren angetrieben werden. 
Im Gasthaus übernachtete ich und lernte ein Ehepaar kennen. Am nächsten Morgen, einen letzten Blick auf diesen lieblichen See werfend, gingen wir einen herrlichen Bergbach entlang und hielten uns dann links, um einen Hang hochzusteigen. Auch Les Jumelles lenkten immer wieder meine Blicke auf sich. Dann ging es wieder etwas bergab, in einem kleinen Talkessel lagen wild durcheinandergeworfene Felsbrocken, die irgendwann mal weiter oben abgebrochen waren. Der Gipfel der Cornettes de Bise, 2438 m hoch, war auch bald erreicht, wir aßen etwas, und ich genoß etwa die gleiche Sicht wie vom Grammont, um mir herum die Berge, überstrahlt vom Montblanc unter einem blauen Firmament, unter mir der Genfer See mit der Rhonemündung. 
Beim Gipfel trennten sich unsere Wege, denn ich folgte der Spur zum Lac de Lovenex, dem schönsten See, den ich bisher sah. Von steilen Berghängen eingerahmt, nur noch nach Norden von zwei buckligen Hügeln begrenzt. Dieser See hat auch keinen Abfluß, und ich konnte mich von dem  Blick nicht losreißen. Später lag ich auf einem der Grashügel, schaute in das flache Wasser des Sees, drehte mich um und schaute 1200 m unter mir in die Wasser des Genfer Sees. Träumte ich? Außerdem war von hier kein Haus zu sehen, kein Mensch außer mir. Nur die Vögel und Enten am Wasser machten manchmal etwas Lärm. 
Dann stellte ich mich in das Wasser, um mich abzukühlen, dann ging ich wieder aufwärts wie aus dem Inneren eines Kraters und kam ins Tal dre Morge, dem Grenzfluß zu Frankreich. Die Straße schien mir sehr lang zu sein, oberhalb von St. Gingolph gnig ich quer durch den Wald, mit Blicken auf den See, und so erreichte ich wieder das Velo, das mich diesmal über verschwiegene Wege und an Kiesgruben vorbei, quer  durch das Rhonetal nach Villeneuve führte. Nun war ich wieder im Waadtland und in der Gegenwart.
P.S.: Ich habe wirklich kein Photo mit dem  Grammont und Montreux! Nur Postkarten, welch eine Schande.


Tourengänger: FJung


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