Fast Arflinafurgga: macht es Wumm, dann kehr um!


Publiziert von CampoTencia Pro , 21. Januar 2017 um 16:36. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Schanfigg
Tour Datum:19 Januar 2017
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT2 - Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 350 m
Abstieg: 350 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der Arosa-Bahn nach cff logo St. Peter-Molinis, dann mit Regional-Bus nach Fatschel und mit Sessellift nach Triemel hoch
Unterkunftmöglichkeiten:Ski- und Berghaus Hochwang
Kartennummer:1196 Arosa

Lawinenbulletin  18.1.2017, 17:00 Uhr: Stufe 3 Erhebliche Gefahr
Gefahrenstellen: alle Expositionen oberhalb 2200m
Neu- und Triebschnee der letzten Woche überlagern eine schwache Altschneedecke … Die Gefahrenstellen sind schwer zu erkennen. Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke können auf die Gefahr hinweisen … In Kammlagen entstanden gut sichtbare Triebschneeansammlungen …
 
Eisige Temperaturen in den Niederungen, sonnige Aussichten im Schanfigg. Wieso also nicht mal wieder mit der Arosa-Bahn die kurvige Strecke fahren? Unser Plan ist, im Hochwang-Gebiet mit den Schneeschuhen über die Arflinafurgga zum Skihaus Arflina in den Fideriser Heubergen zu laufen und dann den bekannten Schlittelweg nach Fideris hinunter zu sausen. Nach dem Studium des Lawinenbulletin sind wir uns aber auch einig, dass wir offen für einen Rückzug sind, sollten wir vor Ort nur die geringsten Bedenken bekommen.
 
In St.Peter-Molinis steigen wir auf den Shuttle-Bus des Hochwang-Skigebiets um. Herrliche Sonne empfängt uns und wir kaufen ein Einfach-Billet für den Sessellift. Auf dem gespurten Weg zum Skihaus Hochwang kommen wir an kleinen Rottannen vorbei, die voll mit herrlichsten Zapfen behangen sind, und betrachten wie in andern Jahren die kleine, verschneite Holzbrücke, über die der Wanderweg führt. Wir setzen uns beim Skihaus auf die Felle der Sitzbänke an der Sonne und geniessen bei einem feinen Kafi Chrüter die Wärme der Sonnenstrahlen.
 
Erst geht es ein kurzes Stück auf dem präparierten Winterwanderweg vorwärts, bevor wir dann steil den Hang gegen P.2075 in Angriff nehmen. Auf dem trockenen Bänklein eines dunkelbraunen Holzhüttchens halten wir eine kurze Pause mit heissem Getränk aus der Thermos und Sandwich. Anschliessend suchen wir den am wenigsten steilen Aufstieg nach Muntsafin hoch. Der Schnee ist locker und entsprechend mühsam zu begehen. Teilweise können wir bestehende Spuren nutzen. Zweimal vernehmen wir ein leichtes Wumm-Geräusch, machen uns aber weiter noch keine Gedanken. Wir geniessen die Sonne, die Wärme und die prachtvolle Aussicht zum Mattjischhorn oder zur Mederger Flue. Wir entledigen uns immer mehr der unnötigen Kleiderschichten. Beim Faninpass plötzlich ein unglaublich lautes Wumm-Geräusch, die Vibration der einbrechenden Schneedecke durchfährt unsere Körper wie eine Welle. Wir stehen alle still und es dauert eine Weile, bis wir wieder sprechen können, der Schreck ist uns so in die Glieder gefahren. Dabei stehen wir praktisch auf ebenem Gelände. Die Arflinafurgga liegt nur noch 400m vor uns, gut sichtbar ist die starke Schneeverwehung am Grat. Und der letzte Abschnitt bis zum Grat sieht steil aus. Der Entschluss ist schnell und einstimmig gefasst: kein Wagnis, wir kehren um. Munter 3x3 in der Praxis …
 
Wir steigen auf unserer Aufstiegsspur ab und halten eine verspätete Mittagsrast auf dem gleichen Bänklein. Frisch gestärkt ziehen wir wieder los, halten für ein Foto an, freuen uns an den Formen im Schnee, die der Wind geblasen hat, und ziehen diesmal am Skihaus vorbei, direkt bis zum Sessellift. Das Personal ist lobenswert entgegenkommend: die Bahn wird angehalten, damit wir mit unseren Schneeschuh-bepackten Rucksäcken sicher und bequem aufsteigen können. Dasselbe unten bei der Talstation. Die freundliche Frau an der Kasse erkennt uns wieder und verrechnet uns nur den Aufpreis für eine Retourfahrt. Das ist Kundenfreundlichkeit! Abgesehen davon, man sieht es dem Personal auch an, dass es mit Freude ihre Arbeit verrichtet. Das Skigebiet Hochwang kann nur empfohlen werden!
 
Bei der Bar neben dem Sessellift geniessen wir auf den wenigen freien Plätzen an der Sonne einen Trunk, bevor wir mit dem Bus wieder zum Bahnhof St.Peter-Molinis hinunter gefahren werden.
 
 
Bemerkung: Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) verzeichnet für den fraglichen Zeitpunkt kein Erdbeben. Das Wumm-Geräusch ist eindeutig auf den Einbruch im Schichtensystem des Schnees zurückzuführen.
 

Tourengänger: CampoTencia, Krokus


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