Vorderskopf (1858 m) - Unterwegs in den Karwendel-Vorbergen


Publiziert von gero Pro , 18. Dezember 2016 um 21:53. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Karwendel
Tour Datum:16 Dezember 2016
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 990 m
Abstieg: 990 m
Strecke:Hinterriß - Vordersbachau - Vorderskopf - Am Sattel - Vordersbachau - Hinterriß (15,9 km)
Kartennummer:Freytag & Berndt WK 322: Wetterstein - Karwendel

Wenn der Winter kommt - oder geht, wenn die höheren Berge wegen des Schnees nicht mehr - oder noch nicht zu Fuß besteigbar sind, dann könnte der Vorderskopf mit seinem südseitigen Anstieg eine interessante Alternative sein.

83_Stefan und ich parken in Hinterriß (931 m) auf einem der Parkplätze, wir schultern unsere Rucksäcke, und schon geht es bei frostigen -10°C los, direkt am Karwendel-Infozentrum.

Unser Weg führt uns zunächst hinauf zur Vordersbachau (1286 m), dem weitläufigen Sattel zwischen Rohnberg und unserem Ziel, dem Vorderskopf. Er ist gut beschildert, in 1 Std. leitet die Forststraße hinauf, wobei nach 15 Min. ein Abzweig ins Rhontal links liegenbleibt. Kurz vor diesem Sattel treffen sich 4 Forststraßen an einer großen Verzweigung: wir folgen ohne Beschilderung der Straße rechts (ostwärts) aufwärts, so erreichen wir - nun endlich in der Sonne, es wird gleich spürbar wärmer - eine scharfe Kehre (markant; knapp 90 Min ab Hinterriß), hier zweigt ein Steig links hinauf in den Wald ab, ihm folgen wir entlang schwacher, teils recht verwaschener roten Markierungstupfen bis zur Jagdhütte (1526 m, 2 Std ab Hinterriß). Sie liegt mitten im Wald: nette, aber etwas eingeschränkte Aussicht.

Nun geht es eine zeitlang horizontal nordwärts durch Wald auf einem wenig ausgeprägten Steig zu einer großen Lichtung am "Sattelgraben"; Stefan und ich sind uns nicht ganz sicher, ob dies der richtige Weg ist, aber über Wiesen kommen wir dann, die besagte Lichtung ansteigend, rasch hinauf nach "Am Sattel" (1617 m). Der nun wieder deutliche Steig führt auf dem wenig ausgeprägten Südkamm des Vorderskopfes mit Markierungen und Steinmanderls durch zusehends lichten Wald an den Rand des Gipfelplateaus und gleichzeitig an dessen höchsten Punkt (1858 m, Steinmann, 3 Std ab Hinterriß). In wenigen Minuten erreichen wir, die Hochebene des Vorderskopf-Gipfels querend, das an ihrem nordseitigen Rand befindliche kleine Kreuz (1855 m).

Hier droben in der Sonne ist es angenehm warm - von der winterlichen Kälte des schattigen Talgrundes ist nichts mehr zu spüren. Nach wie vor herrscht Inversionswetterlage: über dem Alpenvorland liegt zäher Nebel, der recht malerisch über die Höhenzüge am Kesselbergpaß schwappt: der Walchensee liegt wolkenlos vor uns, nur wenige Meter nördlich verhüllt dicke Wolkensuppe den Kochelsee.

Für den Abstieg wählen wir Forststraßen: dort läßt es sich trotz einiger Zentimeter Schnee gemütlich zu Tal schlendern, im Wald dagegen war der Steig schmierig und rutschig, man mußte bei jedem Schritt sehr aufpassen, um nicht auf die Nase zu fallen. Nachdem wir den Sattel der Vordersbachau überschritten haben, umfängt uns zu dieser Jahreszeit bereits wieder das Schattenreich, es wird spürbar kälter, und als wir durch das Rißbachtal die 1000 m zurück nach Hinterriß schlendern, frieren wir beiden Sonnenanbeter ganz grauslich. Zeit wirds, daß der Frühling kommt !

Tourengänger: gero, 83_Stefan


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Geodaten
 33343.gpx Von Hinterriß auf den Vorderskopf

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Kommentare (10)


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Bruchpilot hat gesagt:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 10:52
Super Tour Jungs! Habt Ihr noch andere Empfehlungen, wo man problemlos landen kann im Gebirge. Komme aus Kaiserslautern und die A 8 ist immer so verstopft ...

gero Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 16:59
Servus Bruchpilot,

also landen kann man eigentlich fast überall - es kommt nur drauf an, mit welchem Flieger man anreist. Z.B. für den A380 ist es in der Eng zu eng, daher ihr Name. Nun wird man den A380 auch nicht grad für eine Einzelperson für die Kurzstrecke von KL nach GAP chartern: da nimmt man besser irgendeine Cessna.

Will man mit einem Wasserflugzeug einfliegen (z.B. De Havilland DHC-6), dann bieten sich Kochel-, Walchen- oder Königssee an. Bei letzterem allerdings gleich durchstarten, sonst gibts Probleme mit der Bayerischen Schifffahrtsverwaltung.

Jetzt im Winter empfiehlt sich zusehends ein Flieger mit Skiern, wie er z.B. in der Antarktis zum Einsatz kommt (z.B. die Twin Otter). Da ist man vollkommen flexibel, ganz großen Bahnhof hat man z.B. auf den Pisten um Garmisch: ist schon ein tolles Gefühl, wenn man vor dem Kreuzeckhaus auf der Piste landet und gleich lauter aufgeregte Skihaserln angehüpft kommen.

Die Scheichs kommen mit ihrer eigenen Triple-7 (B777) von Dubai oder Abu Dhabi nach München (natürlich nicht First Class: darüber gibt es noch die Maharadscha Class), dann gehts mit dem Taxi (nicht unter Benz 600) zum Apres Ski nach GAP und wieder zurück.

Also, du siehst. wer ko, der ko - und wer ned ko, der kimd mitm Radl. Soll a ganz schee sei - aber momentan etwas kalt!

Humorige Grüße vom gero

chaeppi Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 17:11
Als jahrelanger Pilot auf der Twin Otter erstaunt mich deine differenzierte Typenbezeichnung etwas. Die DHC-6 ist eine Twin Otter uns nichts anderes.
Viele Grüsse von einem ehemaligen DHC-6 und Twin Otter Piloten.
Gruss
Chäppi

gero Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 17:20
Au verflixt, jetzt muß ich aufpassen, daß ich mich nicht verplapper. Bitte verrat' mich nicht, lieber chaeppi !

chaeppi Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 17:29
Habe 3600 Stunden auf der Twin Otter :-))
Gruss
Chäppi

georgb Pro hat gesagt:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 13:53
Servus Georg,
ist das dein Ernst, du bist Pilot? Warum steigst du dann noch auf den Bergen rum und kommst nicht stattdessen auch mal bei mir vorbeigeflogen ;-)
Saluti Georg

gero Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Dezember 2016 um 17:03
Ja ok - nächstes Mal Rundflug München - Innsbruck - Bozen - Bruneck. Ab Bruneck gehts dann mitm Heli weiter: Landung auf der Großen Zinne, und bei der Gelegenheit sehen wir mal nach dem Bergsturz am Antelao.

VG, gero

georgb Pro hat gesagt: Herr Baron
Gesendet am 21. Dezember 2016 um 18:12
Und ich fliege dir auf der Kanonenkugel entgegen! Georg, ich glaub dir kein Wort mehr ;-)))

gero Pro hat gesagt: RE:Herr Baron
Gesendet am 21. Dezember 2016 um 18:58
Du solltest mir aber glauben - ich bin meistens absolut ehrlich! Da paß mal auf, wenn ich bei Dir im Garten lande! Wirst schon sehen ... ;-)))

LG, ebenfalls Georg

WernerG hat gesagt: Forststraße geräumt?
Gesendet am 7. Januar 2017 um 18:11
Servus Georg,

da wir auch gern im Winter radeln, würde Obiges interessieren. Nach Karte dürfte es ja relativ sonnig sein.

Gruß
Werner


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