Auf unbekannten Pfaden am Schwämmibach


Publiziert von CampoTencia Pro , 15. Dezember 2016 um 20:15. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:13 Dezember 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-ZH   Zürcher Oberland 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 780 m
Abstieg: 780 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW bis Parkplatz Buri Reservoir (werktags erlaubt)
Kartennummer:1113 Ricken

Altes Kartenwerk ist Gold wert! Vorallem, wenn man in der eigenen Region zum Beispiel map.geo.admin heranzieht und feststellt, dass Wege, die man schon begangen hat, nicht mehr eingezeichnet sind. Dies ist mit ein Grund, wieso wir Spass daran haben, all die vergessenen Pfade im Tössbergland aufzusuchen.
 
Also auf zu einer neuen Entdeckungstour! Wir starten beim Parkplatz Buri an der Töss. Zu diesem darf man werktags mit dem PW hinfahren. Bald schon treffen wir auf die ersten Eiszapfen, die sich aus dem Sickerwasser der Nagelfluhwände gebildet haben. Die teils filigranen Gebilde können immer wieder faszinieren. Hinten bei der Bachscheidi steigen wir hinter der Baracke auf einem steilen, kaum sichtbaren Pfad auf. Der Boden ist pickelhart gefroren und stellenweise eisig-rutschig. Am Ende dieser Steilstrecke steht man unvermittelt vor der Köbi Hütte. Wir haben bisher nicht herausgefunden, wem sie gehört und wozu sie erbaut worden ist.
 
Links zweigt der Weg ab, den wir heute gehen wollen. Mehr oder weniger horizontal verläuft die Spur nordwärts. Viel mehr als eine Spur ist es nicht, was da durch hohes Gras, Brombeerranken, an Pilz-bewachsenen Wurzelstöcken vorbei und unter umgestürzten Tannen hindurch zum Schwämmibach führt. Links fällt es steil ins Tobel ab, rechts ragen hohe Nagelfluhwände in die Höhe. Solche Pfade lieben wir! Es ist einfach herrlich, ein unberührter Urwald. Beim Bach bilden zwei Baumstämme eine Brücke über den zur Zeit ausgetrockneten Bach. Auf dem Steinbelag wachsen kleine Tännchen. Wir gehen aber an der Brücke vorbei und bachaufwärts zu den Giessen. Die Steine im Bachbett sind aneinander gefroren und viel Schwemmholz zwingt uns zu akrobatischen Einlagen. Die Giessen bieten einen schönen Anblick und laden zur Bezwingung ein. Diese vertagen wir aber auf wärmere Zeiten.
 
Wir gehen wieder zurück zum Brücklein und folgen dem Weg. Dieser ist ab jetzt ausgeprägter und deutlicher. Wir konsultieren nochmals unseren Kartenausdruck. Bei der zweiten Trockenrinne nach dem nächsten Giessen müsste der Pfad nach rechts abzweigen, den ich vor zwei Jahren vergeblich gesucht hatte. Diesmal haben wir Glück! Der Weg ist so eindeutig, dass ich mich wundere, weshalb ich ihn damals übersehen hatte. Steil geht es hoch, bis wir auf den Grat beim Schürli gelangen und von dort der Waldstrasse bis zur Sennhütte folgen. Ein heisser Kaffee Chrüter und die warme Wirtsstube lassen meine kalten Füsse bald wieder auftauen.
 
Wir laufen die Waldstrasse ostwärts und treffen auf ein paar prächtige Douglas-Fichten. Zuerst fallen uns die speziellen Zapfen mit den dreieckigen Deckschuppen auf, die in grosser Zahl am Boden liegen. Eine illustrierte Tafel informiert den interessierten Wanderer. Einen Kilometer weiter biegt nach dem zweiten Giessen in Daviden ein unscheinbares Weglein rechts ab und führt steil hinab in das nächste Tobel. Dieses Weglein ist auf Swiss Map nicht existent, hingegen nun auf map.geo.admin.ch eingezeichnet. Die einzigen Spuren, die wir entdecken, stammen vermutlich von Gämsen. Wasser, das aus dem nagelfluhdurchsetzten Hang hervordringt, bildet immer wieder kleine Tümpel, die vom Wild als Tränke genutzt werden. Die Wildheit der Umgebung hält uns gefangen und lässt uns zu wenig auf den Weg achten, sodass wir uns immer wieder in Brombeerranken verfangen und ins Stolpern kommen. Am Gegenhang erblicken wir zwei Wege, die weder auf alten noch auf neuen Karten verzeichnet sind. Ziele für weitere Entdeckungen! Der Pfad führt uns nun bei Lättrüti oberhalb des Hinwegs zurück und bald gelangen wir wieder zur Köbi Hütte. Dort nehmen wir diesmal nicht den direkten Abstieg unter die Füsse, sondern wenden uns südostwärts der Tobelrüti zu. Der Weg dorthin scheint für kleine Raupenfahrzeuge angelegt worden zu sein, ist jedoch im Bachtobel arg verschüttet und führt auf einem Trassee um die Felsen zur Hinteren Töss hinunter. Das Trassee von unten betrachtet lässt uns erschaudern!
 
Auf dem Rückweg nach Buri bestaunen wir wie so oft die Fussrosetten des Safrangelben Steinbrech, der an den Nagelfluhfelsen klebt und im Juni mit weit ausladenden orangen Rispen die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
 
 

Tourengänger: CampoTencia, Krokus


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