Hinter Grauspitz (2574 m) über die Südseite von der Bergstation Älpli Bahn aus


Publiziert von erico Pro , 12. Dezember 2016 um 19:48.

Region: Welt » Liechtenstein
Tour Datum:14 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   FL 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1320 m
Abstieg: 1345 m
Strecke:19.5 Kilometer
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Rorschach (Schweiz) auf der Autobahn bis Landquart GR, Malans GR

Es ist der 14. August 2016 und ich bereite mich auf eine längere Bergtour vor. Die Tour ist mit 19,5 Kilometer eine meiner längsten Touren die ich bis jetzt gemacht habe. Die Tour beginnt bei der Bergstation Älpli Bahn, wo sie auch wieder endet. Eine Reservation ist unumgänglich wer diese Tour machen möchte, sollte den frühesten und spätesten Termin versuchen zu erhalten, meine Reservation war, am morgen um, 7,00 Uhr und abends 18,00 Uhr. (www.aelplibahn.ch) nun noch eine kleine Geschichte zu der Älplibahn.


Die Älplibahn wurde im Zweiten Weltkrieg gebaut, um die an der Grenze stationierten Truppen mit Nachschubmaterial zu versorgen. Aus diesem Grunde beantragte der damalige Abschnittskommandant, Hauptmann Christian Janggen, den Bau einer Seilbahn. Die Älplibahn gehörte also früher dem Militär. Nach zusätzlichen Umbauarbeiten erfolgte aber im September 1945 auch die Freigabe für den Zivilverkehr. Es handelte sich um die erste konzessionierte Luftseilbahnanlage des Kantons Graubünden, und mit einer Fahrbahnlänge von 3,5 km gehörte sie zu den längsten in der Schweiz. Sie ist bis heute noch die Bahn, die am meisten Höhenmeter ohne Zwischenstation überwindet, weiteres könnt ihr auf der Web-seite der Älplibahn nachlesen.


Ich bin also mit der ersten Bahn nach oben gefahren und um ca. 7.15 Uhr in der Bergstation angekommen. Es war wieder ein wunder prächtiger Tag mit Sonne pur. Die ersten Meter gehen über einen breiten Kiesweg in Richtung Mittelsäss / Falknis bis zum Wegweiser von dort geht’s weiter entweder über die Vorderalp, oder in Richtung Obersäss zur Alp Bad, beide Wege sind etwa gleich lang. Von der Alp Bad geht es am Fusse des Glegghorns durch grüne Wiesen mit vielen Bergblumen alles in Richtung der Falknisroute bis zum schönen Vorderst See. Beim Vorderst See verlässt man die Falknisroute und zweigt nach rechts ab in Richtung Ijesalp, dieser Weg geht über viel größeres und kleineres Gestein bis zur Alpstrasse die zur Alp Ijes führt. Nach ein paar hundert Meter steht man vor einem in den Fels gehauenen etwa drei Meter breiten Tunnel der etwa ca. 400 bis 500 Meter lang sein dürfte. Im Tunnel war es schön kühl, kaum draußen angekommen geht das Schwitzen wieder los. Ab hier wurde die Fernsicht immer besser, der Nafkopf und die Drusenfluh und Sulzfluh sind bereits sichtbar.


Auf der Alp Ijes angekommen sehe ich auch bereits das Ziel, aber noch in weiter ferne, der Hinter Grauspitz. Vor der Alp Ijes zweigt der Weg links in Richtung der sehr steilen Grashänge ab, ab hier gibt es keinen markierten Wanderweg mehr, es ist aber fast überall der „wilde Weg* bis hinauf zum Grauspitz erkennbar, man kann natürlich auch seinen eigenen Weg gehen. Weit oben über mir sehe ich nun ein Wanderpärchen auf dem nicht ganz einfachen Grat, die Frau hatte mühe und hat sich entschlossen nicht mehr weiterzugehen, als ich später bei ihr vorbeigegangen bin, lag sie im Gras und wartete auf ihre Begleitung, die weiter bis zum Gipfel ging. Der Grat war nicht allzu schwierig aber auf beiden Seiten ausgesetzt, auf diesem Grat ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ein absolutes muss. Der Grat geht vom Sattel bis zum Gipfel hinauf, einmal etwas schmäler dann wieder etwas breiter. Oben angekommen war ich, es war kaum zu glauben, der einzige und dass sogar im Sommer an einem Sonntag bei schönstem Wetter. Lange ging es nicht und es gesellten sich zwei Liechtensteiner dazu, die vom Liechtenstein her auf diesen Gipfel gestiegen sind und noch weitere Gipfelstürmer, ich war aber der einzige von der Schweizer Seite her. Vom Hinter Grauspitz könnte noch auf den Vorder Grauspitz gestiegen werden, der direkt Weg wäre eine Schwierigkeit von etwa T5, weil ich aber konditionsmässig heute nicht auf 100 % war und der Rückweg noch viel Zeit beansprucht, musste ich passen. Kommt ein Wanderer zu spät zur Älplibahn zurück gibt es noch eine zusätzliche Wanderung von ca. 2.5 Stunden bis ins Tal. Nach einer etwa halbstündigen Rast geht es den gleichen Weg bis zur Alp Bad wieder zurück, ab der Alp Bad gehe ich über die Kammböden und die Vorderalp einen anderen Weg zurück bis zum Ausgangspunkt. Bei der Älplibahn wieder angekommen hatte ich noch mehr als eine Stunde Zeit bis zum Resevationstermin und ich konnte noch die Aussicht auf das obere Rheintal bis Chur bei einer guten Flasche Möhlsaft genießen.


Von der Älplibahn bis zur Alp Ijes ist die Schwierigkeit nicht höher als T2 von der Alp Ijs bis zum Sattel T3 und vom Sattel bis zum Gipfel T4. Für diese Tour sollte ein ganzer Tag eingeplant werden.Diese Tour ist auch im Sommer bei schönem Wetter nicht überlaufen. Wer die Tour plant sollte die Reservation bei der Älplibahn frühzeitig vornehmen. Ich werde den Hinter Grauspitz nächstes Jahr über die Liechtensteinerseite angehen und vom Hinter Grauspitz auch noch auf den Vorder Grauspitz und zurück steigen.

Viele Grüsse
erico

 


Tourengänger: erico


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