Mattstock Nordwest: Die zweite Symphonie


Publiziert von ossi , 28. Oktober 2016 um 14:12.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 4 Oktober 2016
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Speer-Mattstock   Zürcher Hausberge 
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Amden-Durschlegi-Hintermatt- 2. Symphonie - Kleine Nase - Mattstock - Zentrale Platte - Amden
Kartennummer:1134



Beschreibung der ersten Route durch die Mattstock NW-Flanke: www.hikr.org/tour/post42300.html
Abstieg über die zentrale Platte: www.hikr.org/tour/post36164.html

Eine Tour an der Südflanke der Churfirsten sollte es werden, einer der weltschönsten Gegenden. Aller Hoffnung zum Trotz haben sich die bei Bisenlage im Osten oft vorkommenden hohen Nebelbänke so eng um die Churfirsten geschlungen, dass man fast um diese fürchten musste. Blieb als Alternative ein Versuch an der Mattstock Nordwestflanke, wo die Situation besser ausschaute und auch noch ein Projekt offen war. Übrigens ebensfalls eine der weltschönsten Gegenden...

Start bei Punkt 1273 zwischen Durschlegi und Unterchäseren (hierhin ab Amden auf markiertem Weg, maximal ein repräsentatives T1). Nun auf dem Wanderweg in Richtung Mättler Höhi, bis man zum Wald rauskommt und die grossblockige Schutthalde sieht, welche sich vom Mattstock herunterwälzt.

Diese Schutthalde an deren Rand besteigen bis unter die Felsbänder. Ich wähle die nördliche Begrenzung, es sind sogar einige Tierspuren vorhanden. An den Felsbändern angekommen, wendet man sich nach Norden und begeht einen ersten, offenen Graskessel angenehm in weglosem, aber freundlichem Gelände. Zuletzt erreicht man einen mit wenigen Bäumen besetzten Sporn.

Nach dem Sporn folgt ein zweiter Graskessel, der schwieriger zu begehen ist. Man steigt zuerst auf Wildspuren etwas ab, wobei das Gelände vermutlich oft schmierig ist und herumliegendes loses Gestein eine Begehung auch nicht unbedingt vereinfacht. Anschliessend folgt eine lange Traverse -zuerst auf schuttigem Grund, später in eher ungestuftem Grasgelände- bis auf einen nächsten Sporn (das ist die Stelle, welche in der Bilderreihe mit einem roten Kreis bezeichnet ist). Ich traversiere ziemlich weit unterhalb der kompakten Felsbänder -was mir eine günstige Variante erscheint- und steige erst zuletzt wieder hoch unter die Felsen.

Nun folgt das absolute Legföhren-Highlight der Saison: Zuerst zwei Meter in zweifelhaftem Fels hoch, dann eine rettende Föhre gepackt, weiter zur nächsten rettenden Föhre und schliesslich rein in den Dschungel!! Es folgt eine leider viel zu kurze (ca. zwanzig Minuten) intensive körperliche Erfahrung mit Dutzenden von Legföhren. Geschmeidiges Gleiten durchs Geäst ist gefragt, ein Traum. Da und dort startet eine Föhre einen Befruchtungsversuch, doch zum Glück verhüte ich mit langen Wanderhosen. Meine Frau würde mir nie verzeihen, wäre ich mit einer Föhre schwanger.

Der letzten Föhre entflohen, steigt man mehr oder weniger gerade hoch -da und dort einigen kurzen Felsstüfchen ausweichend- unter die sich deutlich vom Mattstock Südwestgrat abhebenden Grossen Nase. Man könnte geradeaus auf den Grat aussteigen, ich benutze aber einen Wildwechsel, der mich nach links (Norden) um die Grosse Nase herumführt. Weiter langsam durch die Flanke aufwärts strebend auf den Mattstock Südwestgrat und mit einigen Kletterzügen (II) auf die Kleine Nase steigen.

Von der Kleinen Nase zum Mattstock Hauptgipfel führt eine Wegspur dem Grat entlang, wobei kurze Kletterstellen zu bewältigen sind (T5, II, eine etwas kurze Reepschnur an einem Aufschwung sowie zwei gute Haken).

Genussreiche Aussicht zum Berg der Berge, dem Berg mit dem gelben Haus.

Abstieg über die zentrale Platte (T5, II).

Tour im Alleingang

Tourengänger: ossi


Galerie


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