Cima di Gana Rossa (2565 m); unübersehbare Spuren von früherer Vergletscherung


Publiziert von johnny68 Pro , 21. Oktober 2016 um 16:13.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:20 Oktober 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Molare 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Carì - Rifugio Gana Rossa - Cima di Gana Rossa

Der Grat auf der Nord- und Ostseite der Leventina erstreckt sich über rund 25 km und Dutzende von Gipfeln. Im Norden beginnt es mit dem Poncione d’Arbione, im Süden endet der Grat mit dem Pizzo Matro. Dann fällt der Grat steil nach Biasca ab. Auf der Ostseite des Grates befindet sich das Valle Blenio, das oben am Lukmanierpass beginnt.
 
Alle Graterhebungen bieten eine schöne Aussicht in die beiden erwähnten Täler und darüberhinaus zu den Alpengipfeln. Am weitesten entfernt sieht man am nordwestlichen Horizont das Aletschhorn.
 
Ich wählte für meine Tour einen Gipfel, der ungefähr in der Mitte des Grates liegt, und der relativ einfach erreichbar ist. Es handelt sich um die Cima di Gana Rossa, 1000 m über dem Tessiner Wintersportort Carì (ob Faido). Carì erreicht man über eine gute Strasse, entweder mit dem PW oder mit dem Postauto.
 
Die Gratschneide zwischen der Leventina und dem Bleniotal ist an vielen Stellen ziemlich scharf, d.h. man bewegt sich auf schmalen Pfaden mit Abgründen links und rechts. Die Cima di Gana Rossa ist auch so ein Gipfel – recht langgezogen, aber höchstens 2 m breit mit felsigen Abstürzen nord- und südseits.
 
Von Carì bis zum Rifugio Gana Rossa UTOE (2270 m) benützt man einen gut ausgebauten und ausgeschilderten Bergweg. Er führt an der Siedlung Carì di Dentro vorbei und geht dann durch den Wald auf die Alpe di Vignone. Diese Alp ist erstaunlich gross und oben vollständig flach. Es befand sich hier in vorgeschichtlicher Zeit wahrscheinlich ein See, den der Gletscher bei seinem Rückzug hinterliess.
 
Bis zum Rifugio geht es danach etwas steiler, dann flacher hoch. Die Aussicht vom Rifugio wird durch die hier durchführende Starkstromleitung getrübt.
 
Oberhalb des Rifugio hat es keine Bergwege mehr. Bis zur Scharte „Sella di Ör Languosa“ (2358 m) folgt man Pfadspuren, wie auch in Richtung der Cima nordwestwärts. Die Gipfelbesteigung ist relativ anspruchsvoll. Es gibt Wegspuren, welche die etwas ausgesetzte und steile Südost-Gras-/Felsflanke hinaufführen. Auf dem Gipfel erreicht man über einen schmalen Grat den sich zuhinterst befindlichen grossen Steinmann.
 
Die Gegend ist durch eiszeitliche Gletscherströme geformt. Man trifft auf der Sella schön ausgeformte Gletscherschliff-Felsbänder. Hier haben sich der Ticino- und der Brennogletscher getroffen und gemeinsam die Landschaft gestaltet. Die höchsten Gipfel des Grates blieben aber eisfrei. Es gibt eine auffällige Diskrepanz zwischen der geschliffenen Scharte und den felsig-kantigen Aufschwüngen zu den Gipfeln.
 
Auf der Sella befindet sich auch so etwas wie ein “San Andreas-Graben“, allerdings nicht plattentektonischen Ursprungs. Der parallel zum Grat verlaufende Graben auf der Sella von rund 200 m Länge, 10 m Breite und 10 m Tiefe scheint nach dem Rückzug der Gletscher durch den Wegfall des Druckes der Gletschermasse entstanden zu sein. Das Gelände hat sich nördlich und südlich des Grates abgesenkt und oben an der Kontaktstelle Risse hinterlassen. Die Rinnen kann man gut auf dieser Foto von Amedeo sehen

Tourengänger: johnny68


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