Rotsandnollen 2700 m


Publiziert von basodino Pro , 2. Oktober 2016 um 16:27.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum: 1 Oktober 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Östliche Melchtaler Alpen   CH-NW   CH-OW   Westliche Melchtaler Alpen 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 820 m
Abstieg: 820 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Auto oder ÖV bis nach Stöckalp, dann mit der Seilbahn nach Melchsee-Frutt oder über die Mautstraße (SFr. 16) zum Parkplatz unter dem Dorf.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:siehe oben
Unterkunftmöglichkeiten:diverse Möglichkeiten

Anläßlich unseres ersten HIKR-Treffens und einem recht wagen Wetterbericht waren wir echt froh, dass wir am Samstag noch eine wirklich schöne und einsame Tour im Melchsee-Gebiet machen konnten. Während es die meisten zum Hochstollen zog, hatten wir uns bereits zu Hause den Rotsandnollen vorgenommen, wohl wissend, dass dieser Berg weit häufiger im Winter bestiegen wird. Aber auch im Sommer bzw. Herbst hat er seine Vorzüge.

Wir kamen etwas später als erhofft los, aber immer noch als erste, und waren somit bis auf ein paar Angler recht alleine auf dem ersten Teilstück, der Fahrstraße bis an den linken, nördlichen Rand des Tannensees (1972 m). Dort setzt eine Straße an, die den See aufsteigend hinaufquert und sich auf 2050 und 2080 m 2 x verzweigt. An der 2. Verzweigung könnte man sie verlassen und in der bisherigen Richtung weiter aufwärts steigen. Wir nahmen einen kleinen Umweg nach links und bogen erst auf 2120 m rechts ab. Man erreicht den vorläufigen Höhepunkt der Schotterstraße und steigt ein paar Meter in eine Mulde ab. Unser Hoffnung, dass hier ein Querweg durch die linksseitigen Geröllhänge ansetzt, waren unberechtigt. So stiegen wir ein paar Meter ab und begannen über teilweise sumpfige Wiesen unsere Querung unterhalb des Gerölls und der wenigen Felsen. 0 h 55 min, T1

Wir blieben von nun an eher links des flachen Tälchens, querten einige kleinere Rippen und erreichten ein sehr steiniges Tälchen, welches rechts von beeindruckenden Karstterrassen begrenzt wird. Man findet Steinmänner im Tal und auf dem Karst, vermisst aber eine klare Linie. Wir blieben im Tal, was eher anstrengend als schwierig ist, denn es findet sich durch das Chaos an Felsen eigentlich immer ein leicht gangbarer Weg, der einzelne Schritt mag aber immer gut abgewogen sein. So erreicht man eine kleine Schwemmebene, wo es für einige Meter mal ganz entspannt voran geht. 1 h 30 min, T3

Hier finden sich auch nochmals 3 Steinmänner, die einem aber nur eine kurze innere Bestätigung geben, weniger die eigentliche Richtung der Route anzeigen. Man steigt links in einen Grashang ein, der weiter oben immer mehr in feines Geröll oder Schutt übergeht. Da wir keine Anzeichen für eine klare Route finden konnten, wählten wir in eigenem Zickzack den direkten Weg zum Grat. Über einem ragt sehr beeindruckend der Bargeln Schiben auf, rechts unterhalb befinden sich am Grat noch einige markante Felsen. Exakt rechts davon trafen wir auf den Grat (ca. 2510 m). Wir nahmen den Grat auf, der hier schiefrig und unerwartet scharf ist. Mit dieser Variante zur eigentlichen Route (siehe Abstieg) baut man sich ein T4- ein und an einer kleinen Stufe braucht man sogar die Hände (I). Bald wird der Grat breiter und man erreicht eine kleine Ebene, den Tannenrotisand.
Nun liegen noch 2 Aufschwünge vor einem. Hier finden sich wieder Steinmänner und sogar eine beinahe durchgehende, schwache Spur. Ohne große Schwierigkeiten geht man so bis unter den runden Gipfelkopf. Wir durften dabei zuschauen, wie zunächst 2 große Gruppen mit Gemsen (zusammen ca. 30 Tiere) und später eine Gruppe Steinböcke (ca. 12 Tiere) an uns vorbeizogen. Der Aufstieg auf den flachen Gipfelkopf wartet dann noch mit einer Steilstelle auf, die die Einstufung T3+ ans Limit bringt. 0 h 50 min, T3+

Vom Gipfel hatten wir eine schöne Aussicht, insbesondere nach Engelberg und auf den Titlis, aber auch hinüber ins Berner Oberland. Trotz eines böigen Windes blieben wir für 45 min und genossen die nicht mehr ganz so starken Sonnenstrahlen des Herbstes. Bemerkenswert ist, dass man selbst in einem so gut erschlossenen Gebiet eine so einsame Tour durchführen kann. Auf dem benachbarten Schwarzhorn hatten zwar Ursula und Felix ihr Hikr-Fläggchen gehießt, aber das waren auch die einzigen Menschen, die wir über Stunden gesehen haben.

Im Abstieg fanden wir dann ohne Probleme die Route, die ab dem Tannenrotisand nach links hinab in die Flanke führt und diese soweit absteigend quert, bis man wieder den steilen Grashang erreicht. Hinter dem flachen Tälchen steigt man dann mit Vorteil zu P. 2393 auf und übergeht die sehr interessanten Karstterrassen und umgeht so das steinerne Tälchen zumindest für ein gutes Stück. Am Ende des Tälchens finden sich mehrere Steinmänner, die auf eine grasige Rippe führen, die man in einem leichten Bogen bequem begeht und so in den Bereich der Rippen kommt, die man über Kuhwege traversiert und so in das flache Tal gelangt. Dieses linkerhand hinab bis zur Schotterstraße (an einem Betonsilo), überqueren und über Wiesen bis zur Teerstraße, wo wir wieder auf die Aufstiegsroute trafen. Insgesamt ist es so bequemer und auch leichter. 2 h 15 min, T3 (am Gipfelkopf für wenige Meter T3+).

Zurück am Skiclubhaus Bergfrieden trafen wir dann nach und nach auf die anderen Hikr. Viele hatten wir schon am Vorabend kennengelernt, einige kamen erst am Samstag dazu. Es entwickelten sich spannende und schöne Gespräche mit dem schon bekannten Highlight, dem Fondue. Insgesamt waren wir sehr froh, dabei gewesen zu sein und bedanken uns nochmals bei den Organistoren für den gelungenen Treff.

Tourengänger: basodino, tourinette


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