Tschirpen - Überschreitung


Publiziert von Bergmax , 5. August 2016 um 00:09.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Schanfigg
Tour Datum:30 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 950 m
Abstieg: 950 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mühsame Anfahrt über Chur nach Arosa
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Eine nicht überlaufene Gratroute

Der Tschirpen erhebt sich als Gratkamm hoch über Innerarosa. Er hat zwar einen eigenen Wikipedia-Artikel, der gleich mehrere Anstiege beschreibt, einen Klettersteig und auch für Geocacher wird etwas geboten, doch auf unserer Plattform sind die Infos dürftig. Das macht skeptisch - ist die Besteigung unlohnend oder sogar noch schlimmer...?

Geplant war der Aufsteieg über den Klettersteig am Nordgrat und der Abstieg über den langen Ostgrat. Es kam - wie so oft - anders...

Eigentlich fahre ich gern (schnell) kurvige Strecken - die gibt es nämlich auch im Schwarzwald reichlich - aber die (langsame) Zufahrt nach Arosa war eine heftige Geduldsprobe. Die (wenigen) Parkplätze an der Hörnlibahn waren alle belegt, also kurvte ich unmotiviert suchend im obersten Innerarosa herum - immerhin mit Erfolg - und es konnte losgehen.

Da ich keine Lust hatte, mit einem Abstieg zu beginnen, ließ ich die Seilbahn aus und wanderte am hübschen Schwellisee (1931 m) vorbei zum Älplisee (2156 m, bis hierher fast noch T1, 1:00 h ab Innerarosa). Wegen der durchaus hübschen Landschaft, die mir wenige Tage zuvor am Vorarlberger Hochjoch nicht vergönnt war, besserte sich meine Stimmung mit jedem Schritt.

Nordwestlich des Älplisees lässt sich der Ostgrat des Tschirpens über Rasenhänge erreichen. Von P. 2200 unweit des Bergwegs steige ich weglos empor bis in die Nähe von P. 2379 (T3). Über erträglich steile Grashalden bewältige erreiche ich den Grat bei P. 2503 (knapp T4, 40 min vom Älplisee).
Das erste Gratstück ist etwas felsig (T4, I) aber nur mäßig ausgesetzt, die Kraxelei in durchaus gutem Fels macht viel Spaß. Bald verbreitert sich der felsige Grat zu einem Wiesenrücken. Die Erhebung P. 2572 lädt zu einer Rast ein.
Der Aufschwung zu P. 2698 wirkt etwas steil, erfordert aber kaum Kletterei (max. T4). Nur hier ist es sinnvoll, kurz in die Südflanke auszuweichen. Die letzten Meter zum Gipfel des Tschripen (2728 m) sind schnell bewältigt (50 mn ab P. 2503).

Das Gipfelbuch belegt, dass der Tschirpen selbst über den Klettersteig nur alle paar (Sommer-)Tage mal bestiegen wird... Die Rundsicht ist nicht gerade umfassend, aber toll, um die umliegenden Gipfel und Bergseen zu betrachten.

Für den Abstieg bieten sich zwei Möglichkeiten an: der Klettersteig zur Hörnlihütte und der Westgrat zum Sattel zwischen Parpaner Weisshorn und Tschirpen. Ich entscheide mich schließlich für den Westgrat, obwohl der Nordgrat auch durchaus spannend aussieht. Jedoch erscheint mir der Abstieg von der Hörnlihütte landschftlich weniger lohnend als der Wanderweg durch das Plessurtal auf der Südseite.

Der ziemlich felsige Westgrat erfordert gleich nach dem Gipfel etwas Kletterei im I. Grad (T4+). Der letzte (plattige) Turm vor der Scharte zwischen Tschirpen und Parpaner Weisshorn lässt sich einfach südseitig umgehen, beim Überschreiten muss man einige Züge im II. Grad klettern (m.E. nur hier T5).

Von der Scharte steigt man ohne Probleme (T3) über den erdigen Hang in das südseitige Kar und weiter zum gut sichtbaren Bergweg vom Grediger Fürggli zum Älplisee ab, den man auf etwa 2380 m erreicht (1:05 h vom Gipfel zum Weg). 

Am Älplisee schließt sich der Kreis, ich wandere gemütlich am Schwellisee vorbei nach Innerarosa (1:00 h für den Rest) - diese kurzweilige Bergtour empfehle ich gerne weiter!



Tourengänger: Bergmax


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